Dienstag, 15. Januar 2019

Die Legende vom Zaisan Hügel in Ulaan Bataar


Vor unendlich langer Zeit lagen die Berge Chingiltai und Bogd im Streit miteinander. Regen prasselte vom Himmel, Schnee bedeckte die Berge, Blitze und Stürme jagten sich um die Kontrahenden. Die Leute befürchteten, ein Dämon hätte sich der Berge bemächtigt und würde zwischen dem Chingiltai und Bogd der Erde entsteigen. Sie baten einen sehr starken Mann um Hilfe. Er soll einen kleinen Hügel zwischen die Berge platzieren, um dem Dämon den Weg zu versperren. Dies schaffte der Mann und seither beschützt der Zaisan Hügel die Bewohner zu seinen Füssen.
Heute nimmt ein grosses Monument, das dem 2. Weltkrieg gedenkt, die Hügelkuppe ein und ist beliebter Aussichtspunkt für die Bewohner und Besucher von Ulaan Bataar. Eine Sicht über die ganze Stadt bietet sich von hier. Sehr gut erkennen wir die vielen Baukräne, die Stadt ist im Aufbruch! In der Innenstadt entstehen viele luxuriöse Hochhäuser, an der Peripherie riesige Wohnblocks. Die Bauqualität der Häuser, Strassen, aber auch die Handwerkskunst lässt Robi als Fachmann schaudern! Ebenso wird die Städteplanung vernachlässigt.

Rund die Hälfte der Mongolen, 1,3 Millionen, wohnen mittlerweile in der Hauptstadt. Jeder Mongole hat Anspruch auf 700m2 eigenes Land. Die Neuankömmlinge ziehen einen Bretterzaun, stellen die Jurte, lassen ihr Grundstück im Grundbuch eintragen und versuchen ihr Glück in Ulaan Bataar. Dies stellt die Infrastruktur vor beinahe unlösbare Probleme.
Die Innenstadt wird von einem riesigen Gürtel von unzähligen Jurten umschlossen. Jetzt Ende August sieht dies vielleicht noch pittoresk und nostalgisch aus. Aber im langen Winter beheizen die Jurtenbewohner ihre Öfen mit allem Brennbaren, das sie finden und verursachen eine stinkende Smogglocke über der Stadt. Auch sind die Jurten ohne Wasser, Strom und Abwasser. In jeder Ecke steht ein Plumpsklo, in dieser Menge ein nicht zu unterschätzendes Risiko von Krankheitsherden. Eine feste Wohnung ist deshalb der Traum vieler. Ein anderer Traum ist das eigene Fahrzeug. Das Verkehrschaos nahm derartige Ausmasse an, dass die Regierung vor ca. einem Jahr eine neue Regelung erliess, die besagt, welche Nummernschilder an welchen Tagen fahren dürfen. Wir als ausländische Touristen dürfen uns frei bewegen. Offensichtlich greifen die Massnahmen, der Verkehr hält sich in erträglichem Umfang. Der öffentliche Verkehr ist komplett überlastet, der Andrang an den Haltestellen gross. So erstaunt es nicht, dass die privaten Autofahrer versuchen, mit „Taxifahrten“ dazu zu verdienen. Die Fahrgäste winken am Strassenrand. Ein Fahrer hält, man verhandelt Ziel und Preis – und schon fahren sie weiter, meist das Fahrzeug vollgestopft mit Menschen und Gepäck. 6 bis 8 Leute pro Personenwagen ist die Norm!

Die Arbeitslosigkeit ist in der Hauptstadt gross, zu viele versuchen, ihr Glück hier zu machen und das Nomadenleben gegen das Leben in der Stadt einzutauschen. Auch ist der Sprung vom Viehzüchter zum Stadtmenschen gewaltig. Gut ausgebildete junge Leute haben es schwer, eine angemessen bezahlte Arbeitsstelle zu finden. Lohn und Lebenshaltungskosten driften hier krass auseinander. Ein gutes monatliches Gehalt wird mit ca. 250 Euro angegeben. So versuchen alle, irgendwie durchzukommen.

Eine neuere Einnahmequelle ist der Tourismus. Die Mongolei ist „in“ und so sehen wir erstaunlich oft Gruppen aus Europa, die durch das Land reisen. Ausserhalb Ulaan Bataar und an touristischen Schwerpunkten entstehen Jurten (Ger) Camps für die Gäste. Für eine Nacht campieren wir zwischen zwei solcher Camps und hören das fröhliche Treiben...
In der Mongolei sind wir Millionäre! Für unsere Reise durchs Land wechseln wir 1,5 Millionen Tögrög, (750SFr) für Diesel und Lebensmittel. Es reicht gar für einen mongolischen Merlot!!!!


