Unsere Reiseroute (blogabond)

Samstag, 25. Januar 2014

Wetten dass.....




Die Wett- und Spielleidenschaft der Griechen ist ja sprichwörtlich und vor allem im Winter schlägt diese hohe Wellen. 

In einem kleinen Dorf hat es sich nun begeben, dass dieser Leidenschaft doch allzu sehr gefrönt wurde. Bei Karten- und Würfelspiel wurden nicht nur, wie üblich, Geld, Schmuck und Ziegen verwettet, auch Haus und Hof nebst Frauen und Töchter waren der Einsatz. 

Die Zustände nahmen so schlimme Formen an, dass die Zentralgewalt davon erfuhr und sich genötigt sah zwei Polizisten aus Athen zu schicken um das Wetten zu unterbinden. 

Wer sich auskennt den wird es nicht verwundern, dass hier nicht die örtliche Staatsgewalt damit beauftragt wurde. 

Nun beobachteteten die beiden Athener Polizisten jeden Tag die Männer im Kafenion und konnten ihren Vorgesetzten voller Stolz berichten, dass das liederliche Wetten ein Ende genommen hatte. Lediglich der Verzehr von Süßwaren, wohl als Ausgleich für die abhanden gekomme Winterbeschäftigung, habe erheblich zugenommen.


Ein Ende? Inselgriechen die sich Athener Vorgaben beugen? Was war geschehen? Wohl wissend, dass empfindliche Strafen drohten wenn das Wettverbot nicht eingehalten würde, fand der Wirt die Lösung. Wie jeden Tag trafen sich die Männer im Kafenion und jeder von Ihnen bekam ein Stück Kuchen. Auffallend war, dass die Stücke genau die gleiche Größe hatten, auf den gleichen Tellern serviert wurden und jeder der Männer sein Stück erst einmal still vor sich hin stellte. 

Die Einsätze werden durch Handzeichen verabredet und das Spiel kann beginnen. Und da, ein leichtes Brummen erfüllt den Raum - die Spannung steigt. Tatsächlich; die erste Fliege setzt sich auf ein Kuchenstück. 


Der Gewinner der Runde steht fest!





Donnerstag, 16. Januar 2014

Merhaba!




Nach dreimonatigem Aufenthalt müssen wir aus der Türkei ausreisen.
Nur ungern verlassen wir dieses gastfreundliche Land!

Überall können wir in Ruhe campieren, selbst am öffentlichen Strand von Lara, einem Vorort der Stadt Antalya, werden wir von Fischern, Hotelwächtern und Picknickern willkommen geheissen!
An einem Morgen hören wir türkische Musik. Neben uns hat sich eine Gruppe junger Männer nieder gelassen. Auf dem Grill brutzelt das Fleisch, derweil die Männer ausgelassen tanzen, singen und sichtlich den Morgen geniessen.

Wie sie uns erblicken kommen sie mit Fleisch vom Grill und frischem Brot, welches sie uns schenken. Einer von ihnen spricht französisch. Es stellt sich heraus, dass die Gruppe Arbeitskollegen in einer Bäckerei sind und nach der Arbeit den „Feiermorgen“ zusammen verbringen. Der französisch sprechende Mann hat 5 Jahre in Paris gearbeitet und ist seid ein paar Jahren wieder in der Heimat. 
Zufrieden packen die Bäcker nach dem Picknick ihre Sachen zusammen und fahren mit Winken und Hupen weg.

Diese türkische Gastfreundschaft haben wir immer wieder erleben dürfen! Ganze Familien haben ihr Picknick neben unserem Übernachtungsplatz abgehalten, die Kinder spielen fröhlich um’s gri-gri, sie streicheln respektvoll Targia  und die Eltern fragen uns neugierig aus. Alle strahlen zufrieden, wie wir uns mit Begeisterung über die Türkei äussern! So trennen wir uns jeweils mit Lachen und guten Wünschen.

Beliebte Treffpunkte sind auch die Brunnen. An „unserem“ Brunnen bei Antalya hat sich ein Teeverkäufer niedergelassen, der den Durstigen Tee anbietet.  Hier ergeben sich viele Gespräche. Immer wieder werden wir angesprochen, zum Tee eingeladen, wenn wir vorbeikommen, um den Wassertank im gri-gri zu füllen. Dafür dürfen wir uns mit unseren Gastgebern unterhalten. Oft Türken, die lange in Deutschland gearbeitet haben oder in Deutschland aufgewachsen sind und nun wieder in der Türkei leben. Sichtlich erfreut unterhalten sie sich auf Deutsch, erzählen von ihrem Schicksal, von der Türkei als zweite Heimat. Wir hören uns ihren Unwillen über die momentane Regierung an, ihre Erfolgsgeschichten mit Hotels oder Lederwarengeschäften.  Jeder unserer Brunnenbekanntschaft hält für uns eine überraschende Geschichte bereit! So erfahren wir von zwei älteren, behäbigen Männern, wie sie in einem Monat rund um Europa gereist sind.

