Évora und Marvão, zwei Perlen in Portugals Hinterland

 

 



  

 


Im Herzen der Region Alentejo liegt die Stadt Évora. Hinter einer gut erhaltenen Stadtmauer mit hübschen Steintoren ducken sich die aneinandergereihten, schmalen und engen Altstadthäuser. Inmitten der verwinkelten Gassen liegt die verschnörkelte Kathedrale, daran angebaut das ehemalige Kloster.

Im Klosterhof ist es ruhig, nur von Ferne brandet das quirlige Stadtleben durch die dicken Mauern.

Wir besuchen ebenfalls die Capela dos Ossos. An den Wänden der Kapelle sind aus menschlichen Knochen Ornamente gebildet. Viele der zahlreichen Besucher nehmen den Ort nicht wirklich wahr und posieren für ihre Selfies. Kein Ort der Stille, es geht laut und hektisch zu und her; auf uns wirkt dies pietätlos.

 

Aber den überraschenden Moment erleben wir auf einem Platz, zuoberst auf dem Hügel der Altstadt. Umgeben von altehrwürdigen Gebäuden mit verspielten Elementen stehen auf einem Sockel die Reste eines römischen Tempels! Die gut erhaltenen Säulen ragen in den blauen Himmel. Was für ein Kontrast zu den Häusern rundherum!

Évora wurde im 1. Jahrhundert vor Christus (um 59v. CHr. unter Julius Caesar) von den Römern eingenommen und zu einer dauerhaften Siedlung ausgebaut. Die Stadt trug damals den Namen Ebora Liberalitas Julia.

 

Auf unseren Reisen haben wir schon, tausende Kilometer von hier entfernt, einige römische Stätten anschauen können. Die Grösse des damaligen Reiches ist kaum erfassbar. Und überall haben die damaligen Besatzer ihre kulturellen Spuren hinterlassen. In manchen Gebieten (z.B. auch in Marokko) stiessen die Römer einen Entwicklungs- Schub an, der die Länder wirtschaftlich und gesellschaftlich vorwärts gebracht und nachhaltig geprägt haben.

Schön, dass die Tempelruine und auch der Aquädukt die Jahre überdauert hat und nun an die längst vergangene, gloriose Zeit des grossen Caesars erinnert!

 

Marvão

Die Fahrt geht über eine kurvenreiche Strasse durch ausgedehnte Korkeichenwälder, dann wieder zwischen Olivenhainen durch, hinauf über grüne, steile Hügel mit Akazien und Föhren bewachsen. Dazwischen liegen kleine Dörfer mit alten, teilweise verfallenen Steinhäusern. Dann entdecken wir auf einem steilen Hügel Marvão, ein kleines Dorf unterhalb einer grossen Burg.

Auf einem 800–860 m hohen Felsplateau gelegen, bietet die Stadt einen schönen Blick über die umliegende Serra de São Mamede. Dank seiner strategischen Lage im Grenzgebiet zu Spanien blickt der Ort auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Zusammenhang mit den steten Bedrohungen und Eroberungen über die Jahrhunderte sind die umfangreichen Befestigungsanlagen der Stadt entstanden.

Langsam schlendern wir durch die schmalen Gassen, entdecken den grossen Dorfbrunnen, die kleine, reich verzierte Kirche des Ortes und manch liebevoll gestaltete Fassade und schöne Gärten.

Die Sicht in die Weite ist heute leicht von Dunst getrübt, aber der Rundumblick ist gleichwohl grandios!

Zufrieden lassen wir uns im stilvollen Pousada nieder und lassen uns von den regionalen Köstlichkeiten verwöhnen.

Marvão, ein gastlicher Ort zum Verweilen!

 

 

 

 

die gut erhaltene Stadtmauer von Évora mit Wachturm. Ein Fussgänger Tunnel führt unter dem Turm durch
 

 

 

 

 

 

 

die Kathedrale, davor ein schmucker Brunnen und Stadthäuser

 

 

 

 

 

 

 

Blick in den Klostergarten, ruhig und still liegt er da
 

 

 

 

 

 

 

in der Capela dos Ossos. Eine Wandverzierung aus menschlichen Knochen
 

 

 

 

 

 

 

Die Wände und auch die Säulen sind gänzlich mit Knochen verziert





 

 

 

Detail eines Bildes
 

 

 

 

 

 

 

 

 

mitten in der portugiesischen Altstadt befinden sich diese römische Tempelruine

 

 

 

 

über 2000 Jahre haben die mächtigen Säulen standgehalten, selbst schwere Erdbeben überdauert
 

 

 

 

 

 

 

 

im Vordergrund die typischen Häuser von Évora. niedrig, hell mit gelber und roter Umrandung
 

 

 

 

 

 

 

 

der Aquädukt von Évora besticht durch die grandiose Architektur von damals
 

 







eine Gruppe von Korkeichen stehen am Strassenrand




 

 

das Dorf Marvão mit der imposanten Burganlage
 

 

 

 

schon damals wusste man sich zu wehren!
 

 

 

 

Marvão in Miniatur nachgebaut
 

 

 

 

der grosse, aus Natursteinen gefertigte Dorfbrunnen
 

 

 

 

unter den Wasserausläufen kann ein Eimer platziert werden
 





 

das antike Kirchentor aus Holz
 

 

 

 

Viele steile Treppen führen steil hinauf und wieder hinunter
 

 

 

 

ein Durchgang mit Durchblick
 

 

 




schmale Gasse zwischen Burgmauer und Häuserfassaden





ein stattliches Eckhaus, liebevoll renoviert




 

ein Balkongeländer mit Stil

 

 

 

 

hier bietet sich der Platz für ein ein- Zimmer breites Haus

 

 

 

 

Blick von Marvão über das Kloster in die weite Ebene

 

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