Unsere Reiseroute (blogabond)

Dienstag, 29. Oktober 2013

Cisterna Basilica oder Yerebatan Sarnici und die Hagia Sofia


Vielstimmiges Gemurmel und leise Musik dringen an unsere Ohren, als wir die Treppe zur Cisterna Basilika hinuntersteigen. Auf Stegen können wir über die Wasserfläche der Zisterne gehen und uns in Ruhe umschauen.
Gross, nein riesig ist das Wasserbecken; 138 Meter lang und 65 Meter breit und fasst 80'000 Kubikmeter Wasser.
Kaiser Justinian liess die Anlage zwischen 532 und 542 für den grossen Palast bauen.
Das qualitativ hochwertige Wasser wurde über einen 20km langen Aquädukt aus dem „Belgrader Wald“ hergeleitet.

Getragen wird das Gewölbe von 336 Säulen von 8 Metern Höhe. Die Säulen stammen aus über hundert anderen Gebäuden, sind sichtbar unterschiedlich in der Machart.
So gelangten auch die beiden Säulen mit den mächtigen, umgedrehten Medusenhäuptern als Basis, in die Zisterne.

In etlichen Filmen, wie in James Bond’s „Liebesgrüsse aus Moskau“ wurden Szenen in der Zisterne gedreht.











































Das Museum Hagia Sophia




Eingang zum heutigen Museum
Die Hagia Sophia, dieses monumentale Gebäude blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Gebaut wurde sie als Orthodoxe Kirche. Sie diente als pompöse Krönungskirche der byzantinischen Kaiser. Mit der Eroberung 1453 durch die Osmanen wurde sie Hauptmoschee und seit 1935 eröffnet sie als Museum den Besuchern die architektonische Wunderleistung der damaligen Zeit.
Die 56 Meter hohe Kuppel von 31 Metern Durchmesser ruht nur auf vier Pfeilern! Sie besticht auch durch die Vielfältigkeit der Materialien und die sorgfältigen Details und Abschlüsse. Auch die Christlichen Wandmosaike sind noch in intensiver Farbenpracht zu bewundern!
Einen Teil des Innenraumes ist mit einem hohen Gerüst versehen, die Restaurierung ist in vollem Gange. Trotzdem besuchen an diesem Regentag hunderte von Leuten  mit Begeisterung diesen geschichtsträchtigen Ort.






Die riesigen Kuppeln
mit den Islamischen Inschriften


Seitenschiff ausgestattet mit
verschiedenen Natursteinen


schön gearbeitete Details an einem Kapitell

Farbenprächtiges Mosaik
Jesus mit Kaiserin Zoe und Kaiser Konstantin
Mosaik
Jesus mit Maria und Johannes


Kirchen/Moschee/Museumsfenster

abwechslungsreiche Wandverkleidung

typischer Baustil



von Millionen Füssen abgenutzte Schelle!

Montag, 28. Oktober 2013

Eine Istanbuler Erfolgsgeschichte





Die Bautätigkeit ist auch bei unserem zweiten Besuch in Istanbul gewaltig!
Noch mehr Hochhäuser, weitere riesige Neubauquartiere sind entstanden.
Und noch immer sehen wir keine grossen Ansammlungen von Plastikverschlägen, Bretterbuden oder Notbehausungen, keinen Slumgürtel um die Stadt.
Das erstaunt umso mehr bei der Tatsache, dass in den letzten 40 Jahren die Anzahl der Istanbuler (inkl. Agglomeration) von 1,5 Millionen auf rund 22 Millionen angestiegen ist. Der grösste Teil der Zuwanderer kam aus dem armen Osten, da durch die Mechanisierung in der Landwirtschaft ein Grossteil der Arbeitsplätze verloren ging. Zu Beginn zimmerten sich die mittellosen Ankömmlinge behelfsmässige Unterkünfte, sogenannte Gecekondu’s, illegal und wild durcheinander. 1983 machten diese Wohnbehausungen in Istanbul mehr als die Hälfte  aller Wohnungen in Istanbul aus!
Bewältigt wurde dieses Problem mit einer flexibler Lösung aus staatlicher Schenkung und privater Initiative.
Den Bewohnern der Gecekondu’s wurde das Land, auf welchem die Hütte erbaut war, von der Regierung geschenkt.  Dies geschah meist im Zuge von Neuwahlen, so hat sich die Regierung die Unterstützung der armen Leute an der Urne gesichert. Als Grundstückbesitzer wurden die Slumbewohner dann plötzlich für die Baubranche interessant. Meist bot ein lokaler Bauunternehmer den Hüttenbesitzern an, auf ihrem Grundstück, statt der Hütte, ein Haus mit ungefähr sechs Wohnungen zu errichten. Nach Fertigstellung des Hauses erhielt der Besitzer des Landes zwei Wohnungen als Gegenwert, die anderen vier Wohnungen waren der Gewinn des Unternehmers.
Aus den bettelarmen Einwanderern vom Land waren so in relativ kurzer Zeit Wohnungsbesitzer geworden, die für sich eine neue, saubere Wohnung hatten und erst noch die zweite Wohnung vermieten oder Verwandten aus dem Dorf zur Verfügung stellen konnten!
Innert kurzer Zeit verschwanden so die hässlichen Slums und wichen konformen,  bescheidenen Wohnungen.

