Unsere Reiseroute (blogabond)

Dienstag, 29. Mai 2012

Die Geschichte vom Wassertankdeckel in Istanbul


Hagia Sophia
Nach der salznassen Überfahrt von Chios wollen wir dem gri-gri etwas Gutes tun und lassen das Auto gründlich waschen. Erst in Izmir bemerken wir: Oha, der Wassertankdeckel fehlt! Wahrscheinlich hat sich dieser bei der Waschaktion gelöst und später ist er abgefallen.
Erst suchen wir einen neuen Deckel im Hafen von Izmir, werden von einem Mitarbeiter zu einem Bootszubehör Laden geführt, erfahren vom Besitzer,  dass wir in der Altstadt fündig werden könnten, leider sind alle erhältlichen Deckel zu klein! Aber die Türken sind sehr hilfsbereit und helfen uns,  mitten im Bazar einen Parkplatz zu finden! Dafür gehen wir im Beizli neben dem Parkplatz essen. Der Besitzer ist ein Rückwanderer aus Deutschland. Er ist mit seiner Wahl sehr zufrieden, sagt, dass das Leben in Izmir  angenehm und er mit seiner Familie hier glücklich sei! Das ist spürbar, er strahlt eine echte Zufriedenheit aus.



 In Bergama treffen wir eine holländische Campergruppe mit 21 Fahrzeugen! Sie geben uns eine Adresse von einem Campingplatz in Istanbul. Super! Da können wir Dan bitten uns einen Deckel zu besorgen und an die Adresse in Istanbul zu senden, was Dan prompt erledigt.
Häuser und Fahrzeuge soweit das Auge reicht...
In Istanbul angekommen fahren wir per Koordinaten an diese Adresse. (Unser GPS weigert sich, eine angegebene Strasse zu suchen...) Wir staunen nicht schlecht, als sich der Campingplatz als eine Baustelle entpuppt! Was nun??? Zum Glück hat Dan bei DHL unsere türkische Telefonnummer angegeben. Der Kurier hat uns schon einmal angerufen, weil er die Adresse nicht gefunden hat! Er kann mir auch nicht weiterhelfen, ich solle im Büro anrufen. Dort kann ich abmachen, dass wir das Paket am nächsten Tag abholen können. Ich sage dem netten Fräulein, sie solle mir die Adresse per SMS senden. Sogleich tut sie dies! Weil wir unser GPS kennen suchen wir im Google Earth die Adresse mit Koordinaten.


Doppelnutzung der Brücke; oben Autos und Fussgänger,
unten eine "Brücken - Beizli - Meile"
Am nächsten Tag starten wir wieder in Istanbul und wir können sagen, solch eine riesige Stadt haben wir noch nie gesehen! Inzwischen redet man von rund 20 Millionen Einwohnern! Auf jedem Hügel steht eine riesige Ansammlung von Hochhäusern, dazwischen ausgedehnte Quartiere mit Wohnblocks. Und überall wird wie verrückt gebaut! Es herrscht ein riesiger, aber fairer Verkehr auf den Strassen, die schon jetzt mindestens 6- bis 8-spurig geführt sind! Eine clevere Einrichtung möchten wir noch erwähnen. In der Mitte der Schnellstrasse, abgekoppelt vom übrigen Verkehr, läuft die Bus Metro. Moderne Busse, länger als normal, sehen eher aus wie Trams, fahren auf diesen 2 Spuren. Die Haltestellen sind mit Fussgängerpasserellen erschlossen. Wirklich effizient und schnell!


Die Stadtgärtner bei der Arbeit
Wo hat Hasso den Führerschein gemacht?
Fisch für den täglichen Bedarf mit
Luxuskreuzer im Hintergrund

Istanbul empfinden wir als eine sehr moderne, weltoffene Grossstadt. Die Hochhäuser sind teilweise architektonische Wunderwerke, die Verkehrsmittel Bus, Tram, Fähren sind neu, schnell und darauf ausgelegt, Massen von Menschen zu transportieren. Sogar im Migros können wir hier einkaufen!  Es ist überraschend sauber, die „Hegianer der Türkei“, die Stadtgärtner halten die Grünflächen, farbig bepflanzt, tipp topp im Schuss! Die Leute sind mehrheitlich westlich gekleidet, die wenigsten Frauen sind verschleiert. Einen Hauch von nostalgischer Orientexpress Atmosphäre findet man höchstens noch in den engen Gassen der Basare, wo lauthals gehandelt und gefeilscht wird.

