Unsere Reiseroute (blogabond)

Mittwoch, 20. August 2014

Rund um den Baikalsee




Wir stehen am Ufer des riesigen Sees und schauen über die weite Wasserfläche zu den im Dunst verhüllten Bergen der gegenüber liegenden Seite. Kühl ist es hier, nicht erstaunlich, da die Fläche des Sees 31’722km2 gross ist, seine tiefste Stelle 1,6km beträgt und er eine stolze Länge von 636km aufweist! Imposante Zahlen, Die Fläche der Schweiz wäre vom See praktisch bedeckt, nur die Kantone Graubünden und St. Gallen würden am Ufer liegen!

Das Wasser erwärmt sich im grossen See selbst im Sommer nur bis höchstens 15° und ist in seiner Reinheit unübertroffen. Die Sibirer füllen ihre Trinkwasserflaschen, Eimer und Kannen direkt im See! Aber es gibt auch Brunnen in den Dörfern, da fliesst das Wasser kalt und klar aus der Röhre.

Jetzt während den Sommerferien ist das Ufer belebt. Die Städter haben Sack und Pack ins meist alte Fahrzeug geladen und sind an den See zum Zelten gekommen. Platz gibt es hier, viel Platz! Jeder kann, wenn er will, sich alleine im Grünen niederlassen. Oft sind auch zwei bis drei Familien beisammen; für die Kinder ein riesiger Spass! Ihr Lachen und Schreien hallt weithin, wenn sie sich bei Wasserschlachten vergnügen.
Bevorzugt ist dies am Maloe More, am kleinen See möglich, dem Wasserarm zwischen der Insel Olchon und dem Festland, da hier die Wassertiefe viel geringer und somit das Wasser bis zu 20° warm wird.


Sehr gute Tipps kriegen wir von Igor, einem Wasserbauingenieur aus Irkutsk. Er warnt uns vor der kurvigen Strasse bis ans Seeende. Robi lacht, und sagt: „In der Schweiz gibt es sehr viele kurvige Strassen, dies ist für uns kein Problem“. Darauf Igor lakonisch:“ Ja, das glaube ich, aber in der Schweiz gibt es keine russischen Autofahrer!!“
Was dies bedeutet wird uns bald klar. Sobald (für uns lächerlich wenig) Verkehrsaufkommen herrscht, mutieren die russischen Lenker zu Kamikaze Fahrern!
Sie überholen rechts, links gleich zweispurig, am Liebsten vor unübersichtlichen Kuppen und Kurven! Das Resultat ist zu oft an den Gedenkmalen am Strassenrand abzulesen, die den Opfern dieser waghalsigen Manövern gedenken...

Beim Campieren mit Russen sind wir häufig auch mit einem anderen Problem konfrontiert worden. Sie neigen zu masslosem Trinken. Schon am Morgen stehen sie vor der gri-gri Türe und wollen den Tag mit uns anstossen. In der Petflasche  halten sie einen „sibirischen Whisky“, Marke Eigenbrand. Schon bald zeigt der Alkohol seine Wirkung. Um 9.30Uhr muss sich der eine hinlegen, damit der Kopf wieder klar wird.
Derweil die Ehefrauen mit den Kindern Spiele spielen und den Camping- Alltag organisieren und kulinarische Köstlichkeiten auf den Tisch zaubern.

Auch sehen wir ab und zu schon am Vormittag eine torkelnde Gestalt am Strassenrand.
In der Stadt führen Polizisten einen jungen Mann weg, der noch kaum alleine auf seinen Beinen stehen kann.

Aber die fröhlichen und positiven Momente überwiegen bei weitem. Die Sibirer beanspruchen mit einer sorglosen Selbstverständlichkeit ihre Umgebung. Fahren querfeldein, halten, picknicken, stellen ihre Zelte ins Grüne, lassen ihre Gummiboote zu Wasser und fahren los.
Auch das Parkieren in den Städten ist völlig problemlos. Kreuz und quer stehen sie, niemand regt sich auf. Ein Wagen hält völlig unvernünftig und verkehrsbehindernd. Der Fahrer steigt aus und verschwindet in einem Geschäft. Die nächsten Fahrzeuge kurven umständlich um das Fahrzeug, die Fussgänger quetschen sich vorbei, dies ist normal und Alltag hier.

Die Versorgung mit Lebensmitteln läuft noch über die lokalen Markthallen und Stände und unzähligen, kleinen Quartierläden. Entlang der Hauptstrasse der Ortsverbindungen sitzen die Verkäufer und bieten ihre Produkte aus Wald, Feld und Garten an.
Kartoffeln, Karotten, Tomaten, Gurken, Melonen sind Eigenproduktionen. Und natürlich die Beeren und Pilze aus den Wäldern.
Der Grossteil der Früchte und Gemüse sind Importe, hauptsächlich aus Europa....
Falls der Boykott der Europaimporte greift, werden die Sibirer hauptsächlich Kartoffeln und Karotten zu essen haben! Aber dies kümmert die Regierung in Moskau wohl wenig. Und ihr Wunsch, diese Importe mit Eigenproduktion abzudecken bleibt Wunschdenken.
Der fruchtbare Boden ist wohl vorhanden. Aber das wenige, das angebaut wird, geschieht mit altertümlichen Maschinen, meist von alten Männern gefahren, eine moderne, effiziente Agrarwirtschaft ist zeitlich noch weit entfernt.