Das Lebensfeuer haben wir doch noch gefunden! Nicht nur in Rumänien, wo wir vergebens auf das Focul Viu gewartet haben; auch in der Türkei brennt das ewige Feuer der Chimaera.
Im Regen steigen wir den steilen Hang bei Cirali empor. Ob sich im Regen das Feuer zeigt? Und siehe da, in einer Waldlichtung können wir das Naturschauspiel bewundern. Durch natürlich austretendes Erdgas züngeln die Flammen zwischen den Felsen hervor.
Gut sichtbar und wir können gar unsere kalten Hände am Feuer wärmen. Und es „stinkt“ wirklich nach Gas, dies mitten in der Natur!

Selbstredend, dass sich um das Feuer der Chimaera Legenden ranken.

Nach Homer war die Chimäre (lat. Chimaira) ein dreiköpfiges Monster. Es hatte den Kopf eines Löwen, einer Ziege und einer Schlange. Dieses Wesen lebte einst in Lykien (heute Teil der Türkei). Es verbreitete in der Region Angst und Schrecken. Mit feurigem Atem äscherte es ganze Dörfer ein, brachte Menschen um und zerstörte die Ernte. Die Chimäre war im Königreich Lykien zur großen Plage geworden.
Eines Tages kam der tapfere Bellerophontes, noch ein Jüngling,  an den Hof von Jobates, König von Lykien. Der König betraute ihn mit dem Himmelsfahrtkommando, das brandschatzende Ungeheuer zu vernichten. Bisher war es noch keinem gelungen das Monster zu besiegen. Alle hatten bei dem Versuch den Tod gefunden. Auch König Jobates rechnete fest damit, dass Bellerophontes scheitern und den Tod finden würde. Doch der Jüngling hatte die Göttin Athene auf seiner Seite. Sie sorgte dafür, dass das sagenhafte geflügelte Pferd Pegasus mit ihm in die Schlacht gegen die Bestie zog. Auf Pegasus Rücken nahm der Held die Chimäre mit Pfeil und Bogen unter Beschuss. Doch allein ein Pfeilhagel vermochte nicht die Kreatur zur Strecke zu bringen. Vielmehr drohte der feurige Atem des Ungeheuers den Helden zu verbrennen, als er ihm zu nahe kam. Und so kam Bellerophontes eine Idee. Er befestigte an seinen Speer einen Bleiklumpen. Auf diese Weise bewaffnet griff er das Fabelwesen von vorne an und stieß, als er dem Tier nahe genug war, seinen Speer in den Rachen. Der heiße Atem des Biestes schmolz das Blei. Es breitete sich sodann im ganzen Rachenraum aus. Letztendlich erstickte die Bestie am flüssigem Blei.
Und dort, wo das sterbende Monster zu Boden fiel, entzündete es die immer währenden Feuer. Nach den Überlieferungen soll auch an dieser Stelle der einstige Wohnort des Ungeheuers gewesen sein.

Diese ungeheuerlichen Zeiten sind vorbei! Heute sitzen Mann und Büsi gelassen in der  Sonne und lassen sich Pelz und Seele erwärmen....



auf dem Camping Orkinos in Beldibi

Abwaschtrog mit tollem Meerblick!

am öffentlichen Strand von Lara

meist ganz alleine

an diesem Fluss wollen wir übernachten

diese Piste führt hinunter

und endet auf einem superschönen ruhigen Platz

fröhliches Spiel um's gri-gri

ruhig und friedlich....

Wasserhahn in Antalya

Teestube beim Brunnen in Beldibi

warten auf Kundschaft....

sie kommen in Gruppen, um Tee zu trinken und zu schwatzen

oder zu viert auf einem Moped

das ewige Feuer der Chimaera

die Feuertänzerin

warm züngeln die Flammen

purer Genuss im warmen Sonnenschein

Dienstag, 14. Januar 2014

Perge, Aspendos und die Altstadt von Antalya


Das sind die Highlights, die wir unserem Besuch, Lucile und René, zeigen wollen. Viel zu kurz ist auch die Zeit, die sie mit uns verbringen können!

Perge und Aspendos sind riesige antike Städte, die unter der Herrschaft der Römer Pracht und Prunk zelebrierten. Beide liegen in der Bucht von Antalya.

Das Theater von Aspendos ist eines des am besten erhaltene antike Bauwerk der Welt und besticht durch seine enorme Grösse. Fanden doch schon damals rund 20 000 Zuschauer Platz auf den Sitzreihen.
Dieses Meisterwerk mit einem perfekten Grundriss und einer atemberaubenden Akustik stellt den Höhepunkt dar, den die Baukunst in der Antike erreicht hat.
Erbaut wurde das Theater zur Zeit des römischen Kaiser Marcus Aurelius (161 bis 180 AD) vom Architekten Zeno.

