Unsere Reiseroute (blogabond)

Sonntag, 28. Oktober 2012

Warszawa die beschützte Stadt


Vor langer, langer Zeit schwamm einst eine Meerjungfrau die Wisla herauf und ruhte sich auf einer Sandbank, nahe der heutigen Altstadt aus. Sie fand den Platz wunderschön und beschloss,  sich nieder zu lassen. Fischer vom nahen Dorf bemerkten, dass Wellen schlugen, die Netze sich verhedderten und sie dadurch keine Fische mehr fingen.  Der erste Gedanke: wer ist der Missetäter? Den müssen wir fangen!  Der Gesang der Meerjungfrau aber zog sie in ihrem Bann – was konnten sie anders, als sie zu lieben und so hatte sie die Herzen der einfachen Fischer erobert.
Eines Tages bemerkte ein reicher Kaufmann die schöne Meerjungfrau, fing sie ein und sperrte sie in einen Käfig.
Zum Glück hörte ein junger Fischer ihr Klagen und befreite die Meerjungfrau aus ihrer Not. Als Dank beschützt sie seither mit ihrem Schwert und ihrem Schild die Fischersleute und die ganze Stadt.

Schon längst ist Warszawa kein Fischerdorf mehr. Auf uns wirkt Warszawa sehr europäisch. Mehr Gedränge und Gehetze, weniger beschauliches Lachen.
Natürlich flanieren auch die Warschauer gerne durch ihre schöne Altstadt.
Ende des 2. Weltkrieges wurde Warszawa komplett zerstört. In den folgenden Jahren wurde die Altstadt nach vorhandenen Plänen und Fotos originalgetreu wieder aufgebaut.



Auch der Kulturpalast, als Geschenk von Stalin an das polnische Volk gebaut, stammt aus der Nachkriegszeit. Bequem lassen wir uns per Lift in den 30. Stock bringen und bestaunen die Aussicht vom höchsten Gebäude der Stadt.


















Besonders beeindruckt hat uns auch der grosszügig angelegte Lazienki Park. Ein wirklich sehenswerter, wunderschöner Park mit alten Bäumen, Seen, Bachläufen, und romantischen Brücken. Mitten in einem See thront das Schloss der ehemaligen Könige, ja die liessen es sich gut gehen...











Die EM ist noch immer präsent unter anderem mit den Begrüssungs Meerjungfrauen, und dem für die EM gebauten Stadion.

Auf unserer Reise treffen wir immer wieder auf Hochzeitspaare.
Auch diesem Paar wünschen wir von Herzen viel Glück!


















Mittwoch, 24. Oktober 2012

Herbstreise durch Süd - Polen


unterwegs in den Polnischen Karpaten

Die Holzkirche in Debno wurde 1490 gebaut

typische Karpatengegend, die Zersiedelung ist enorm

Der Skispringer Nachwuchs übt fleissig auf der grossen Schanze in Zakopane

Die alten Holzhäuser in Zakopane wurden alle im gleichen Stil gebaut

Blick auf die hohe Tatra

Der Einstieg (380 Stufen) in die Salzmine von Wieliczka

durch kilometerlange, mit Holz abgestützte Stollen sind wir gewandert

Eine der riesigen Kammern, hier die Kinga Kathedrale,
 reich mit Skulpturen und Reliefs aus Salzstein verziert,
die Leuchten sind aus Salzkristallen gefertigt 

Kunstvolle Abstützung der riesigen Abbaukammer

Willkommen in Krakow
von einem solchen Schild träumen die Motorradfahrer in Zürich

eines der schönen Altstadtbauten

Die Krakower lieben es, durch ihre schöne Altstadt zu flanieren

um sich anschliessend in einem der vielen Cafés zu stärken

im Fesselballon über der Stadt

Blick über die Stadt

Spiel mit Seifenblasen in einer Gasse

der originellste Taxifahrer von Krakow

das Zündholzfabrik- Museum in Czestochowa

gemeinsam mit einer polnischen Schulklasse besichtigen wir das Fabrik Museum
im Hintergrund das berühmte Logo

ein Teil der Produktionsstrasse von 1930
Zündhölzer auf der Trommel

Ein sehr engagierter Führer erklärte uns ausführlich den Prozess - auf polnisch
hier die Verpackung der Hölzer

Die Firma exportierte in alle Herren Länder
die riesige Kollektion der Zündholzschachtel Bilder ist ausgestellt

die imposante Burgruine in Ogrodzieniec
auf und mit weissem Kalkstein gebaut

Kunst der Natur

die Gegend heisst der polnische Jura

Montag, 22. Oktober 2012

Oskar Schindlers Fabrik und Auschwitz Birkenau Zwei Gedenkstätten aus dem 2. Weltkrieg


