Unsere Reiseroute (blogabond)

Donnerstag, 13. März 2014

Schneespiele im Taurusgebirge

Granatapfelplantage im Hochtal


Das mächtige Taurusgebirge zeigt sich bei unserer Reise in vielschichtigen Facetten. Schon vom Klima her unterscheidet es sich von der Küstenregion. Die vorsommerliche, warme Sonne scheint weit entfernt in einem fernen Land, obschon die Küste nur rund 50km Luftlinie entfernt ist.... Kühl bläst uns der Wind um die Nase, an den Schattenhängen liegt Schnee. Für die Jahreszeit wohl sehr wenig. Nur die Berggipfel der über 2000er sind mit Schnee bedeckt. Die Natur wirkt trocken.
Meist sind wir auf den überdimensionierten Strassen alleine unterwegs. Ab und zu treffen wir auf einen farbigen Bus. Der Wahlkampf ist in vollem Gange. Die Busse sind mit dem Bild des jeweiligen Kandidaten der Partei geschmückt. Sie fahren bis in die kleinen Dörfer, halten unter den mit Flaggen geschmückten Dorfplätzen, spendieren Kebab und Tee und aus den Lautsprechern schallt die Rede des Kandidaten über den Platz. So wird um die Stimmen der Landbevölkerung geworben. Was hinter den Kulissen ausgehandelt wird, damit die „richtige“ Partei gewinnt – das entzieht sich unserer Kenntnis!

Die Strassen sind sehenswert! Bei einem Verkehrsaufkommen auf der Hauptverbindung zwischen der Mittelmeerküste und Konya, einer Millionenstadt, von uns gezählten 170 Fahrzeugen pro Stunde, braucht es schon eine vierspurige, richtungsgetrennte Fahrbahn! Der Unterhalt und die Sanierung kostet auch entsprechend! Das ist für uns völlig unbegreiflich. Selbst wenn sich alle Dorfbewohner ein Fahrzeug leisten könnten, was unrealistisch ist, würde eine normale Doppelspurfahrbahn für die nächsten 20 Jahre genügen! Da fliesst viel, sehr viel Geld in fragwürdige Projekte! Ein brutales Schnellstrassensystem zieht sich tausende von Kilometern durch die ganze Türkei bis nach Ost Anatolien! Dazu kommt, dass bei dieser Planung die Fussgänger komplett vergessen wurden. In den Dörfern klettern die Dorfbewohner mühsam über die Leitplanken, um die Fahrbahnen zu überqueren. In die zusätzlich angebrachten Zäune schneiden sie Löcher, damit sie irgendwie über die Strasse in den anderen Dorfteil gelangen können! Da bevorzugen wir die kleinen Pisten, die weder auf der Karte noch auf dem GPS  vermerkt sind und uns durch einsame und unberührte Gegenden führen.

Aber wenden wir unseren Blick weg von der Strasse. Die Landschaft ist grandios. Zwischen den Bergketten liegen riesige Hochebenen auf rund 1000 bis  1400 Metern Höhe. Diese werden landwirtschaftlich genutzt, wir sehen grüne Felder mit Winterweizen. Auch Reben, Obstbäume(Mandel, Zwetschgen, Apfel, Kirschen und sehr viele Granatapfelbäume) sowie  Baumwolle werden angebaut. Haben wir eine Ebene durchquert, windet sich die Strasse über den nächsten Pass von bis zu 1800 Metern und wieder hinunter, wo sie sich in einer weiteren Ebene verliert. Die Berge, teilweise mit Schnee bedeckt, wirken wie ein Gemälde am Horizont.

Auf der Karte sehen wir einen Aussichtspunkt an einer Nebenstrasse. Dort wollen wir Mittagsrast halten. Fahren durch die schmalen Gassen des Ortes, anschliessend zwischen der Müllhalde hindurch über eine kleine Piste einen Pass hoch. Ruhig ist es hier oben. Weiter geht es wieder hinunter. Aber oh ha lätz! Da haben wir die Schneetiefe unterschätzt! Durch die Sonne ist der Schnee an der Oberfläche geschmolzen und nachts wieder hart gefroren. Das gri-gri steht in der Mitte auf und die Räder drehen im Leeren! Keine Chance, auch mit dem Vierradantrieb, weiterzukommen.
Wir sind dabei uns freizuschaufeln, da fahren zwei Waldarbeiter heran. Mit Gesten verständigen wir uns. Wir möchten eigentlich nach unten, sie meinen, sie müssten uns wieder retour nach oben ziehen! Aus dem Kofferraum zaubern sie ein ellenlanges, clever geknüpftes Seil hervor. Bestimmt 50m lang! Nach zwei Stunden sind wir wieder oben!
Einer zeigt auf unser Abreisedatum: Start 12.02.12. Dass wir İsviçre, Schweizer sind, freut die beiden. Schenken ihnen als Dank für ihre Hilfe Schweizer Taschenmesser.
Die Beiden strahlen zufrieden und fahren davon.


See im Taurusgebirge auf 1200Metern

Ein Wahlbus in den Bergen

Wahlflaggen in den Dörfern

Vor dem Start durch die Stadt

Verkehrsumleitung auf Türkisch
Wir nahmen die mittlere Strasse!

Verkehrsteiler in der Pampa
man achte auch bei den folgenden Bildern
auf die Verkehrsdichte

für uns Irrsinn, diese übertriebenen Strassen!

hier waren wir wirklich froh, dass wir die
LKW Kolonne endlich auf der 2. Spur überholen konnten
da auf der 3. Spur die PKW's kolonnenweise an uns
vorbeirauschten....

vierspurige Hauptstrasse, wird überquert von
der Autobahn! Beachtenswert:
1 Fahrzeug fährt auf der Autobahn!

Fussgängerfeindlicher Zaun!

Typisches Dorf Quartier in Mittelanatolien

unsere bevorzugten Strassen durch den Taurus

mit herrlicher Aussicht in die Schlucht

in die Berge

Besuch der Yazili Schlucht

Forellen schwimmen im klaren Wasser

Hirtencamp im Föhrenwald

Der Stammumfang beträgt mehr als
3,2m; die Föhre steht auf ca. 1300MüM

Fruchtbares Hochtal mit kleinen Feldern

Hochtal mit ausgedehnten Feldern

Blick in die Schneeberge

Feld Obstbäume bereichern die Landschaft

Hochtal Steppe

Überall werden Pappeln als Nutzholz gepflanzt

Wir stecken im Schnee fest