Unsere Reiseroute (blogabond)

Dienstag, 29. Juli 2014

Verbannung oder Ferienlager?



Wir stehen im Studierzimmer von Wladimir Iljitsch Uljanow in einem grossen, komfortablen Holzhaus.
Während der 1 ½ stündigen Führung erzählt uns Olga seine Geschichte.

Im Alter von 27 Jahren wurde er, ein junger Revolutionär aus St. Petersburg, am 8. Mai 1897 nach Shushenskoye für 3 Jahre in die Verbannung geschickt. Als „Politischer“ durfte er nichts arbeiten, aber er musste auch nicht in einer der vielen Minen schuften. Er genoss grosse Privilegien.
Für seinen Aufenthalt kriegte er vom Zarenregime 8 Rubel pro Monat. Davon konnte er  ein kleines Haus mieten, inklusive Mahlzeiten und Wäscheservice. Dadurch hatte er genügend Zeit, seine Ideen weiter zu entwickeln und diese schriftlich fest zu halten.

Nach einem Jahr folgte ihm seine Freundin, Nadeschda Krupskaia in die Verbannung nach und die beiden heirateten. Das junge Paar verbrachte seine Tage mit Spaziergängen in der Taiga, sie gingen auf die Jagd oder badeten im Yenisei. Im Winter unterhielten sie die Dorfbevölkerung mit ihren Eislaufkünsten. Sie waren nicht die einzigen Verbannten im Ort. Jan und Oskar waren ihre besten Freunde. Sie besuchten sich gegenseitig, sangen revolutionäre Lieder, diskutierten, debattierten und waren bereit, die Welt zu verändern!
Durch den Erlös von Bücherübersetzungen konnten sie es sich leisten, diverse Bücher und Zeitschriften von der Familie in St. Petersburg schicken zu lassen. Auch pflegten sie einen regen Briefkontakt mit Freunden und Gleichgesinnten.
Nach der Heirat zog das Paar in ein grösseres Haus. Sie bestritten den Haushalt nun selbst und konnten sich dadurch ein Dienstmädchen leisten.

Die Qualität / Bauweise der Häuser war für die damalige Zeit hervorragend und wesentlich besser  als manche heutige Behausung der Sibirer!

Die einzige Einschränkung war, dass sie nicht nach St. Petersburg, Moskau und weiteren grösseren Städten in Russland zurückkehren durften!

Die Tage in der Verbannung waren mit Schreiben, Bücher lesen und revolutionären Ideen entwickeln angefüllt, bevor sie Shushenskoye wieder verlassen durften.

Erst später sahen die Dorfbewohner in einer Zeitung ein Bild, welches den prominenten Gast, den sie während drei Jahren beherbergt hatten zeigte – Lenin.

Das Wohnhaus von aussen

Der Salon

Lenin und seine Frau


Freitag, 18. Juli 2014

Die ersten 3500km Sibirien in Bildern

Nach dem Grenzübertritt bei Veselyy Yar empfangen uns riesige Kulturflächen, die uns 300km weit begleiten werden.
Nach 20 minütigem Marsch mit Targia war das Ende des Feldes noch nicht erreicht

Mehrheitlich sind die Kulturen verunkrautet, also wird auf
Unkrautvernichtungsmittel verzichtet.

Beginn der Stadt Barnaul

Dicht gedrängt werden die 1-3 Zimmerhäuschen gebaut

Das Stadtzentrum mit 610 000 Einwohnern.
 Auch hier fahren sehr wenige Fahrzeuge

bewundernswürdig, wie elegant auf so
hohen Absätzen geschritten werden kann!

malerisch windet sich der Fluss Richtung Barnaul


Stadtzentrum von Zarninsk
Die Stadtzentren sind oft unattraktiv

Zwischenhalt an einem kleinen See nach Zarinsk.
Leider allzuoft sieht man solch rauchende Kamine

