Unsere Reiseroute (blogabond)

Sonntag, 30. September 2012

Kiev


Neben den berühmten Sehenswürdigkeiten wie der Pechersk Lavra Monastery, den Palästen, Parks und der Innenstadt besuchen wir das Wassermuseum, das sich im ältesten Wasserturm von Kiev befindet. Sofort wird uns ein englisch sprechender Führer zur Verfügung gestellt und eine interessante und abwechslungsreiche Stunde wird uns geboten. Anschaulich wird der Wasserkreislauf erklärt, die Wasseraufbereitung gezeigt, auf das Wasser sparen hingewiesen und ja, auch spielen darf man hier! Sändelen, Seifenblasen zaubern, unser Führer stellt uns viele Fragen und hofft auf noch mehr Antworten...
Der ganze Wasserturm ist voller Leute. Viele Gruppen mit Schulkindern sehen (und hören) wir. Wir spüren das Anliegen unseres Führers, uns seine Stadt näher zu bringen.
Er nimmt uns mit in einen Abwasserkanal in Originalgrösse , erzählt vom grossen Problem mit den vielen Ratten und ist stolz auf die riesige Kläranlage, die das Abwasser von Kiev reinigt.
Kiev liegt am Fluss Dnepr. Er ist 2200km lang und hat auf ukrainischem Gebiet 6 Stauseen und Schleusen, die den Wasserweg schiffbar machen und Strom produzieren. 70% der Ukrainer beziehen ihr Trinkwasser vom Dnepr.
Vergnügt steigen wir nach dieser „Unterrichtsstunde“ wieder ans Tageslicht.

Kiev steckt voller Gegensätze. Hier die riesigen Plätze, die noch gigantischeren Monumente, die Mother Motherland Statue zum Beispiel mit ihren 62 Metern Höhe und 560 Tonnen Gewicht ist gigantisch! Die Schwertspitze überragte die Spitze des Kreuzes auf dem "wichtigsten" Kirchengebäude von Kiev. Deshalb musste das Schwert eingekürzt werden.....
Überall in der Stadt wird gebaut. Wolkenkratzer, je höher je lieber!
Doch dazwischen stehen die heruntergekommenen Wohnblocks, auch im Zentrum bröckeln die Fassaden. Im Erdgeschoss zieht ein eleganter Laden kaufkräftige Kunden an, doch im Obergeschoss herrscht Einsturzgefahr!?
Die Strassenbahn vom letzten Jahrhundert schaukelt und schwankt über die krummen Schienen, die Wagen sind gerammelt voll.
Reich und arm wohnen Tür an Tür. Auch dem Dnepr entlang entstehen zur Zeit Villen mit grossen Grundstücken neben den bescheidenen alten Bauern / Fischerdörfern.

Am Wochenende spazieren die Einwohner in Scharen durch die vielen, in der Stadt vorhandenen Grünanlagen; chic zurecht gemacht.  Besonders die Frauen und Mädchen sind wie Puppen herausgeputzt und posieren gerne und viel für Fotos.
Glücklich wird gelacht, geschwatzt, geschäkert und genüsslich am Eis geschleckt oder das mitgenommene Brot wird ausgepackt und auf der Parkbank gegessen!

Als Schlusspunkt noch dies: auf dem bescheidenen Camping ist ein riesiges Areal für Paintball Spiele ausgeschieden. In hellen Scharen strömen die begüterten Jugendlichen von Kiev herbei ballern, was das Zeug hält und amüsieren sich köstlich! 

Ein Quartier Monastir

mit Personal

Das grösste Gebäude von Kiev- das Regierungsgebäude

der Wasserturm

unser Guide im Wassermuseum

bereit für die riesige Seifenblase!

der Dnepr nach Kiev

die gigantische Mother Motherland Statue
mit eingekürzter Schwertspitze

Monument der Erinnerung

am Bauen

neue Wohnblocks

einer der vielen alten Wohnblocks

im Erdgeschoss das Designergeschäft

im Obergeschoss - ohne Worte!

