Unsere Reiseroute (blogabond)

Freitag, 28. Dezember 2012

Ein Blick ins gri-gri

beim Packen...
früh übt sich, wer ein guter
gri-gri Fahrer werden will...
erstes Familien- Picknick

Seid knapp 11 Monaten sind wir mit unserem gri-gri unterwegs. Zeit, um Euch unseren Glücksbringer näher vorzustellen.





platzsparendes Versorgen
unsere praktische Haushaltschublade



Es lebt sich vorzüglich in unserem mobilen Heim! Der Haushalt ist unkompliziert und im Handumdrehen zu erledigen. Dabei leistet unser kleiner Dyson Staubsauger, den ich erst als Spielzeug ausgelacht habe, super Dienste! In allen Ecken und Ritzen lässt er den Staub und Dreck verschwinden und täglich vakumieren wir unser Bettzeug, damit alles in der Schublade Platz findet.
im Topf haben wir Platz!
Mit einem Griff hole ich Vorräte, Faden, Leim, Topflappen oder Folie aus der „Haushaltschublade“!

Kochherd, Ofen, Kühlschrank, alles da
wie sollen wir diese
Riesensteaks bruzzeln?
Die Küche ist klein, aber oho! Einzig die Grösse unserer Bratpfanne stellt uns bei den riesigen Steaks der Ostländer vor eine (lösbare) Aufgabe! Der Küchenbursche Robi sitzt, mit dem Messer in der Hand, direkt neben mir und schnippelt, schält und rüstet voller Freude alles was wir zum feinen Kochen brauchen! Ein Hüftschwung und das Gemüse schmort schon in der Pfanne! 

der Aussengrill im Einsatz


Auf dem Aussengrill, mit Gasanschluss und Oberhitze haben wir manches super Steak gegrillt, ein geniales Konzept!
Auch der Weinkeller ist in Griffnähe. Nach unseren Plänen wurde dieses super Modell hergestellt – und Robi hat es, zusammengekrümmt in der Dusche, montiert!


Plan vom "Weinkeller"














Dank dem Werkzeugkoffer mit allerlei Nötigem und dem sehr nützlichen Handbohrer konnten wir noch diverse andere Details lösen.
Kleine Malheurs passieren immer wieder! Zum Beispiel gingen die Schubladengriffe kaputt –und wir mitten im Nationalpark! So schraubte Robi flugs Winkel vor die Schublade, um diese provisorisch zu befestigen!
die Werkstatt ist offen...
und die Schublade provisorisch
fixiert











Die Wasserversorgung mit Filteranlage und Pumpe  sowie Boiler funktioniert hervorragend und für uns ist es purer Luxus, heisses Wasser ab Hahn zum duschen, abwaschen und mehr zu haben. Um den Wassertank mit möglichst wenig Aufwand zu füllen werden auch unkonventionelle Lösungen angewandt.
unser Technikraum

hervorragendes Wasser







der abgeänderte, ideale
Trichter
noch effizienter


Boua-Boua kann nicht
nur kochen..





Das Bett ist wirklich komfortabel und bietet Platz „natürlich“ für uns beide!
Die E- Books sind griffbereit neben dem Bett. Unsere gri-gri’s von Euch thronen in den grünen Stoffkisten und begleiten uns auf unserem Weg!
Lobend hervorheben möchten wir unser WC. Wie ist es doch herrlich unkompliziert in einer Grossstadt auf dem Parkplatz schnell das saubere gri-gri WC zu benützen, dann kann der Städtebummel losgehen! Einfach toll!
Targia nächtigt auf dem Vordersitz oder bei grosser Kälte warm eingepackt zwischen Küche und Dusche.


unser komfortables Bett





Ehrenplatz für die Glücksbringer









ein Platz für eine Prinzessin


warm eingepackt im Winter















Dank dem Allrad fanden wir die wunderschönsten Plätze zum Campieren. Genauso unbesorgt konnten wir abseits der Strasse abenteuerliche Routen wählen und befahren. Und als wir doch mal eingeschlammt waren, mit Hilfe der Sandbleche waren wir im Nu wieder auf sicherem Terrain!


















die neue, von uns gefahrene Strasse
erscheint im GPS









Ein wahrer Luxus ist unsere „Handpresso“! Dank  „pümpelen“ können wir jederzeit in freier  Natur einen feinen Kaffee geniessen!
Bei Regen sind wir schon zu mehreren im gri-gri gesessen und haben, dank unserem Pad Einkauf, Kaffee getrunken! Auch Robin und Larry,  zwei Radfahrer aus England waren hell begeistert!