Besuch beim Zwischenhalt



einfaches Standard Bauernhaus, überall anzutreffen
diesmal mit Stromanschluss

Dorfhaus mit schmuckem Zaun

traditionelles Holzhaus 

Weiler mit Viehgehege und Hausgärten



einer der unzähligen natürlichen kleinen Seen / Tümpel
ökologisch sehr wertvoll

Konzertgenuss

nächtliche Nebelstimmung um 2 Uhr am kleinen See
vor Leninsk- Kuznetskiy
Koordinaten: N54°42'33.0'', O86°17'30.7''



ausserhalb Kemerovo wurde ein neues Aussenquartier gebaut
mit Autobahnzubringer, ohne Fussgängerüberquerungen
ohne Verkehr!
Immerhin wurden Strassenbäume gepflanzt



95% der LKW's die wir antreffen sind ausgemusterte
West- LKW's oft mit Originalbeschriftung.

Die Felder werden um die Bauminseln bewirtschaftet
es sieht öfters aus wie ein englischer Park im XXL Format!

Monumentale Ankündigung der Stadt Mariinsk

gepflegter Gemüsegarten in Mariinsk

selten, dass wir einen schönen Bahnhof
antreffen, hier in Mariinsk für seine 40 000 Einwohner

Stadthaus

4- Familienhaus mit original, handwerklich schön
gearbeiteten Details.
Die Kaufkraft der einzelnen Besitzer ist an der Fassade
abzulesen.



Überall anzutreffen in Sibirien: Halden von Bergwerken
Kohle, Kupfer, Eisen, Gold, Asbest und vieles mehr

maroder Industriekomplex, voll in Betrieb

das Stadtzentrum Achinsk (110 000 Einwohner)

mit Strassenbahn

Die Strecke von Achinsk über Uzhur nach Abakan führt durch
eine sanft hüglige Landschaft, überall liegen Seen, an denen
 im Sommer gezeltet wird.
Gut zu erkennen die Windschutz- Baumhecken.

Grossbauern beim Ausmisten

der ganze Hof

Am Stadtrand gelegener Industriekomplex

der Do it yourself Laden in Sibirien

der Genuss auf jeder Kuppe, die wir überfahren - die Aussicht

auch diesem Fluss wird genügend Raum in der Landschaft
eingeräumt. In riesigen Schleifen zieht er seine Bahn



diese Wiese ist voller Überraschungen
auf wenigen m2 haben wir alle nachfolgenden Blumen
entdeckt. Das Auge konnte die Vielfalt manchmal
gar nicht erfassen!
























die Wiesen sind voll Erdbeerpflanzen,
die Edrbeeren werden gepflückt und in
grossen Mengen am Strassenrand verkauft
Hügellandschaft in der Nähe von Katanov
wo es uns gefällt können wir campieren hier haben wir  uns
einen "Kretenplatz" mit Aussicht ausgesucht

Bauernhaus in der Hügellandschaft, trotz Hochspannungs-
Leitung ohne Stromversorgung



schroffe Felsabschnitte sind sehr selten
hier bei Bol On




bewaldete Hügel



am Sayanskiy Pass 

der Passhöhe entgegen


allgemeiner Zustand der Brücken.

das Fünfingerkraut (Potentilla) ist hier als Waldrandpflanze
heimisch



alpine Landschaft mit Wiesenbach im Vordergrund
auf der Passhöhe an der Grenze der autonomen
Republik Khakasien zu Tuva

Blumenvielfalt - die Überraschung auf der Passhöhe auf 2214 MüM
die Blumenbilder sind im Umkreis von 100 Metern aufgenommen




















Blick zurück zur Passhöhe


Die Tuva ziehen noch heute mit ihren Herden durch die
Berge und wohnen in Jurten

kleine Pferdeherde auf Wanderschaft

ein Jurtencamp

Pannenhilfe, dieses Mal nehmen wir den jungen Mann mit
nach Ak- Dovurak



Hochebene in Tuva auf rund 1200 Metern vor Chadan

unser Hügelcampingplatz

mit Blick in die Berge


Abendstimmung



Gemeindehaus von Chadan

die Suche nach einer Wasserstelle ist oft ein Abenteuer
Die Polizei danach zu fragen lohnt sich!