Tramgeleise Detail

nochmals ein Detail

ok es ist wirklich krumm und schief...

Stadtpark Brunnen, wirklich schön

ja ebe!!!

Montag, 24. September 2012

An einem seidenen Faden...


„Du Bibi, Targia schwankt wie betrunken und läuft ganz schlecht! Auch hat sie ganz braun uriniert!“ Mit dieser Hiobsbotschaft kommt Robi von einem ganz kurzen Spaziergang zurück. Wir stehen an einem wunderschönen Platz am Waldrand, die Ruhe und Stille ist richtig spürbar und haben die ruhige Nacht nach dem Lärm in Kiev genossen.
Aber so können wir nicht weiter. Rasch packen wir zusammen und fahren los – wieder Kiev zu. Wie wir die Adresse einer Tierklinik im i-phone raussuchen wollen ist ausgerechnet das Guthaben zu Ende! So telefonieren wir kurz mit Dan in der Schweiz und er SMSlet die Adressen durch. Noch vor Kiev können wir die Adresse eingeben und werden per GPS gelotst.
Doch bei der angegebenen Adresse ist ein Optikerladen, keiner weiss etwas von einer Tierklinik. Auf der Strasse spreche ich einen jüngeren Mann mit Kleinkind an, ich hatte den Eindruck, dass er englisch könnte.
Tatsächlich antwortet er uns auf englisch, er würde uns gerne behilflich sein, wir sollen mit ihm kommen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Therapiezentrum (für Menschen). Es stellt sich heraus, dass unser Helfer ein profesioneller Übersetzer für Englisch ist; besser hätten wir es nicht treffen können.
Beim Empfang fragt er die Damen nach der Tierklinik, doch wir sehen nur Köpfe schütteln. So greift er sich das Telefon und ruft in der Klinik an. Tatsächlich sind sie umgezogen, ein paar Häuserblocks weiter. Er spricht mit dem diensthabenden Tierarzt und fragt mich über die Beschwerden von Targia aus und gibt dies auf ukrainisch weiter.
Leider, so sagt er, könne er uns nicht begleiten, aber wir dürfen ihm jederzeit anrufen!
Rasch verabschieden wir uns und fahren zur Klinik, die in einem bescheidenen Haus untergebracht ist.
Wir werden schon erwartet. Der Tierarzt telefoniert – mit unserem Professor für Englisch. In den nächsten Minuten wandert das Telefon hin und her, bis alles übersetzt und geklärt ist.
Targia wird Blut abgenommen, eine Infusion angelegt. Dann darf sie sich im Behandlungsraum auf ein Hundesofa legen. In den nächsten Stunden kriegt sie diverse Infusionen und Spritzen. Das Ergebnis der Blutuntersuchung ist nach knapp 2 Stunden da und bestätigt die Befürchtungen des Tierarztes. Targia hat eine Piroplasmosis babesiosis, verursacht durch einen Zeckenbiss.
Ohne die sofortige Therapie wäre sie gestorben....
Während drei Nachmittagen fahren wir nun zur Klinik. Am dritten Tag läuft Targia schon munter rein und will sich gleich auf das Sofa legen!
Uns wird die Zeit nicht lang. Immer läuft etwas. Die Hunde schnüffeln neugierig durch alle Räume, manchmal werden gleich zwei im selben Raum behandelt, es wird geschwatzt und erklärt, auch die Einheimischen werden mit ihren Anliegen ernst genommen, selbst wenn der Fifi mit Hosen und Leibchen auf dem Tisch steht! Die Tierbesitzer (Patientensprecher) sind dem Arzt gleichgestellt und so wird rege diskutiert. Die Atmosphäre ist entspannt und freundlich.

Den Tierärzten  von der Alden Vet Klinik können wir ein grosses Kränzli winden! Professionell, kompetent und rasch haben sie geholfen.
Auch unserem Übersetzer, der uns selbstlos und unkompliziert zur Seite gestanden hat,
gebührt unser Dank, für uns überhaupt nicht selbstverständlich.