Der damals über die Region herrschende römische König besass eine wunderschöne Tochter.
Er wollte seine Tochter mit demjenigen vermählen, der dem Königreich einen herausragenden Dienst erwiesen hatte. Aus den zahlreichen Bewerbern blieben zwei übrig, die mit ihren Taten das Interesse des Königs geweckt hatten. Der eine von ihnen hatte aus einer Entfernung von mehreren Kilometern Wasser, mit einem das Tal überspannenden Aquädukt, in die Stadt gebracht. Der andere hatte ein prächtig anmutendes Theater erbaut. Der Vater besichtigte mit seiner Tochter die beiden Bauten. Zusammen gingen sie zum Theater und stiegen, ins gemeinsame Gespräch vertieft, die Stufen hinauf bis zur Galerie.
Derweil ging Zeno, der Baumeister, im Orchestergraben mit verschränkten Armen und gesenktem Haupte auf und ab und murmelte vor sich hin, ohne die Anwesenheit des Königs und der Prinzessin bemerkt zu haben: „Die Prinzessin muss mein werden; die Prinzessin muss mein werden....“ Obwohl er nur leise vor sich hin redete, konnte der König und seine Tochter jedes Wort klar und deutlich hören! Der König war von dieser akustischen Leistung des Baumeisters derart beeindruckt, dass er ihm sein Einverständnis gab, sich mit seiner Tochter zu vermählen.
Die Hochzeit des Paares habe prunkvoll im Theater stattgefunden- sagt die Legende.....

Natürlich wollen wir diese Akustik bei unserem Besuch „ausprobieren“. Das Glück ist auf unserer Seite! Wie wir auf den oberen Rängen stehen, kommt eine asiatische Reisegruppe ins Theater. Wahrhaftig, bis zu uns herauf können wir ihre Stimmen deutlich hören – verstehen aber trotzdem nicht, was sie sagen.....

Einmal mehr staunen wir über die städtebaulichen Fähigkeiten der damaligen Architekten.  Ein ausgeklügeltes Wasser- und Abwassersystem versorgte die Städte, Bäder, Küchen, Unterkünfte für Mensch und Tier, Kaufläden, Prunkalleen, die zu den Palästen führten, Gerichte wurden bei Streitigkeiten abgehalten, so gab es auch Gerichtssäle, Gefängnisse, Kirchen, um das Zusammenleben zu reglementieren und die Macht der Könige zu erhalten. Für eine Veranstaltung strömten Tausende von Menschen für mehrere Tage von teilweise weither herbei. Diese Leute mussten untergebracht, verpflegt, versorgt, unterhalten werden. Ein paar wenige Herrscher und Adlige liessen es sich gutgehen, bedienen, huldigen und verwöhnen, derweil die grosse Masse in Armut und Unterdrückung lebte und der Obrigkeit zu dienen hatte.

Bei schönstem Sonnenschein können wir den Altstadtbummel durch Antalya geniessen.
Ausgiebig handeln und feilschen wir um die Mitbringsel für die Zuhause gebliebenen; trinkenb einen feinen Kaffee auf einer Terrasse über dem alten Hafen und plaudern ausgiebig. Und schon wieder ist es Zeit, Abschied zu nehmen.

die imposante Säulenallee von Perge

das antike Gerichtsgebäude in Perge

In der Mitte der Säulenallee befindet sich ein Brunnenspiel,
Wasserbecken, in welchen das Wasser von Becken zu
Becken floss

das Hippodrom von Perge, von aussen ein gigantisches
Halbrund mit Bögen

Die Zuschauer vor den Sitzreihen...

Juhui, Lucky hat gewonnen!

Auf dem Weg durch die Hügel nach Aspendos
dieser riesige Felsbrocken fiel einmal auf die Piste

unterwegs ein fröhliches Picknick im Grünen

eine Landschaft, wie in einer Wildwestkulisse!

auf der Passhöhe

durch das Flusstal nach Aspendos

das Theater von Aspendos
es wird restauriert!
In der ersten Reihe erkennt man noch die VIP Loge mit Lehne!

Detail in der Kulissenwand

Die Kulissenwand ist mehrstöckig und war reichverziert

ein weiteres Detail

das Theater von der Oberstadt her gesehen

ein Abwasserkanal im antiken Aspendos

die Basilika von Aspendos

die Reste des Aquäduktes, im Hintergrund gegenüber des
Tales der andere Teil des Wasserkanals

Abstieg von der antiken Stadt 

Das Hadrian- Tor, Eingang in die Altstadt von Antalya

Säulendetail vom Tor

authentische Altstadthäuser, leider
in einem schlechten Zustand

Shoppingmeile in der Altstadt

gelungene Verbindung von alt und neu

Kaffee mit Aussicht über den alten Hafen

Das Yivli Minarett, das Rillenminarett
ist eines der ersten Bauwerke der islamischen
Architektur aus dem 13. Jahrhundert
in Antalya

heutiges Bauwerk: Streifenfundament in der Altstadt!

Der Sultanpalast, ein antikes Gebäude

mit reichen Detailverzierungen

Der untere Düden Wasserfall ergiesst sich
bei Antalya direkt ins Meer