Unsere Reiseroute (blogabond)

Mittwoch, 23. Januar 2013

Reise ins Weiss






Bevor wir Richtung Norden nach Finnland fahren, schauen wir uns Helsinki an.
Beeindruckend ist das kleine, aber feine und interessante Aquarium im Sealife. Durch einen Tunnel kann man unter den Haien durch spazieren und die Rochen schweben über dem Kopf vorbei, Fische, Quallen, niedliche Seepferde wir können alle Tiere aus nächster Nähe beobachten.

Tiefverschneite Wälder ziehen an uns vorbei. Zum Glück hat es praktisch keinen Verkehr, denn die Fahrbahn ist völlig vereist! Wäre schon toll, einen Elch zu sehen – aber nicht jetzt; direkt vor dem gri-gri! Schnell zu bremsen ist ein Ding der Unmöglichkeit! Die Abzweigungen verpassen wir oft. Da der Bremsweg vom Erscheinen des Wegweisers bis zur Ausfahrt einfach nicht reicht ohne ABS und Spikes.  Aber wir drehen lieber einmal mehr um, wie zu viel zu riskieren! Der Gripp der Reifen ist auf dem Eis bei diesen Minustemperaturen erstaunlich gut, auch die Kurven meistert das gri-gri souverän.

Während rund 1750km  von Helsinki über Tornio nach Stockholm um den Bottnischen Meerbusen von Finnland nach Schweden bleibt sich die Landschaft sehr ähnlich. Wälder wechseln sich mit zugefrorenen Seen und Flüssen  sowie dem Meer ab. Eine Symphonie in Weiss! Der Baustil in den Dörfern gleicht sich auch. Das Thermometer fällt bis auf -25°. Beim Aussteigen sticht die Kälte auf den Wangen! Targia führen wir nur ganz kurz ins Freie! Trotzdem sich die Sonne kaum zeigt ist es überraschend hell. Der Himmel kann alle Farben annehmen, von gelb bis lila! Ein Farbenspiel der Natur! Zum Glück können wir dies vom geheizten gri-gri aus beobachten. Für die Nächte haben wir  gemütliche Hotelzimmer gebucht.

Schon vor Jahrhunderten passten sich die Bewohner des Nordens den klimatischen Gegebenheiten an. So wurden um die Kirchen sogenannte Kirchendörfer erstellt. In Gammelstad  sind dies 400 Holzhäuser. Sie dienten den Kirchgängern, die von weit her kamen oder der Weg zu beschwerlich war, als Übernachtungsgelegenheit. Bestimmt war das gesellige Zusammensein ebenso wichtig, wie der Kirchgang! Noch heute sind viele der hübschen Holzhäuser bewohnt.

Einmal landen wir auf einer kleinen Halbinsel. Eine gekennzeichnete Strasse führt über das Meer zur nächsten Insel! Schon ein eigenartiges Gefühl, auf dem Meer zu stehen und zu fahren!
In Lulea ist gar eine Strasse auf dem Meer für die Schlittschuhläufer vom Schnee geräumt. Ganz genau sieht man die Risse und Einschlüsse im Eis! Die Farbe ist beinahe schwarz. Ein sehr ungewohnter Anblick!

Jeder Tag hält für uns eine Überraschung bereit. Mal ist es eine Renntierherde, die vor uns her trabt, mal eine imposante Brücke, ein schöner Ausblick in die Ferne, ein halb zugefrorener Hafen und immer wieder die Farbspiele am Himmel, wenn am Nachmittag die Sonne untergeht.

Felsenkirche in Helsinki

Sibelius Denkmal


am Seeufer in Helsinki
im Sealife
der Hai zieht seine Runden



neugieriges Seepferdchen

vereiste Strassen, normal in Finnland und Schweden

Winter pur

Schiff auf dem Eis

hübsches, typisches Dorf

der Schnee als weisse Decke

Farbenspiel am Nachmittag

wir reisen mit eigenem Teppich
Komfort für uns, um Targias
Stöckelschuhkrallen zu dämpfen

alle hängen am Strom
um die Fahrerkabine zu
heizen und Scheiben
eisfrei zu halten

kalter Norden

mit dem gri-gri auf dem zugefrorenen Meer

....ebe, über's Meer!
Holzhäuser im Kirchendorf Gammelstad


Eisbahn und Spazierwege auf dem Meer

Risse im dunklen Eis
Renntierherde trabt vor uns her

architektonisch schöne Brücke


zugefrorener Hafen, das Meer ist eisfrei

Freitag, 11. Januar 2013

Wir schauen in die Zukunft!


Aus einem sehr erfreulichen Grund passen wir unsere Reisepläne an!
Aline & Dan erwarten ihr zweites Kind und wir werden nochmals Grosseltern! Aline, Dan, Saskia und das Baby freuen sich, dass wir in die Schweiz kommen, um sie die ersten paar Wochen zu unterstützen. Genauso freuen sich Lucile, René, Julien, Nathaniel und Lindsay, dass Boua-Boua und Grossdäddy zum Erzählen, Spielen und Ausgehen da sein werden!