Dazu können wir ein interessantes und informatives Buch empfehlen von Jürgen Gottschlich: Türkei Ein Land jenseits der Klischees; Ch. Links Verlag, Berlin





Dienstag, 15. Oktober 2013

Ab an die Sonne!



Leises Plätschern dringt an mein Ohr, raschelnd streicht der Wind durch die Blätter vom alten Olivenbaum. Warm scheint die Sonne auf den feinen Sandstrand. Still ist es in der Bucht von Ayios Ioannis Loukas auf der Insel Thassos.


Jetzt in der Nebensaison haben wir die Bucht für uns ganz alleine! Paradiesisch schön!
Ein paar Bienen summen um unsere Köpfe, ganz in der Ferne hören wir die Ziegen meckern, ab und zu bellt ein Hund.





die Tabakpflanzen auf diesen kleinen
Feldern haben auffallend kleine Blätter
von Hand geerntet und zum Trocknen
aufgeschichtet
Ich schliesse die Augen und lasse die Bilder vorüberziehen.




Die Tabakernte auf den kleinen Feldern, die an der Strasse aufgereihten Bienenkästen, der Riesenschwarm Störche, der genau über unseren Köpfen ein absolut phantastisches Himmelsballett aufgeführt hat, das Kreischen der Möwen bei unserer Überfahrt auf die Insel Thassos. Unseren Ausflug ins Evros Delta mit den eleganten Flamingos, den fischenden Pelikanen, den springenden Fischen, den schmalen Reihern; unser junger Führer zeigt uns immer wieder die Richtung, in die wir schauen sollen! Flach ist die Landschaft, die Sicht geht weit über die Inseln, Seen und Lagunen, jetzt im Herbst dominieren die  Farben braun und rot.
































































































Spontan entschliessen wir uns, in Alexandroupolis auszugehen. Erwartungsvoll stehen wir an der Theke in einem typisch griechischen Beizli und suchen uns das Essen aus. Kostas preist mit Vergnügen die Herrlichkeiten an. Verhungern müssen wir mit Garantie nicht!
Nach einem rundum gemütlichen Abend kehren wir auf den Camping Municipale zurück. Ein riesiger Schreck fährt uns in die Glieder! Unsere Leiter und die Thermo- Abdeckung  ist weg! NEIN!!!!! Und dies von einem bewachten Campingplatz! Natürlich kommt uns gleich Frau Bachmann in den Sinn! 2012 wurde uns die Leiter in Rumänien gestohlen (siehe „Ein spezielles Geburtstagsgeschenk“ und „eine neue Klappleiter“)

Wir orientieren die Campingleitung, gemeinsam kämmen wir den Camping durch.
Welch eine Erleichterung, als Robi bei einem unbewohnten Wohnwagen die Leiter wieder findet! Vermutlich konnten die Diebe die Leiter nicht zusammenklappen, da unsere Leiter einen sehr speziellen Schliessmechanismus hat und geöffnet war sie zu sperrig und zu auffällig. Ein RIESEN Glück für uns! Die Abdeckung finden wir, auch am nächsten Tag bei Tageslicht, nicht wieder... Die Campingleitung bedauert den Vorfall enorm und wir sind  heilfroh, dass wir wenigstens die Leiter wieder haben! Die Abdeckung können wir leichter ersetzen...

Erleichtert öffne ich die Augen wieder und sehe unsere Leiter in der Sonne stehen....


