Wir sind glücklich, dass Targia noch eine Weile bei uns ist !

Grandpa – oak


Im kleinen Dorf Stuzhitsa erleben wir eine grosse Überraschung.

Voller Staunen stehen wir vor der gigantischen gesunden Eiche!
Es braucht sieben Leute, um den Stamm zu umfassen, sein Stammumfang beträgt mehr als 9 Meter!
Seine himmelwärts strebenden Äste erreichen 30Meter.
Die Krone breitet sich auf 20x25 Metern aus.
Aus seinem Stamm könnte man  74m3 Holz gewinnen.
Und das Alter des Baumes wird auf rund 950 Jahre geschätzt.
Das ist ja beinahe eine Ewigkeit!
Um solch einen Methusalem ranken sich die Legenden.
Wie ist er gewachsen?

Eine Geschichte erzählt von einem Wildschwein, das mit einem Schössling in der Schnauze gewandert ist und am Ort, wo es sich nieder gelassen hat, wuchs der Baum.

Eine andere erzählt von einer Katastrophe. Der kleine Ort wurde von einer Choleraepidemie heimgesucht – und nur ein Mann überlebte. Als Dankbarkeit pflanzte er eine junge Eiche.

Auch 1893, als die Kirche in der Nähe gebaut wurde, ist der Baum vom Fällen verschont geblieben, wird bis heute von den Dorfbewohnern verehrt und liebevoll Grandpa- oak genannt.






Was könnte diese Eiche uns wohl alles erzählen?

Donnerstag, 20. September 2012

Museum und gelebte Wirklichkeit


Das Freilichtmuseum in Uzhhorod ist liebevoll und hübsch gestaltet. Der Miniatur „Ballenberg“ in der Ukraine. Rund 20 Gebäude und eine kleine Holzkirche sind authentisch wieder aufgebaut worden und mit den entsprechenden Möbeln, Geschirr, Geräten und Kleidern ausgestattet. Die Häuser bestehen aus einem beheizten (Holzofen) Wohn / Schlafraum zwischen 18 und 20m2, einem Eingangsbereich 4 bis 8m2, einem Kleider / Vorrats / Geräteraum von ca. 10 bis 12m2. Sehr sehr schlichte und einfache Wohnverhältnisse, im Museum wie auch im Dorf. 
Doch die meisten der ausgestellten Häuser haben wir am nächsten Reisetag in einem Dorf (die Fotos sind alle von diesem Dorf) in den Karpaten gesehen; bewohnt, genutzt  und voller Leben. Auch junge Familien haben wir vor den Häusern bemerkt, die Kinder haben gespielt,  Hühner, Gänse, Katzen und Hunde bevölkerten die umzäunten Gärten. Bei den meisten Gebäuden steht auch der Ziehbrunnen im Garten. Museale Wirklichkeit – oder Wirklichkeit mit Museumswert?

 Wohnhaus mit Hundehütte und Satellitenantenne

Museumshaus

Heustock im Dorf, daneben das WC Häuschen

Heustock im Museum

Haus im Dorf

Haus im Museum

Die Dorfschule

Das Schulhausinnere im Museum

Ziehbrunnen im Dorf

Brunnen im Museum

Stube/ Schlafraum mit Wiege, Tisch mit Teller- Vertiefungen

Holzkirche im Museum

Hof mit Zaun im Dorf

Zaun im Museum


Ein wahres „Museum“ ist auch das Restaurant gleich neben dem Mittelpunkt von Europa. Ja, auch die Ukrainer sind überzeugt, bei ihnen liege der exakt korrekt gemessene Mittelpunkt für Europa! Dies wurde durch Professoren aus Wien und Budapest bestätigt! So ist dieser Mittelpunkt ein touristischer Treffpunkt und das Beizli findet genügend Beachtung. Die Sammlung ist wirklich sehenswert!


am Mittelpunkt von Europa

Die Inschrifttafel

Das Restaurant mit den hunderten von Sammlerobjekten

Ein Ausschnitt der Sammlerobjekten im Innern