Auch freuen wir uns, Nana und unsere restliche Familie zu sehen.

Natürlich werden wir neben unserem Engagement für die Familie genügend Zeit finden, um mit Euch liebe Freunde für einen gemütlichen Schwatz zusammen zu sitzen um ausgiebig Neuigkeiten auszutauschen!


Robi kann es nicht erwarten- und bringt den Glücksbringer gleich mit in die Schweiz!

Am Sonntag verlassen wir die schöne Stadt Tallinn. Per Fähre geht es nach Helsinki. Anschliessend werden wir durch die finnische Seenplatte nach Oulu um den Bottnischen Meerbusen nach Schweden fahren. Dann geht es südwärts Richtung Stockholm. Soweit unsere Pläne für die nächsten Wochen.

Tallinn sympathische Hauptstadt der Gegensätze














Es ist dunkel in der Schenke, Kerzen erhellen die Gesichter der Gäste, die sich am Festessen gütlich tun. Zuvorkommend eilt der Knappe, beladen mit Schüsseln und Töpfen herbei, tischt auf, was die Küche hergibt! Sanfte mittelalterliche Klänge umschmeicheln das Ohr.
Gemütlich sitzen wir im mittelalterlichen Restaurant Olde Hansa – und fühlen uns Jahrhunderte zurückversetzt!

Stilvolles Lavabo



Nur wenige Schritte entfernt empfängt uns das moderne Rotermann Viertel. Aus alten Ruinen wurde sehr geschickt ein neuer Stadtteil gebaut mit vielen interessanten Details und kühnen Ideen. Die alte Bausubstanz wurde mit neuen Bauten ergänzt und zu einem städtebaulich hervorragenden Ganzen verbunden.
Wiederum eine ganz andere Optik zeigt das Lasnamäe Viertel. Eine riesige Plattenbausiedlung breitet sich vor unseren Augen aus. Einige der Gebäude sind schön renoviert, ein grosser Teil aber noch immer in sehr bescheidenem Ausbaustandard.
In diesem Viertel leben rund 112'000 Menschen.



Diese Kombination alt/neu
konnten wir im Architekturmuseum
als Modell anschauen

Erweiterung einer alten
Fabrik









Das estnische Open Air Museum zeigt die traditionellen Gebäude mit der gesamten Einrichtung. Das Wasserfahrzeugmuseum besticht durch seine moderne Aufmachung mit Computeranimationen, Spielmöglichkeiten und Informationspunkten.
Dieses alte Haus wird noch bewohnt
Traditionelles, estnisches Holzhaus





Blick ins Wasserfahrzeugmuseum mit U- Boot

antiker Eissegler


Immer wieder überrascht uns Tallinn! Neu und alt als Mix, Gegensatz, Ergänzung, vielseitig und interessant.

Vom klirrend kalten Wintermärchen (bis -14°) bis hin zum Pflotsch bei 4°, auch das ist Tallinn!
Fasziniert hat uns auch das Meer mit seinen verschiedenen Gesichtern. Jeden Tag war das Licht, die Eisbildung am Strand wieder anders.

an derselben Stelle
Spaziergang auf dem Meer
in der Mittagssonne
im kalten Winterlicht

Ausserhalb von Tallinn entstehen neue Quartiere. Die Häuser werden mitten zwischen die Bäume gebaut. Es ist schön zu sehen, dass kein Baum Verletzungen hat, also die Bauten sehr sorgfältig und baumschonend erstellt werden. Diese Bauweise (zwischen die Bäume) haben wir auch bei älteren Quartieren, aber auch in den Dörfern beobachtet.
Die Bäume schützen die Häuser und ihre Bewohner vor den meist starken Winden und Schneeverwehungen.


ein neues Quartier in den Bäumen
alte und neue Häuser in den Bäumen

altes Holzhaus
Eine weitere, sehr gelungene Verbindung von alt und neu ist der zwischen 1975 und 1980 von den Russen erbaute Teletorn. Nach der Renovierung zwischen 2010 -2012 zeigt er sich in futuristischem Design. In der ansprechenden Ausstellung kann man sich verweilen und in 170m Höhe Tallinn aus der Vogelperspektive bestaunen. 



Blick auf 170 Meter freier Fall

Aussicht auf die Stadt vom Teletorn



Unsere Besucher waren sich einig: Tallinn ist definitiv eine Reise wert! Soviel zu sehen auf kleinstem Raum – und auch kulinarisch wurden sie verwöhnt. Sichtlich rundum zufrieden reisen sie wieder ab.
Doch zum Abschied legen sie uns ans Herz: Nicht wahr, für nächsten Silvester sucht ihr Euch einen warmen Platz aus!!!!!