Unsere Reiseroute (blogabond)

Mittwoch, 29. August 2012

60 Jahr- wunderbar!!!



60 Jahr - wunderbar

Die Schlossherrin Heidi von le gri-gri mit ihrem "jungen" Gemahl freut sich, Euch alle anlässlich ihres 60. Geburtstages am 30. August zu grüssen!!!!

Ich fühle mich wunderbar, bin fit und munter und bereit
für die nächsten Jahre!

  Ganz liebe Grüsse aus dem sonnigen Rumänien
Heidi / Boua-boua


Sonntag, 26. August 2012

Im Donaudelta


Pelikane im Geschwader Flug

Unter uns breitet sich die Landschaft aus. Ruhig gleiten wir in 400 Höhe mit 190 km/h darüber hinweg. Es dröhnt, trotz Ohrenschutz, in unseren Ohren, aber stabil hält sich die Maschine im Wind. Die Augen wissen nicht wohin schauen!!! Die Struktur der Landschaft, die Farben und Formen, der Fluss und all die Kanäle, Seen und Dörfer ziehen unter uns vorbei. Es ist schlicht sensationell!!!!

Voraus geht die Suche nach einer Möglichkeit, einen Rundflug zu buchen. (Das Tourist Büro kann uns keine Auskunft geben). Wir fahren an den internationalen Flughafen von Tulcea. Freundlich werden wir empfangen. Die junge Frau nimmt uns unter ihre Fittiche und macht eine Privatführung durch das Flughafengebäude. Neben der Piste steht eine Doppeldeckermaschine. Das ist die Maschine erklärt sie und gibt uns die Telefonnummer des Piloten.
Nach mehreren Telefonaten ist die Sache klar. Wir werden fliegen!
Auf dem Parkplatz vor dem Tor dürfen wir übernachten, nachdem wir uns bei der Flughafenpolizei registrieren lassen, wohlbehütet von der Polizei und mit der Erlaubnis, im Flughafengebäude die Nasszelle benützen zu dürfen! Dafür lassen sie uns extra das Eingangstor zum Flughafen offen! Ist das nicht Gastfreundschaft? Wir auf jeden Fall sind erschlagen!
Am Morgen früh kommt Florin unser Pilot, begrüsst uns und führt uns ins Flughafengebäude für den „Check-in“. Vier Leute warten auf uns, sie starten gar die Durchleuchtungsmaschine, nur für uns alleine. Mit gewissenhafter Miene legen wir unsere Jacke aufs Band, gehen durch die Kontrolle, wir werden gecheckt, dann tönt es fröhlich vierstimmig: „Wir wünschen Ihnen einen guten Flug!“
Florin nimmt uns ausserhalb des Gebäudes wieder in Empfang, wir steigen in sein Privatauto und fahren zum Flugzeug.
Es ist eine Antonow An-2, eine russische Maschine, wahrscheinlich aus den 50er Jahren. Sie ist als Landwirtschaftsmaschine umgebaut. Mit riesigem Tank und Spritzdüsen unter den Tragflächen. Dies ist der Job von Florin, die Felder zu besprühen.

Auch ein Bordingenieur kommt mit auf den Flug. Auf improvisiertem Klappsitz nehmen wir Platz und schon geht es los. Nach kurzem Rumpeln über die Wiese hebt die Maschine ab und entführt uns in die Höhe. Zum Starten braucht die Maschine lediglich 150m.  Robi darf im Cockpit Platz nehmen und ich als „Zwerg“ zwischen den beiden stehen. So haben wir super Rundsicht! Zwischendurch kommt der Bordingenieur und guckt sich die Messgeräte an, hebt den Daumen; alles i.O.

Nach diesem wunderschönen Flug werden wir wieder mit Pomp im Flughafen empfangen. Willkommen, wie war der Flug??? Ein einmaliges Erlebnis!