Ein weiteres Müsterli der russischen Wirtschaft erleben wir mit der Toyotagarage.
Vor 20 Tagen fiel bei uns das eine Scheinwerferlicht aus, so fuhren wir bei Toyota vor, einer modern eingerichteten Gross- Garage in Irkutsk. Wir haben eine Liste dabei mit russischer Übersetzung, was wir alles erledigen lassen wollen. Wir können einen Termin auf den 19. August für einen Service fixieren. Sie nehmen unsere Liste entgegen und sagen, dass alle Filter und Glühbirnen dann bereit seien.
Auf der Insel Olchon bemerkten wir einen besorgniserregenden Buckel bei einem Reifen. So fuhren wir gestern bei Toyota vorbei, um noch zusätzlich 2 neue Reifen  zu bestellen .
Heute Vormittag wird Robi bei Toyota empfangen, wie wenn sie von nichts wüssten... Keine Reifen bestellt, kein Luftfilter bereit, keine passende Glühbirnen....  Nimm’s leicht, bist in Sibirien!

Sibirien hält uns in seinem Bann. Jeden Abend entdecken wir einen weiteren, phantastisch schönen Übernachtungsplatz, ruhig, friedlich; das leise Plätschern der Wellen ans Ufer, den Duft der Blumenwiese in der Nase, der abendliche Besuch von einer Pferde- oder Kuhherde, Möwen, deren Schreien wie ein heiseres Lachen tönt in landschaftlich überwältigender Weite und Grösse!

Blick von Babushkin über den grossen See,
hier rund 50km breit

er kann auch stürmisch sein....



Blick von der Insel Olchon über den kleinen See

Camper am kleinen See

das sibirische gri-gri

wir haben den "schönsten" Übernachtungsplatz!

immer wieder am Strassenrand anzutreffen

mit symbolischem Steuerrad

mit echtem Steuerrad und Felge

Besuch mit sibirischem Whisky morgens um halb 9 Uhr

Spiel im Küchenzelt

Polizeieinsatz in Irkutsk morgens um 10 Uhr,
der junge Mann konnte nicht mehr stehen,
 da er dem Alkohol zu stark zugesprochen hatte

bis die Eisenbahnstrecke um das Südende vom Baikalsee
fertiggestellt war wurden die Eisenbahnwaggons per Schiff
über den See transportiert. Hier in Babushkin sind nach über
100 Jahren die Geleise immer noch vorhanden
mit entsprechenden Bahnübergangsschildern.
P.S. Heidi konnte es nicht lassen, auf den Geleisen zu
spazieren....

frisch geräuchten Omul, eine Delikatesse

Pannenhilfe auf der Strasse...

aus dem Schlamm....

mit 42m Seil aus dem Sand...

das Dankeschön!

Feuerkunst

immer wieder zerstörter Wald durch Feuer

Dorfladen

Die Fähre nach Olchon
Speziell ist, dass alle Fahrzeuge rückwärts die Fähre
verlassen müssen....

Weg zum kleinen Bergsee

der See entpuppt sich als Pfütze!

Khuzhir, der Hauptort der Insel Olchon, ist der
Touristenmagnet der Region

die Hauptstrasse....

der Hafen ist am zerfallen. Ein Grund dafür ist ein
Fisch- Fangverbot auf kommerzielle Weise.

Fischverarbeitungsfabrik - verlassen

die Möwen freut's

Kunst in den verlassenen Ruinen

das "Grandhotel" im Ort

Vom Taxi, Boot, Jeep, hier kannst du alles mieten!

der Schamanenfelsen im Morgenlicht

aus der Nähe

Der Felsen wir sehr rege besucht und verehrt, wir haben einen
mongolischen Schamanen getroffen, der die lange Reise
auf sich genommen hat, um hier den Felsen zu besuchen.

Ein "Schamane" beim Verkaufsgespräch

und bei der Arbeit

auf in den Pribaykalskiy Nationalpark, ein Teil davon
ist bewaldet

und wieder einmal friedlich und schön

jeder sucht sich seinen Weg zum See

ein sandiger Abschnitt, für den Toyota kein Problem!

getrocknete Schlammwülste

das gri-gri beim Tanzen

wunderschöne, gedrungene Lärche
die Internodien der Bäume sind "Bonsai- mässig"

Steilküste am Nordende der Insel

mit Aussichtspunkt auf Khoboy

sibirische Touristen aus Krasnojarsk

das Felsentor

unser Übernachtungsplatz auf der Seite vom grossen See
auf dem Weg zur Wetterstation Uzur

wir sind nicht alleine unterwegs

die Wetterstation

sie geniessen das kühle Nass

und wälzen sich genüsslich im Schlamm

hier ist der Beweis: Ein Sibirer kann an jedem Abhang zelten...

Grünstreifen zwischen den Spuren....

Morgenstimmung an einem Seitenarm

sichtlich geniesst Robi das kühle Bad

einer der vielen verlassenen Viehunterstände

Steingarten am Seeufer mit blühenden Hauswurz

Heufrisur

unsere Liste für die Toyota Garage

endlich haben wir sie gesehen; den sibirischen Bären und Hirsch
unter Palmen in Irkutsk....

1 Kommentar:

  1. Hi

    http://i1188.photobucket.com/albums/z403/AlekseyKlimov/2Baik/IMG_5777.jpg

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