Die Fundamentstreifen werden ohne Aushub auf das
gewachsene Terrain erstellt; kein Wunder, stehen die
Häuser schief.

Holzdächer sind von alters her üblich


Vor der Apotheke ist ein Pferd "parkiert".
Kurze Zeit später sprengten Ross und Reiter im
Vollgalopp an uns vorbei!

imposante Lärche, immer wieder schön,
so grosse Bäume anzutreffen

mit ausladendem Wurzelwerk

die heilige Stätte Ustuu- Khuree
auch der Dalai Lama hat diesen Ort besucht

ein Greifvogel nutzt die Stätte

das neue Gebetshaus
der Klang vom Gesang der Mönche, begleitet von
Trommeln dringt an unsere Ohren

im Innern des Hauses.
Das Gebet für die Besucher ist zu Ende

die Besucher des Gebetshauses wollten anschliessend
alle unsere Wohnung besichtigen

IyI- Tal, ein Dorf am Yenisei



Landschaft am Yenisei

unser Weg durch die Steppe

ein junger Hirte spielt Gitarre

Dorfeingangs Schmuck

Blick auf den verästelten Yenisei

30km vor Kyzyl unser Übernachtungsplatz

mit Aussicht auf den Fluss und in die Berge

Freiheit für Targia
Die Markthalle in der Hauptstadt von Tuva, Kyzyl,
der einzigen grösseren Einkaufsmöglichkeit
 für 100 000 Einwohner


vor dem Gebäude die Markstände, hier mit feinen Früchten


sibirische Schachtabdeckung!

Markttreiben in Kyzyl

seit langem das erste Frischfleischangebot,
im Vordergrund für Fr 7.20/kg
auf dem Lande ist Fleisch nur tiefgefroren erhältlich

ein seltenes modernes Gebäude, das Museum in Kyzyl

daneben dieses Kommunalfahrzeug!

Die Stadtbewohner beim Baden im Yenisei



einmal mehr treffen wir eine Hochzeits-
gesellschaft

und werden gleich zum Apéro gebeten
Rohstoff Holz für den Häuserbau
auch heute noch sehr gefragt

die Zimmerleute legen die einzelnen Balkenlagen mit einer
Hanfabdichtung dazwischen aufeinander und vernageln die
Balken in traditioneller Bauweise.
Detail: Erst wird das Grundstück mit einem Zaun eingefasst
bevor mit dem Hausbau begonnen wird.


ein Neubauquartier in der Hauptstadt von Tuva


aufwändige Abzweigungen mit Leitplanken und
Verkehrsschild zu Karrenwegen sehen wir immer wieder

nach Kyzyl wir es wieder flacher in der Nähe von Turan




ein See versteckt sich hinter dem Wald

doch die Brücke war uns zu unstabil
für unser schweres Fahrzeug

das Andenken an die Kriegsgefallenen
wird auch in Sibirien hochgehalten
Ein Denkmal in Turan

keine Rede von sibirischer Kälte

mit Plakaten und Schildern wird
überall auf die Gefahr von Waldbrand
hingewiesen

eine vom Waldbrand zerstörte Fläche

die verkohlten Stämme stehen noch
ein trauriger Anblick

unser Übernachtungsplatz am Fluss Us

unsere Wäsche mit Flusswasser gewaschen
flattert im heissen Wind



typischer Dorfladen in Aradan

mit Tante Emma Einrichtung

normale sibirische Baustellendurchfahrt

das Lagercamp der Strassenarbeiter

Bergsee am Usinskiy Trakt auf 1500 Metern

Gewitterstimmung

der Zustand dieser Brücke ist noch "nicht" besorgniserregend



wie aus dem Film  Dr. Schiwago