Unsere Reiseroute (blogabond)

Montag, 26. Mai 2014

Schmuggler oder unvorsichtiger Fahrer?

Wo versteckt sich der Lieferwagen zwischen den Booten?

Wir stehen wahrhaftig in Kasachstan am Strand vom Kaspischen Meer.
Die Fischer kehren mit ihren kleinen Booten zurück, sechs Jungs kommen vom rund 3km landeinwärts liegendem Dorf her auf uns zu. Neugierig kommen sie uns begrüssen, jeder will einen Blick ins gri-gri werfen und fragen uns mit Händen und Füssen, woher wir kommen, wie wir heissen, wer wir sind! Mit der Weltkarte zeigen wir ihnen, wo die klitzekleine Schweiz liegt! So weit weg! Erstaunlicherweise erkennen sie auf Anhieb „Barcelona“und „Milano“. Warum, können wir auf ihren T- Shirts ablesen. Erst wollen sie uns ein Fussballspiel präsentieren, die kleinen Ronaldos und Ribéry’s , dann gehen sie doch lieber schwimmen.
Nach dem Schwimmen trinken sie bei uns Tee und naschen gutgelaunt von den Süssigkeiten, dann verabschieden sie sich und Ruhe senkt sich über den Strand.
Nachts um 11 Uhr beginnt die „Action“. Wir hören ein Boot herantuckern, Lichtsignale blitzen durch die Nacht.
Ein Transporter fährt ohne Licht auf den Wassersaum zu.
Für eine Weile herrscht Stille. Dann rumpelt mit riesigem Getöse ein Laster an uns vorbei und steuert mit Volllicht aufs Wasser zu. Wieder Stille!
Darauf hören wir den Laster wieder. Er hält neben dem gri-gri. Ein Klopfen an der Türe. Zum Glück sind wir noch angezogen und schauen, wer uns zu nächtlichen Stunde besuchen will. Es ist das kasachische Militär! Freundlich erkundigen sie sich nach unseren Ausweisen. Kontrollieren die Pässe und geben sie uns mit einem OK wieder zurück. Dann meint der Offizier, wir müssten hier weg, sie seien hier „working“....
Wir fragen: Wohin denn im Dunkeln? Das wissen sie auch nicht und nach kurzer Beratung einigen sie sich, dass wir für eine Nacht hier bleiben können, verabschieden sich zuvorkommend und fahren davon.
Wo ist der Transporter abgeblieben?
Die restliche Nacht verläuft ruhig, das Militär kontrolliert nochmals den Strand.

Am Morgen tuckert laut ein Traktor an uns vorbei und fährt ins Wasser.
Da sehen wir zwischen den Booten den Transporter. Der Wasserspiegel ist über Nacht stark angestiegen, so scheint das Fahrzeug zu schwimmen. Boot oder Auto??
Der Traktor zieht den Transporter wieder aus dem Wasser ans sichere Ufer.

Natürlich denken wir uns die schaurigsten Geschichten aus mit Schmugglern, James Bond und Helden! Was wirklich gelaufen ist, wissen wir nicht, vielleicht war der Fahrer nur unvorsichtig und ist im Dunkeln zu weit rausgefahren....

Weiter geht unsere Reise durch die kasachische Steppe. Die Dörfer wirken wohlhabend. Die Häuser sind solide gebaut, die Schulhäuser meist ein grösseres, schönes Gebäude.
In den Städten und Dörfern herrscht reger Verkehr, die Kasachen sind mobil!  Der Dieselpreis liegt bei umgerechnet 57Rappen/lt, ein Lichtblick für uns, angesichts der gigantischen Strecken!
Die Strassen auf den nun gefahrenen 900km sind in einem miserablen Zustand. Der Asphalt wirft sich auf alle Seiten, riesige Löcher liegen dazwischen. Es ist ein Tanz auf der Strasse. Neben der eigentlichen Strasse haben sich weit verzweigte Pisten gebildet. Qual der Wahl für den Fahrer: Welche soll ich wählen?

Ausserhalb der Orte sind wir alleine in der Steppe. An den raren Wasserläufen und Tümpeln drängen sich die Tiere, suchen den Schatten unter einer Brücke, dann verlieren wir uns wieder in der Weite der kargen jedoch artenreichen Landschaft.


gesunde Neugier, ohne frech zu sein!

wo ist die Schweiz?

beim Händewaschen nach dem Baden

mhhh fein

der Lieferwagen hängt an der Seilwinde!

hübsche Häuser in einem kleinen Dorf,
auf dieser Strecke durften wir 90km gute Strasse geniessen!

eines der Schulhäuser / Spitäler, die wir öfters
gesehen haben

Asphalt in Kunstform, anschliessend die Löcher

darum nehmen alle die "Steppenautobahn"

Qual der Wahl: welche Piste soll ich wählen?
Die Strasse ist wirklich noch schlechter!

auch die grossen LKW'
bevorzugen die Piste

eines der vielen Ölfelder, jede Pumpe wird einzeln mit
Strom versorgt, darum der Mastenwald

Die Güter werden mit ellenlangen Zügen im halb Stunden
Takt mit ca. 40km/Std über die welligen Geleise transportiert

unser Blick aus dem gri-gri


weit und breit kein Schatten! Die Tiere drängen sich unter
der Brücke!

unser Abend Besuch- aber aufgepasst

der Greifvogel ist bereit!


Sonntag, 18. Mai 2014

Wo ist das Kaspische Meer?