Szenen aus dem 2. Weltkrieg

Blick auf die Stadt, im Hintergrund
die 1 Zimmer- Häuser und Jurtensiedlungen

Neubauten unterhalb des Zaisan Hügels

Blick ins Stadtzentrum

Neubausiedlung am Stadtrand

Flughafen Beleuchtung neu erstellt

Detail Servicedeckel


Detail Fahnenhalterung
Ich kann auch nicht schweissen.....



Jurtensiedlung und kleine Häuser am Stadtrand

ohne Stromversorgung, Wasser und Abwasser


Bushaltestelle mit Einkaufsläden 

Zugang zum Einkaufszentrum

Strassenreparaturwerkstätte
mitten in der Stadt

Rotlicht Anlage Aufbau mitten im Verkehr

Touristen Jurtencamp ausserhalb der Stadt

unser Übernachtungsplatz oberhalb des Camps

damit wir waagrecht schlafen können
klettert das gri-gri auf den Fels


Mittwoch, 23. Dezember 2015

Neujahrsgrüsse aus der Schweiz

Liebe Freunde

Schon weilen wir vier Monate in der Schweiz. Die Tage entschwinden im Flug, es gibt immer viel zu tun!

Wir begleiten Nana, unsere Schwiegermutter/ Mutter dreimal in der Woche durch den Tag, um ihr den Alltag zu verschönern. Dies geniesst Nana in vollen Zügen, das gemeinsame Mittagessen, Spaziergänge, die Gespräche von der grosssen Familie, die Erinnerungen...

An den übrigen Tagen halten uns die fünf Enkel/innen, Töchter und Freunde auf Trab, Spiele, Spass, Haushalt, Einladungen, ein Konzertbesuch und lange Gespräche bei einem guten Glas Wein sind angesagt.

Robi hat Planungsaufträge angenommen, die ihm grosse Freude machen und erst noch unser Budget in der teuren Schweiz entlasten.
Daneben bauen wir im gri-gri unsere ehemalige Dusche nochmals um, um den Platz optimal zu nutzen und den Komfort zu verbessern.

Targia hat sich mit der Schweiz arrangiert. Unsere Studentenbude gefällt ihr, sie kann darin ein paar Luftsprünge machen, wenn sie ihren Futternapf sieht und sich gemütlich im Hundebett zusammenrollen, wenn ihr das Wetter arg zu schaffen macht. Sie ist nach dem Liegen oft steif und hat erst mal Mühe, ihre Stöckelbeine zu sortieren...

Immer wieder erhalten wir interessante Mails und Neuigkeiten von unseren Mitreisenden, die inzwischen auf der halben Welt verstreut sind!

Monika und Paul sind inzwischen in die Schweiz zurück gekehrt und wir haben uns schon zu einem ausgiebigen Schwatz getroffen!

Auf ihrer letzten Etappe sind Jennifer & Peter von Wladiwostok quer durch Russland nach München gereist und sind dabei, sich wieder zu Hause zu installieren.

Die „Youngsters“, Sandra & Markus, Ellen & Jonas von unserer China- Reise sind inzwischen in Malaysia angelangt und wir verfolgen mit Interesse, wohin es sie weiterhin verschlägt.

Gisela & Michael sind in Australien angelangt und schmoren in der Hitze..

Und Ruth und Walter sind auf dem Weg nach Südafrika, nach SOA eine neue Herausforderung!


Bei uns ist es kurz vor Weihnachten frühlingshaft mild, mit Tagen voller Sonnenschein, dann wieder neblig grau oder mit Nieselregen! Nichts mit weisser Pracht!

So wünschen wir Euch allen von Herzen eine glückliche Zeit und geben Euch unsere Neujahrwünsche mit auf den Weg!

Herzlichst Heidi & Robi




Auf ein glückliches 2016

Das ausklingende Jahr lässt uns zurückblicken.

Auf Ziele, die wir nicht verwirklichen konnten, aus denen sich jedoch neue Möglichkeiten ergeben haben.

Auf Wege, die uns durch Länder führten, die zu bereisen wir nie geplant hatten, welche uns intensive Erlebnisse und Erfahrungen schenkten, die nicht auf ausgetretenen Pfaden lagen.

Auf das Vergangene, dessen Gutes man erst dann erkennt, wenn man gewillt ist es loszulassen, um Platz für Neues zu schaffen.

Auf Freundschaften, die unsere Abwesenheit und Distanz überdauert haben und immer wieder neu aufleben.

Auf unsere Dankbarkeit und unser Privileg, jeden Tag von neuem ins Ungewisse starten zu dürfen um grandiose Landschaften zu entdecken und unvergessliche Momente mit liebenswerten Menschen zu verbringen.

Mögen 365 neue Tage voller Lebensfreude  uns alle überraschen

Mit den besten Wünschen                 Heidi & Robi


unser "Menschenhaus" in Berikon, wir stehen direkt vor unserem Stübli