Unsere Reiseroute (blogabond)

Sonntag, 19. August 2012

Unser erster Bär!!!!


Kommt schnell schauen, ein Bär, ruft Mihai, unser Camping Nachbar.
Schnell spurten wir ums Fahrzeug an den Zaun. Da, wirklich, ein kleinerer Bär spaziert durch die Büsche. Einen Moment lang sehen wir ihn ganz deutlich! Leider können wir Euch kein Foto zeigen, es ging zu schnell...

Mihai ist sehr oft in den Bergen und erklärt uns, dass dieser Bär die Scheu vor den Menschen verloren hat und nach Futter suchen kommt. Normalerweise weichen die Bären aus, sind nicht aggressiv,  nur bei Muttertieren sei das Risiko grösser. Falls wir einem begegnen, sollen wir ausweichen und Lärm machen. Und nie Lebensmittel im oder um das Zelt lagern. In Rumänien leben ca. 5000 Bären, die Hälfte der gesamten Braunbärpopulation in Europa.

Er fragt uns: „Wisst ihr, was der beste Schutz bei einer Attacke ist?“  Einen langsameren Gefährten dabei zu haben... Der Bär packt immer den hintersten.... Ha, ha....

In der Nacht bricht der freche Bär in den Camping ein und klaut eine Wassermelone und schnüffelt zwischen den Zelten herum. Wir im gri-gri haben nichts davon bemerkt, die Zeltbewohner schon!
Auch abgesehen von den Bären ist es ein sehr spezieller Ort hier. Vor langer Zeit brach ein Vulkan aus und es bildete sich einen Kratersee. Tausende Jahre später brach ein zweiter Vulkan, gleich neben dem ersten aus. Die Asche bedeckte den ersten See. Nun hat sich dort ein Sumpfgebiet gebildet mit einmaliger Flora und Fauna. Es gibt 20 verschiedene Arten von Moos und Beeren, die Föhren sind sehr kleinwüchsig. In der Mitte des Kraters ist die Moosdecke nur wenige Zentimeter dick, man sinkt sofort ein.
Nur mit Führer darf man das Moorgebiet betreten. Unser Führer ist ein Medizinstudent, der in den Ferien Studiengeld verdient. Er gehört der Minderheit der Ungaren hier in Rumänien an. Wir erfahren von ihm, dass Rumänisch für ihn eine Fremdsprache ist.
Die Ungaren bleiben unter sich, haben Schulen und Universität auf ungarisch und würden am liebsten zu Ungarn gehören. Teils sind die Städte in diesem Gebiet ausschliesslich von Ungarn bewohnt, die Rumänen sind eine kleine Minderheit. Die Schilder, Reklamen und die Geschäfte sind alle auf ungarisch angeschrieben.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden grosse Teile von Ungarn den umliegenden Ländern zugesprochen. So wurden diese Ungarn zu Rumänen. Auch in Ungarn trauern sie noch heute dem Terrainverlust nach und möchten diese Ländereinen  wieder zurück haben!
Seit dem Beitritt Rumäniens in die EU hat sich der Status der Ungarn in Rumänien verbessert. Sie dürfen nun offiziell ihre Schulen betreiben und „Ungaren“ sein! Immerhin sind es rund 2 Millionen Ungarn, die in Rumänien zu Hause sind.
Im gleichen Atemzug lehnt unser Guide die Roma komplett ab. Seiner Meinung nach haben sie keine Daseinsberechtigung im Gebiet der Ungarn! So kompliziert sind die Verhältnisse in Rumänien!

Aber unser Guide hat sich sehr über uns und unsere Pflanzenkenntnisse gefreut, so trennten wir uns zufrieden nach der interessanten Führung.

Der Kratersee im Abendlicht

unser ungarischer Guide

im Tinovul Mohos, einer der Moorseen

Diese Föhre soll 250 Jahre alt sein.
 Die Internodien lassen darauf schliessen,
 dass das Alter stimmen kann.

Die Rumänien sind hart im Nehmen, auch bei Regen lässt
es sich gemütlich sein.
Beachtet das orange 60er Jahre Zelt!

Bescheiden wird auf dem Feuer gekocht,
zur Freude der Kinder!

gegessen wird am Boden

Lagerfeuerromantik

unsere netten Nachbarn, Laurentiu und Cornel

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