Unser „Büro“ kann sich sehen lassen! Inzwischen haben wir zwei Mac’s, I-phone, BGAN und dank dem portablem Drucker können wir Fotos, Flugtickets oder wichtige Dokumente selbst ausdrucken!










Zuverlässig hat uns das gri-gri bisher 27’131 Kilometer durch  17 Länder geführt und dabei 4037 lt Diesel „getrunken“. Für den nötigen Service am Auto durften wir auch mal in einer „Plüschhöhle“ übernachten!
Die einmalige Ausnahme in L'viv
zwischen zwei organisierten
Campergruppen.
die Plüschhöhle 












Und wenn wir bei warmen Wetter draussen im Schatten sitzen können, mit Gästen plaudern, ist die Welt besonders  in Ordnung!




Jetzt im Winter sind wir glücklich über die steuerbare Standheizung, die wir in Polen ins gri-gri einbauen liessen. So lässt sich auch bei grösserer Kälte gut leben.











Im Moment haben wir das mobile Haus mit dem Hotel Athena in Viimsi eingetauscht. Heute Abend trifft unser erster Besuch in Estland ein!
Den Silvester werden wir mit Aline, Dan, Saskia, Lucile und René feiern! Wir freuen uns riesig darauf und werden den Jahreswechsel im Kreis der Familie geniessen!














auch ein Traum- Mobil mit super Einstiegsleiter
































Samstag, 22. Dezember 2012

Festtagsgrüsse






Die Ruhe der Winterlandschaft lässt schon wieder das Erwachen erahnen. Voller Leben
und Farben wird der Frühling uns begrüssen! So wie der Fluss munter sprudeln wird,
 werden auch wir weiterreisen, uns bewegen, uns verändern, uns voller Neugierde 
und offenem Herzen dem Unbekannten stellen
 –  und voller Freude Euch darüber berichten!

Euch allen wünschen wir frohe Festtage, ein glückliches neues Jahr, voller
Überraschungen, Gesundheit, Zufriedenheit und viel Freude!

Herzliche Grüsse aus Tallinn          Heidi & Robi

Samstag, 15. Dezember 2012

Estnische Weihnachtsgeschichten


Auf der Köstriaseme Farm erzählt uns die Hausfrau mit Stolz, dass Ihr Ehemann endlich, nach jahrelangem Verkauf von Kartoffeln und Schnaps, in der Lage ist, die hohe Summe von 300 Silbertalern zu bezahlen und den Hof zu kaufen und sich so von den erdrückenden Steuern zu entlasten! Weihnachten 1895 wird mit Freude und Zuversicht gefeiert!

Auf der Pulga Farm erfahren wir Neuigkeiten von Verwandten, die seit 1880 weit weg in Russland leben. Da wird Weihnacht wie üblich gefeiert mit frischem Stroh auf dem Boden, verschiedenen Spielen und einem grossen Schmaus!

hübscher Baumschmuck
 aus Stroh
Hoch her geht es auf der Nuki Farm! Die Bewohner haben Deutsche Häuser während der Revolution von 1905 geplündert und schauen sich nun voller Neugierde die Beute an!

Die Hausherrin auf der Aarte Farm lebt an der Nordküste von Estland. Die hiesigen Fischer sind nahe an Finnland. Mit ihren leichten Booten schmuggeln sie Schnaps nach Finnland, der dort in dieser Zeit verboten war, ein blühendes, aber gefährliches Geschäft. Sie ist froh, ihren Sohn an Weihnachten 1922 wieder wohlbehalten zurück zu haben.