Wo ist das Meer?
Hier ist der Weg zu Ende. Im sumpfigen Gelände kommen wir nicht weiter! So wandern wir zum gri-gri zurück und steigen auf das Dach, um den Überblick zu haben.






weit und breit nicht zu sehen, obschon wir
nach GPS schon 2km darin sein sollen!















Da hätten wir noch lange gehen können! Auf alle Seiten erstreckt sich ein grünes Schilfmeer, kein Wasser, nichts, obwohl wir gemäss GPS schon über 2 Kilometer vom Ufer entfernt sind... Auch das ist ein Erlebnis, an einem riesigen See zu stehen – und ihn doch nicht zu sehen! Das Kaspische Meer ist eigentlich ein See, mit wasserreichen Zuflüssen, aber keiner Verbindung zu einem Ozean. Durch seine Grösse (rund 1200km lang bis zu 500km breit) und seinen nach Süden zunehmenden Salzgehalt wird er trotzdem „Meer“ genannt. Anfangs des 20. Jahrhunderts nahm die Oberfläche rapide ab. Der Hauptgrund war die enorme Wasserentnahme für Bewässerung und Staudammprojekte, was die Verdunstung begünstigte. Seit 1994 nimmt er ebenso rapide wieder zu. Weite Landstriche stehen unter Wasser. Der Grund ist eine seismische Veränderung am Seegrund und die Experten meinen, dass die Tendenz noch anhält.
Wir campen am Ufer des Kizan einem der unzähligen Seitenarme im Wolgadelta und schauen auf die Flusslandschaft. Die grossen Wasservögel glänzen mit Abwesenheit, trotzdem ist es schön, sommerlich heiss  und wir lassen die letzten Tage in Gedanken an uns vorbeiziehen.
Das „Zipfelchen Russland“, das wir bereisten, ist doch über 1000 Kilometer breit.

Unterwegs können wir ein Quiz der Tiere veranstalten! Wir erleben spannende Momente beim Beobachten der Tiere, können sie aber nirgends einordnen. Über Eure Hinweise  im Blog Kommentar, wie die Tiere heissen, würden wir uns freuen!

Die Russen sind sehr hilfsbereit. Natascha, unsere Verkäuferin bei Beeline (Internetstick) begleitet uns persönlich zur Buchhandlung, damit wir eine Karte der Umgebung von Astrakhan kaufen können. Unterwegs erzählt sie, dass sie seit ihrer Geburt hier lebt. Im Winter wird es mehr als -20°kalt, in der Regel ohne Schnee. Im Frühling schnellt dann die Temperatur in die Höhe. Ist es im März noch um 0° haben wir nun im Mai schon bis zu 40°. Im Sommer wird es über 50° heiss! Uhh, ein hartes Klima. Sie bezeichnet ihre Mutter als „alte Frau“ mit 72 Jahren. Sagt, dass hier die Menschen nicht so alt werden, wie in Europa. Natascha ist glücklich hier; hier ist ihre grosse Familie, sind ihre Freunde. Im Sommer reist sie nach Antalya oder Thailand in die Ferien an das Meer!
Anstelle am Meer „ankern“ wir bei der Boje 232 an der Wolga und lauschen dem Rauschen des Flusses....



unser Übernachtunsplatz Boje Nr. 232 - Wolga



Abschied von Georgien in Kazbegi mit dem imposanten,
über 3600 Meter hohem Gipfel

letzter Blick zurück in der Darial Schlucht

bald weitet sich die Schlucht und mündet in eine grüne Ebene
die riesigen Felder sind mit Windhecken geschützt

ein Gewitter zieht auf vor Pyatigorsk

es wird immer heisser und wir verlieren uns in der Steppe

könnte gar in der Sahara sein....

Der Beweis: der Sommer ist da!

ein Baum voller Vogelnester
in der Mitte ein riesiges Nest von einem
Greifvogel

ein Schwatz unter Nachbarn (Bild 1)

er präsentiert sich uns von seiner schönsten Seite
(Bild 2)

prächtiger Greifvogel im Flug (Bild 3)

wer guckt hier neugierig? (Bild 4)

eine grüne Schar (Bild 5)

grün in Variationen (Bild 6)

gelb getupft (Bild 7)

oder in filigranem Blau (Bild 8)

eine elegante Delegation (Bild 9)

vor dem Abflug (Bild 10)

sie schlängelte sich durch den Busch (Bild 11)

ein anderer Greif im Flug (Bild 12)

Formationsflug (Bild 13)

Spieglein, Spieglein auf dem See.... (Bild 14)

Farbenpracht (Bild 15)

ein Reiher, aber welcher? (Bild 16)

dieses Jungtier huschte über die Fahrspur (Bild 17)

Wasser und Schilf wechselt mit trockener Steppe ab

ein Schiff in der Pampa? Der Fluss ist nicht sichtbar!

unsere nette Führerin in Astrakhan

ein typisches Dorf im Delta

das Dorfschulhaus

ein Hof in der kargen Steppe
wir fragten uns oft, was die grossen Kuhherden hier noch
zu fressen finden!

Ein Schwatz unter Hirten, derweil die zwei Herden
friedlich weiden

Schutz vor der Hitze - oder warten auf den Bus???

Das Wasser nimmt sich seinen Platz, selbst die Vorgärten
sind überflutet

weite Teile stehen unter Wasser

unser Übernachtungsplatz an der Wolga

ein grosser Frachter fährt vorbei Richtung
Kaspisches Meer