Internationaler Flughafen Tulcea rechts das Polizistenhäuschen unsere Maschine Antonow An-2
Der grosse Tank im Innern Florin, unser Pilot
im Cockpit Am Rande des Deltas liegen die Dörfer
Der Fluss hat noch Platz ein Gemälde der Natur!
grün in allen Schattierungen Landschaftsstruktur geschaffen durch das Wasser


Mit Ciprian’s kleinem Boot erkunden wir das Delta vom Wasser aus. Morgens um 7 Uhr fahren wir los. Erst über den breiten Donauarm, dann durch kleine, schmale Kanäle beschattet von riesigen Bäumen, plötzlich wird es wieder hell, ein See öffnet sich. Zwischen Seerosenteppichen und Schilfgürtel tuckern wir langsam durchs Labyrinth. Ohne Führer, keine Chance! Die Landschaft ist grandios!

mit dem Boot unterwegs die Pelikane
mal wird es eng und dunkel dann wieder weit und hell
ein schwerer Start auch im Delta wird gewohnt
einer der vielen Fischer glücklich über die geschenkte Zigarette
die glücklichen Schweine... Ciprian will uns einen Fisch angeln
zwischen Schilf und Seerosen Die Bäume passen sich dem Wechsel
des Wasserstandes an

Auf einem See treffen wir auf Pelikane. Majestätisch gleiten sie durchs Wasser. Und wie wir nahe genug heranfahren, starten sie in Geschwadern. Schon imposant, wie sich die schweren Tiere in die Luft erheben! Nach dreieinhalb unvergesslichen Stunden legen wir wieder am Bootssteg an.

Samstag, 25. August 2012

Die „Neger“ vom Lacu Sarat, der Vulcanii Noroiosi, das Focul Viu; drei Naturspektakel


Ein "Neger" vom Lacul Sarat





Kurgäste am Schlammsee





Lachend stehen wir am Ufer des kleinen Sees. Was geht hier vor? Sind dies Vorbereitungen für einen Fasnachtsumzug der „Neger“? Aber weit gefehlt! Dies hat absolut nichts mit Karneval zu tun. Der Lacu Sarat ist ein Salzsee, in der Nähe der Stadt Braila. Der Seegrund ist mit Heilschlamm bedeckt. Nun schmieren sich die Leute gegenseitig damit ein und stellen sich mit abgespreizten Armen, wie Pinguine in die Sonne, um den Schlamm auf der Haut trocknen zu lassen. Mit den farbigen Badekleidern sieht dies wirklich lustig aus!
Vulcanii Noroiosi
Das müssen wir auch ausprobieren. Dank dem Salzwasser schwimmen wir wie Korken auf dem See, er ist nicht tief. So können wir mit den Zehen den „tollen“ Schlamm heraufholen und uns einreiben. Sehen aus wie Aliens!

schwanengleich spritzt der Schlamm hoch
Blubberblassen





Auch mit Schlamm hat ein weiteres Naturspektakel zu tun. Kleinere und grössere Krater sind auf einem vegetationslosem Terrain verteilt. Darin blubbert und brodelt es. Schlamm spritzt hoch und ergiesst sich über den Kraterrand. Blasen bilden sich und platzen wieder, es riecht nach Schwefel. Durch die Schuhsohlen ist die Hitze zu spüren! Dies ist der Vulcanii Noroiosi.

es entstehen neue Schlammstrassen
Das Focul Viu ist die Variante mit Feuer. Auf einer kleinen Fläche tritt entzündetes Gas aus und schiesst mit einer Flamme in die Höhe. Aber wie wir gespannt daneben stehen, ist alles kalt und still. Kein Feuer!! Der Oberteufel Mefi macht wohl Pause in der Hölle....
warten auf das Feuer beim Foul Viu
Wieder unten im Dorf fragen wir einen jungen Polizisten nach dem Feuer. Eifrig nickt er und deutet gegen den Hügel. Fassungslos starrt er auf unsere Fotos. „Was kein Feuer, das muss ich mir anschauen gehen; vor einem Monat war ich oben, damals hat es gebrannt“ gibt er uns zur Auskunft.
sehr selten werden die Pferde geritten
hier um das Pferd am Fluss zu tränken
mitten im Grünen entdeckten wir
diese Ölförderpumpe

Aber die Fahrt durch die Flusstäler entschädigt uns, eine wunderschöne Landschaft eröffnet sich uns und wir finden jeden Abend einen sensationellen Übernachtungsplatz.
Bei der Donauflussgabelung nach Giurgeni stehen wir ganz alleine am Ufer, weit und breit kein Mensch – und keine Tiere. Targia freut sich, dass sie auch wieder einmal herumrennen kann!
Der spektakuläre Sonnenuntergang war für uns zwei alleine!!!!

Sonntag, 19. August 2012

Unser erster Bär!!!!


Kommt schnell schauen, ein Bär, ruft Mihai, unser Camping Nachbar.
Schnell spurten wir ums Fahrzeug an den Zaun. Da, wirklich, ein kleinerer Bär spaziert durch die Büsche. Einen Moment lang sehen wir ihn ganz deutlich! Leider können wir Euch kein Foto zeigen, es ging zu schnell...