Die alten Häuser sind ohne Kamin
der Rauch entweicht durch die Türe

Weihnachtsspiele im Stroh



Sie erklärt dem Jungen, wie sie
Würste herstellt
zufrieden wird die Beute begutachtet

die Festtafel
mit Schweinskopf

probieren geht über studieren


Handmühle
vor dem Speicher


Im Härjapea Haus, einem Holzhaus von 1930 wird fleissig „Piparkook“ gebacken, einem feinem süssen Gingerbrot, dass wir gleich versuchen dürfen. Derweil wird fleissig getratscht und für den Weihnachtsbaum Schmuck gebastelt.
Der Hausherr ist ein Veteran vom Estnischen Unabhängigkeitskrieg und erhielt in den 1920ern sein Land zurück.










vor der Schule


Die Lehrerinnen in der Kuie Schule sind sehr angespannt.
Sie müssen mit der neuen Wirklichkeit klarkommen und ihre Schüler ab sofort in Russisch und Kyrillisch unterrichten! Doch die schönen Weihnachtslieder, begleitet auf dem Harmonium werden in Estnisch gesungen...  O Jöulupuu!
 











Auf der Sepa Farm ist eine Diskussion im Gange. Die Enkelin ist voll des Lobes, Estland ist unabhängig, nach Finnland zu reisen kein Problem. Doch die Mutter hat Angst, dass sie die Verwandten in Russland nicht besuchen darf...

ein Dorfladen wie aus dem Bilderbuch
ein Griff...







In schönstem Estnisch, begleitet mit Mimik und Gestik werden uns diese Geschichten im Freilichtmuseum vorgespielt.
Sie veranschaulichen,  wie wechselhaft die Geschichte Estlands war. Kaum hatte sich das kleine Land von einem Besetzer befreit, stand der nächste wieder vor der Türe und kommandierte für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte.
Das prägt! Die Esten sind sehr nationalbewusst und lieben ihre melodiöse, vokalreiche Sprache. Jeweils im Sommer veranstalten sie ein grosses Sängerfest mit Gesang, Tanz und natürlich reichhaltigem Essen und viel Alkohol.

Das heutige Estland, nach 21 Jahren Unabhängigkeit, präsentiert sich als moderner Kleinstaat mit EU Mitgliedschaft und Euro als Landeswährung. Die Esten fühlen sich, auch bedingt durch die ähnliche Sprache, dem nördlichen Nachbarn, den Finnen näher wie den südlichen Nachbarn, den Balten.

Das Internet ist allgegenwärtig, ein kostenloses WIFI garantiert. Schon kleine Knirpse sprechen uns auf Englisch an! Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Kinder auf den Computer fixiert sind, wir hören Klagen von Eltern,  dass es SEHR schwierig sei, die Kinder vom Computer wegzulocken, sie zu Aktivitäten draussen zu animieren....
Und in der Tat, viele Kinder sehen blass aus.
Weihnachten wird auch heute traditionell mit der Familie gefeiert, am liebsten im Sommerhäuschen auf einer kleinen Insel. Draussen wird Fleisch auf dem Grill gebraten, drinnen wird gefeiert, geschwatzt und gesungen – und natürlich fehlen auch die Geschenke nicht.
Die öffentliche Weihnachtsdekoration auf den Strassen ist noch bescheiden, die Einkaufszentren sind dezent geschmückt.
Die wirtschaftliche Krise hat auch vor Estland nicht Halt gemacht. Die Treibstoffpreise sind enorm, die Lebenshaltungskosten, verglichen zu den bescheidenen Löhnen auch, für die meisten Esten ist eisernes Sparen angesagt.
Die Strassen sind rund um die Hauptstadt sind recht gut ausgebaut, im Moment bewegen sich noch sehr wenige Fahrzeuge auf diesen Verkehrsadern. Stau ist für die Esten, auch im Feierabendverkehr, ein Fremdwort. Das Fahrverhalten ist sehr diszipliniert. Kaum nähert sich ein Fussgänger dem Strassenrand, wird vorsorglich angehalten, um ihm das Überqueren der Strasse zu ermöglichen.

Das Meer im Winterkleid. Eiszapfen am Strand begleiten unseren täglichen Spaziergang.