Wir stehen vor dem grossen Pult von Oskar Schindler und schauen uns in seinem ehemaligen Büro um. Hier hat er die berühmte Liste geschrieben, hat den Juden in ihrem Elend geholfen! Zum Glück gab es viele Leute wie ihn! (Steven Spielberg hat dies in einem brillanten Film „Schindler’s list“ umgesetzt)
Als Nazi ist er 1939 mit den Besatzern nach Krakow gekommen und hat eine Emaille Fabrik  übernommen. Da er für die Deutsche Besatzungsmacht kriegswichtiges Material herstellte ging es wirtschaftlich steil bergauf, zumal er jüdische Zwangsarbeiter beschäftigte.  Schindler genoss als Lieferant der Nazis alle Privilegien und gehörte der verwöhnten Oberschicht an.
Zunehmend stiess ihn der brutale und Menschen verachtende Umgang der Nazis gegen die Juden ab. So begann er, „seine“ Mitarbeiter vor der SS zu schützen. Er ging soweit, dass er Kinder oder Akademiker als Metallarbeiter ausgab, erwirkte, dass er ein internes Lager auf dem Fabrikareal für seine Mitarbeiter errichten konnte, wo die SS keinen Zugang hatten.  Die SS hatte keinen Zutritt ins Fabrikareal, weil Kriegsmaterial produziert wurde.  Auch beschaffte er für „seine“ Juden Lebensmittel. Gegen Ende des Krieges, als auch seine Mitarbeiter nach Auschwitz geschafft wurden, gelang es ihm, sie wieder aus dem KZ zu befreien! Es war die einzige grössere Gruppe, die während das Vernichtungslager in Betrieb war, das Lager lebend verlassen konnten! So bewahrte er über 1100 Juden vor dem sicheren Tod!
Nach dem Krieg war Oskar Schindler geschäftlich nie mehr erfolgreich und lebte verarmt in einer kleinen Wohnung in Deutschland. Doch „seine“ Juden haben ihn nicht vergessen und  luden ihn nach Israel ein. Während Jahren pendelte er zwischen Deutschland und Israel hin und her, immer willkommen bei den „Schindler Juden“!
Seine Fabrik ist heute ein Museum mit einer wirklich sehenswerten und ansprechenden Ausstellung mit fundierten Informationen.

Oskar Schindler mit Pferd
Gedenktafel



Eingang zu Schindler's Fabrik


Ghetto- Eingangsbeschriftung
Befehl an die Juden










Bau der Ghetto- Mauer


Eingang zum KL Auschwitz Arbeit macht frei - wie zynisch!
In Ausschwitz Birkenau werden wir von einer deutschsprachigen Führerin empfangen.
Wir sind völlig erschlagen von der Grösse der Anlage!
Unfassbar grauenhaft, was hier geschehen ist! Beklemmend, all die Schuhe, Haare, Koffer  und viele Fotos der Deportierten zu sehen.

Per Bahn wurden sie aus ganz Europa hergebracht, bis 2500km, zusammengepfercht in „Viehwagen“. Kaum waren sie auf der Rampe ausgestiegen, wurden sie sortiert. Die meisten der Ankommenden wurden gleich umgebracht, Frauen, Kinder, ältere und Kranke Menschen; die Minderheit ins Lager aufgenommen, registriert, nummeriert, fotografiert und zur Zwangsarbeit verurteilt, wo sie nach kurzer Zeit auch starben, aus Hunger, Krankheit, Kummer..... Die Fotos an den Wänden dokumentieren, dass das durchschnittliche Überleben im Lager 2 bis 3 Monate war; einfach grässlich.
Das Lager wurde immer mehr ausgebaut. In der Eile stellte man Holzbaracken (ehemalige Pferdeställe für 52 Tiere) auf, worin dann rund 400 Menschen in grosser Enge hausen mussten. Latrinen und Waschräume gab es viel zu wenige,  die Eingesperrten wurden gequält, schikaniert und gedemütigt, ihrer Würde beraubt, wirklich menschenverachtend, arrogant!



elektrisch geladene Stacheldrähte
als Begrenzung des KL
aus ganz Europa wurden Menschen
nach Auschwitz Birkenau deportiert











von den Besitzern
angeschriebene Koffer
den Menschen abgenommene Schuhe...



durchschnittliche Überlebensdauer
im Lager



registrierte Gefangene







von einem ehemaligen Gefangenen gezeichnet





















Eingangstor Birkenau von Innen

Die angekommenen Menschen werden
auf der Rampe von SS Leuten selektiert

Frauen und Kinder auf dem Weg in die Gaskammer

Ein riesiges Areal

Die Kamine markieren die Standorte der Holzbaracken
im Hintergrund ein Steinhaus

Betten auf 3 Etagen im Innern

eine Gruppe Jüdischer Besucher




Offiziell 1,1 Millionen, geschätzt könnten es bis zu 1,5 Millionen Menschen gewesen sein, die hier während dem zweiten Weltkrieg umgebracht worden sind!
Sichtlich bedrückt wandern die vielen Besucher durch die Anlage.