Mihai ist sehr oft in den Bergen und erklärt uns, dass dieser Bär die Scheu vor den Menschen verloren hat und nach Futter suchen kommt. Normalerweise weichen die Bären aus, sind nicht aggressiv,  nur bei Muttertieren sei das Risiko grösser. Falls wir einem begegnen, sollen wir ausweichen und Lärm machen. Und nie Lebensmittel im oder um das Zelt lagern. In Rumänien leben ca. 5000 Bären, die Hälfte der gesamten Braunbärpopulation in Europa.

Er fragt uns: „Wisst ihr, was der beste Schutz bei einer Attacke ist?“  Einen langsameren Gefährten dabei zu haben... Der Bär packt immer den hintersten.... Ha, ha....

In der Nacht bricht der freche Bär in den Camping ein und klaut eine Wassermelone und schnüffelt zwischen den Zelten herum. Wir im gri-gri haben nichts davon bemerkt, die Zeltbewohner schon!
Auch abgesehen von den Bären ist es ein sehr spezieller Ort hier. Vor langer Zeit brach ein Vulkan aus und es bildete sich einen Kratersee. Tausende Jahre später brach ein zweiter Vulkan, gleich neben dem ersten aus. Die Asche bedeckte den ersten See. Nun hat sich dort ein Sumpfgebiet gebildet mit einmaliger Flora und Fauna. Es gibt 20 verschiedene Arten von Moos und Beeren, die Föhren sind sehr kleinwüchsig. In der Mitte des Kraters ist die Moosdecke nur wenige Zentimeter dick, man sinkt sofort ein.
Nur mit Führer darf man das Moorgebiet betreten. Unser Führer ist ein Medizinstudent, der in den Ferien Studiengeld verdient. Er gehört der Minderheit der Ungaren hier in Rumänien an. Wir erfahren von ihm, dass Rumänisch für ihn eine Fremdsprache ist.
Die Ungaren bleiben unter sich, haben Schulen und Universität auf ungarisch und würden am liebsten zu Ungarn gehören. Teils sind die Städte in diesem Gebiet ausschliesslich von Ungarn bewohnt, die Rumänen sind eine kleine Minderheit. Die Schilder, Reklamen und die Geschäfte sind alle auf ungarisch angeschrieben.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden grosse Teile von Ungarn den umliegenden Ländern zugesprochen. So wurden diese Ungarn zu Rumänen. Auch in Ungarn trauern sie noch heute dem Terrainverlust nach und möchten diese Ländereinen  wieder zurück haben!
Seit dem Beitritt Rumäniens in die EU hat sich der Status der Ungarn in Rumänien verbessert. Sie dürfen nun offiziell ihre Schulen betreiben und „Ungaren“ sein! Immerhin sind es rund 2 Millionen Ungarn, die in Rumänien zu Hause sind.
Im gleichen Atemzug lehnt unser Guide die Roma komplett ab. Seiner Meinung nach haben sie keine Daseinsberechtigung im Gebiet der Ungarn! So kompliziert sind die Verhältnisse in Rumänien!

Aber unser Guide hat sich sehr über uns und unsere Pflanzenkenntnisse gefreut, so trennten wir uns zufrieden nach der interessanten Führung.

Der Kratersee im Abendlicht

unser ungarischer Guide

im Tinovul Mohos, einer der Moorseen

Diese Föhre soll 250 Jahre alt sein.
 Die Internodien lassen darauf schliessen,
 dass das Alter stimmen kann.

Die Rumänien sind hart im Nehmen, auch bei Regen lässt
es sich gemütlich sein.
Beachtet das orange 60er Jahre Zelt!

Bescheiden wird auf dem Feuer gekocht,
zur Freude der Kinder!

gegessen wird am Boden

Lagerfeuerromantik

unsere netten Nachbarn, Laurentiu und Cornel

Sonntag, 12. August 2012

Von der ungarischen Tiefebene in die Karpaten


Die grosse Hitze hält an! Meist starten wir bei 27 Grad und erreichen teilweise über schwüle 40 Grad, alles klebt am Körper! Da loben wir die Klimaanlage im gri-gri in höchsten Tönen! So lässt es sich komfortabel reisen.