Montag, 7. Oktober 2013

Bulgarische Entdeckungen



Über die Giurgiu- Ruse Freundschaftsbrücke, einer kombinierten Eisenbahn / Strassenbrücke von 2,8km Länge, reisen wir in Bulgarien ein.
Die Traubenernte auf kleinen Feldern ist in vollem Gange.










in dieser Schlucht verbirgt sich die Felsenkirche

Der Balkon in über
30 Meter Höhe
Wie ein Schwalbennest klebt die Felsenkirche von Ivanovo im Fels, rund 30 Meter über  dem Boden. Zwischen dem 13. Bis 17. Jahrhundert wurden in diesen Felshöhlen gelebt und gewohnt.
Das Bild vom Abendmahl der Jünger Jesu wurde schon 150 Jahre vor Leonardo da Vincis berühmten Gemälde gemalt, auf diesem Fresko drehen die Jünger  teilweise dem Betrachter den Rücken zu was sehr ungewöhnlich ist.





Unser Weg von Nord nach Süd führt uns über Hügel und Berge, durch weite Täler und Schluchten und wieder über die nächste Bergkette.
Nur in Gradets, einem kleinen Dorf, sehen wir diese hübschen Holzhäuser, auf ein festes Steinfundament gebaut.





Nicht nur vom Sturm gepeitschter Regen begleitet uns auf unserem Weg durch Bulgarien, nein im Naturpark Sinite Kamani werden wir auf über 1100 Metern vom ersten Schnee überrascht! Der steinerne Ring ist in seiner Form sehr selten in der Natur anzutreffen und ist ein beliebtes Ausflugsziel.




Die skalni gabi nördlich von Perperikon gelegen, präsentieren sich als Gruppe von Riesenpilzen in zartem rosa und beige/grün gefärbt.








Perperikon, die antike thrakische Stadt thront majestätisch auf einem Felsen im Osten der Rhodopes Bergen.
Die Bulgaren sind dabei, die Sehenswürdigkeit touristisch zu erschliessen, so steigen wir den steilen Weg durch die Baustelle hinauf.
Schön ist die Weitsicht hier oben! Riesig und imposant der Ruinenkomplex. Wer hat wohl hier gelebt, geliebt, gelitten und geherrscht?
Seit 8000 Jahren ist der Hügel besiedelt. Die Blütezeit hat die Stadt während des Römischen Reiches erlebt. Ein mehrstöckiger Palast, eine riesige Festung mit Tempel und Wohngebäuden wurden errichtet.
Wir stehen vor der Türschwelle zu einem Wohnhaus. Gut ist die Ablaufrinne noch erkennbar. Wer hat wohl hier gewohnt?
die imposante Wasserzisterne
Heute bewohnen die Arbeiter die Stadt! Statt Palast Baubüro, statt Schenke Baukantine! Immer wieder werden neue Stadtteile  freigelegt und für die Nachwelt sichtbar gemacht.












die momentane Ausgrabungsstätte
Aussicht vom ehemaligen Palast


Die skalni gabi südlich von Perperikon regen die Phantasie und alle Sinne an! Unglaublich, was die Natur aus dem Stein geformt hat! Ein steinernes Gesicht grinst aus dem Fels, hier finden wir die steinerne Hochzeit. Ein Riesenpaar in der Mitte, umringt von der Hochzeitsgesellschaft!
 Unten kommen Elefanten zur Felswand heraus.
Der Betrachter sieht, was ihm seine Phantasie vorgaukelt!








                Zwei Paare, die sich innig küssen








Säulen und Gänge






                                         und eine ewige Umarmung!






In Ardino sehen wir einen Wegweiser: Dyavolskia Most 10km. Das wollen wir uns anschauen! Schon bald endet der Weg in einer Baustelle. Die Zufahrtsstrasse wird ausgebaut. Aber wir dürfen trotzdem weiter, der Bagger wird zur Seite gefahren, um uns Platz zu machen. Die schmale Naturstrasse endet in der malerischen Arda- Schlucht mit kleinem See.
Die wirklich sehenswerte Teufelsbrücke ist eingerüstet. Emsige Bauarbeiter sind dabei, die Brücke zu restaurieren. Von der Bauingenieurin werden wir freundlich begrüsst und selbstverständlich dürfen wir die Brücke überqueren!
Früher war die Brücke ein wichtiger Verbindungsweg zwischen der thrakischen Tiefebene in die Rhodopes Berge.















Im ganzen Land sind Wasserquellen am Strassenrand ausgeschildert. Meist folgt ein Brunnen mit Tiertränke, Sitzgelegenheit und Wasserbecher. Jeder darf sich unentgeltlich bedienen.



Eine schmale und kurvenreiche Passtrasse führt uns zur Grenze nach Griechenland.