Ein Spielchen in Ehren...
Die Koordinaten des DHL Offices waren nicht ganz genau, darum kommen wir ins Suchen! Aber die Türken helfen uns gerne weiter mit türkischem Redeschwall, ausholenden Bewegungen und lustigen Zeichnungen versuchen sie uns, den Weg zu zeigen. Erst landen wir beim Verteilzentrum! Aber klar, auch wir sind gut im Suchen! So stehen wir kurz vor Mittag vor dem DHL Büro. Wir werden wie Könige empfangen, der Chef, Vizechef, Lagerchef, alle wollen sich mit uns unterhalten – und am Ende bekommen wir das Paket  gegen Passkopie und Unterschrift ausgehändigt! Und mit dem neuen Deckel ist unser Wasser wieder verschlossen und gesichert.

Der neue Wassertankdeckel in den Händen von Robi!
An dieser Stelle möchte ich mal Mary, meiner ehemaligen Englisch Lehrerin herzlich danken! Ohne ihre lustigen, interessanten und von ihr perfekt geleiteten Englisch Konversationsstunden wäre ich echt „am Hang“ gewesen!
In Italien bei der Reifenpanne, bei den Fähren, Büros, Läden,  es macht Spass, sich verständigen zu können. Auf Englisch telefonieren hätte mir vor dem Kurs den Angstschweiss herausgedrückt und nun tue ich es einfach.
Wir waren ein super „harter“ Kern in der Gruppe von ganz verschiedenen Leuten, das machte den Kurs unglaublich vielseitig und spannend! Das kann ich wirklich empfehlen!
Wo das war? Bei der English School auf dem Mutschellen!

Im Stau kannst Du alles kaufen, Brezeln,
Wasser, Süssigkeiten, Ballons,
gar ein Pfeilbogen boten sie an!
Hungrig fahren wir auf  der Schnellstrasse unserem Camping zu. Immer hat es irgendwo einen Stau, sei es durch ein Pannenfahrzeug oder einen Unfall, sofort kollabiert der überdichte Verkehr. So ist man immer später am Ziel, als vorgesehen.
Da sehen wir an der Seite eine Tafel, Sonnenschirme und einen Grill! Wir fahren ran.
Die stolze Madame von Schnellstrassen Restaurant
M













Mmmmm in diesem Schnellstrassenrestaurant kriegen wir ein fein gewürztes Fleisch-Gemüse Brot mit Jogurt und anschliessend einen türkischen Caj. Auf unsere Frage, wie das Geschäft läuft, lachen die zwei. Erst seit 10 Tagen sind sie hier und wissen es noch nicht... Über die Schweizer Unterstützung sind sie mächtig froh und stolz!



Kanuni Sultan Süleyman Brücke

Hinter dem Imbissstand erstreckt sich die über ein Kilometer lange Kanuni Sultan Süleyman Brücke. Schon der Anblick erinnert uns an die Brücke von Visegrad. Und siehe da, die Brücke wurde 1568 vom selben Architekten, Mimar Sinan, entworfen.
Heute dient die ehemalige Zugangsbrücke zur Stadt nur noch als Fussgängerbrücke.


Die Umgebung von unserem Camping in Selimpasa
rund 50km von der Stadt entfernt; friedlich, ruhig, grün...


Die Brücke über den Bosporus; Europa - Asien











1 Kommentar:

  1. Ich bin begeistert, dass das geklappt hat! Und noch viel mehr, dass der Deckel passt. Dieses Erlebnis ist besonders lustig. Übrigens, der Preisunterschied DHL vs UPS wäre 375% gewesen...

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