In Keszthely rutschen wir mit riesigen Filzpantoffeln durchs hübsche Barockschloss, besonders die Bibliothek mit rund 30 000 wertvollen Büchern in einem sehr stilvollem Raum, hat uns beeindruckt. Die Schreinerarbeiten sind wundervoll gestaltet, bis ins Detail ausgeführt.
In Szarvas besuchen wir das Arboretum und bestaunten die jahrhunderte alten Bäume. Es sind über 1600 verschiedene Gehölzarten, Eichen in unglaublichen Varietäten! Im Schatten dieser Giganten wandeln wir langsam durch den Park. Da brechen gar zwei Rehe aus dem Gehölz und jagen laut schnaufend an uns vorbei, einfach schön!

Die Ungarn sind mit zahlreichen Thermalquellen und zig Bädern verwöhnt. Besonders bei dieser Hitze ist ein Bad im warmen Wasser sehr „aufrüstend“ und wir testen die unterschiedlichsten Wässer! Ein herausragend schönes Bad ist das Varfürdo in Gyula. Unter alten Bäumen angelegt, die Becken den Bäumen angepasst, wunderbares, weiches Wasser, so nehmen wir Abschied von Ungarn.

Über kleinste Strässchen holpern, rumpeln und rütteln wir durch die rumänischen Hügel und Berge. Wir finden einsame, phantastische Übernachtungsplätze im Grünen.
An einem Abend kriegen wir „Besuch“ von der Kuhhirtin Livia mit ihrem Söhnchen Marius. Es entspinnt sich eine rege Diskussion in Rumänisch und Schweizerdeutsch, untermalt mit Händen und Mimik....
In Bulgarien, Rumänien und Ungarn haben wir überall riesengrosse Magerwiesen angetroffen. Die Wiesen werden beweidet, aber auch als Schnittgras zum Heuen genutzt. Es ist erstaunlich, dass die Kühe so wohlgenährt sind, trotz dem mageren Futter.

Das Gefälle zwischen Stadt und Land ist enorm. Hier die moderne Einkaufsstrasse mit Luxus, Cafes, Fastfood und Glaceständen. Dort die bescheidenen Häuschen mit den Gemüsegärten und Federvieh. Auch die Supermärkte in den kleinen Orten sind sehr bescheiden bis baufällig. An einer Passstrasse sehen wir gar grössere Romacamps. Plastikverschläge, in denen gewohnt wird!
Bei „frostigen“ 21° stehen wir auf einer Wiese beim Lacul St. Ana. Umgeben von Rumänen, die mit Kindern und Zelten die Ferien in den Bergen verbringen.(Am Balaton waren ein paar Rumänen unter Ausländern auf dem Camping, hier sind wir die einzigen Fremden) Sie versorgen uns mit allem nötigen, Schnaps zum Frühstück, guten Ratschlägen, Einladungen zum Essen und lauter Musik bis tief in die Nacht! Wir fühlen uns sehr willkommen und beobachten das fröhliche Treiben!
Schloss Keszthely

Die "Herrschaften" fahren vor

In der wunderschönen Bibliothek

Da wiehern die Pferde- vor Freude!

Mann wird gefahren über die Donau

Arboretum in Szarvas
Das Gebäude wurde um den Baum
herum gebaut!

Sophora Japonica

Ginkgo Biloba

Carya tomentosa

riesiger Juniperus - ohne Gitterrost

Liquidambar Styraciflua

auf dem Sprung

Baupilz in schönster Form
und Farbe

Fagus sylvatica Pendula

Das tipp topp gepflegte Zelt aus den
50er von Polen
auf dem Camping in Gyula

Aussicht von unserem sensationellen
Übernachtungsplatz

Livia mit Söhnchen Marius auf Besuch

trotz magerer Weide sehen die Kühe
gut aus

Kein Weideland, sondern Schnittgras

Magerwiese vor dem Schnitt

Eine bescheidene, stilvolle Rast
am Strassenrand

Haus mit Hinterhof

... sehr bescheiden

Supermarkt mit defekter Eingangstreppe

Roma Behausung

diese sogar mit Kamin

klein, aber liebevoll gestaltet

.. im Hinterhof wird gearbeitet

Bescheidenes Campieren der Rumänen
am Lacul St. Ana

.. gekocht wird auf dem Feuer

.. gegessen wird am Boden

Lagerfeueromantik

Targia wird bewundert....

Quizfrage: Wie kam diese Installation zustande?
Auflösung im nächsten Blog!
Heute dürfen wir bereits schon ein halbes Jahr Reise feiern!!!! Und es gefällt uns immer noch!!!
Es geht also weiter......