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Sonntag, 12. April 2015

Tee Zeit




Der grösste Teeproduzent in Malaysia ist die Firma BOH.

BOH steht für: Best of Highlands.
Im Jahre 1929 wurde die Firma von John Archibald Russell, Sohn eines Britischen Regierungsbeamten, gegründet.
J.A. Russell erkannte das Potenzial des Teeanbaus in dem damaligen Malaya, dessen Wirtschaft bis dahin ausschließlich von Zinn und Kautschuk abhängig war. Zusammen mit einem erfahrenen Teepflanzer aus Ceylon, bewarb er sich um ein Stück Land in den Cameron Highlands und erhielt die Konzession. Hierdurch entstanden die BOH Gärten, die erste Hochlandteeplantage in diesem Land.
Die BOH Plantagen wurden aus unberührtem Dschungelland herausgehauen. In reiner Handarbeit, nur mit Hilfe von Mauleseln, wurden Bäume gefällt, Straßen gebaut und auf den steilen Hochlandhängen Teegärten angelegt.

Die Herstellung des Tees erfolgt in einem heiklen Prozess.
Um die Blätter nach dem Pflücken vorzubereiten, wurden sie früher zwei Stunden in die Sonne gelegt. Später verwendete man Welkhürden in speziellen Hallen, in denen eine Temperatur von 20 bis 22 °C herrschte. Der Welkprozess dauerte dann bis zu 24 Stunden.

Heute werden meistens so genannte Welktunnel eingesetzt, die die Teeblätter auf Fließbändern durchlaufen. Die Stärke der Welkung wirkt sich (im umgekehrten Verhältnis) auf den Grad der später erzielbaren Oxidation aus. Das Rollen erfolgt heute maschinell und dauert etwa eine halbe Stunde. Dabei werden die Zellen der Blätter aufgebrochen, so dass ätherische Öle freigesetzt werden.
Anschließend werden die Teeblätter nach Qualität sortiert. Bei der Oxidation wird ihnen durch künstlich erzeugte hohe Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent bei genau 22 °C wieder Feuchtigkeit zugeführt, um die chemischen Prozesse in Gang zu setzen.
Dabei entsteht Wärme, die Temperatur der Blätter wird alle 15 Minuten gemessen und nach Erreichen der Höchsttemperatur von 29 °C durch Trocknung sofort abgebrochen. Wird dieser Zeitpunkt verpasst, haben die Teeblätter kein Aroma mehr und gelten als „verbrannt“.
Getrocknet wird in Maschinen mit Hilfe von Heißluft. In Malaysia reichen 20 Minuten bei 90 °C. Anschließend werden die Blätter sofort wieder abgekühlt.

Die Blätter werden in verschiedene Grössen geschnitten, von ganzen Blättern bis sogenannten „Staub“, ganz feinem Schnitt. Für den Beuteltee werden diese verschiedenen Arten ( Leaf, Broken, Fannings, Dust) gemixt, um ein optimales Aroma zu erhalten.

Die Ernte erfolgt in den steilen Hängen noch immer von Hand.
Mit einem Werkzeug, das aussieht wie eine Heckenschere, schneidet der Pflücker die Blätter. Er kann so täglich rund 120kg frische Blätter ernten.
Mit einer Zwei- Mann Maschine, die über die Stauden gezogen wird, können schon 600 kg geerntet werden und mit einer Vollernte Maschine, die nur im Flachland eingesetzt werden kann, beachtliche 9000 kg.

Viele Plantagenarbeiter wohnen auf der Plantage; ein kleines Dorf mit Schule, Dorfladen und einfachen Häusern steht inmitten grüner Hügel.

Nach soviel Theorie genehmigen wir uns einen Tee im Plantagen eigenem Restaurant.
Der Preis ist unverschämt touristisch hoch, der Tee wird lieblos in hässlichen Kannen und Tassen serviert; doch der Tee selbst, der wird seinem Ruf gerecht in Geschmack und Duft; einfach BOH!!



Die Anfahrtsstrasse windet sich kurvig und eng durch die Hügel

teilweise sind die Anbauflächen sehr steil


in diesem Gelände kann nur von Hand gepflückt werden

gut sichtbar die Handschere

die frisch gepflückten Säcke werden zur Strasse getragen

kunstvoll geschnitten!

alte, knorrige Teesträucher
erinnern uns an Rebstöcke


Am Anfang war der Dschungel,
der von Hand gerodet wurde
die Wege nur mit Maultieren
begehbar

so sahen die Verpackungen früher aus
ausgeliefert wurden sie mit diesem
Fahrzeug

die verschiedenen Schnitt- Arten der Teeblätter

PR Kampagne aus frühen Zeiten, selbst auf dem Trolleybus
von Penang

das zufriedene Direktorium

eine Handschere mit Auffangschale


diese alte Rollmaschine ist noch immer in Betrieb

seit 1935 versieht sie ihren Dienst und rollt die gewelkten Blätter,
bricht die Zellen auf, um die Duftstoffe freizusetzen

Blick in die Fabrikhalle

das Plantagen eigene Restaurant mit Aussicht

ein allgegenwärtiges Problem in den Cameron Highlands
nach starken Regenfällen geraten ausgedehnte Hangpartien
ins Rutschen und zerstören die Kulturen

Blick auf das Plantagen Dorf
mit den bescheidenen  "Doppeleinfamilienhäusern"

die Dorfschule mit bunten Zeichnungen und kleinem Garten

zurück geht es wieder durch die grünen Hügel