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Es werden Posts vom Oktober, 2019 angezeigt.

Westwärts über die Prairie

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Instinktiv greift Thomas Hardwick nach seiner Whiskyflasche. Der Ärger sitzt wie ein Knoten in seinem Magen. Zwölf Männer, und trotzdem hatte keiner die Diebe gesehen. Die Männer hatten die Wolfsjagd am Abend erfolgreich beendet und waren unvorsichtig geworden. Jetzt, am Morgen, waren 40 Pferde einfach verschwunden, vom Erdboden verschluckt.
Dieser verdammte Häuptling „Little Soldier“ mit seinem Indianerstamm musste es einfach gewesen sein. Da konnte Abel Farwell, der hier in den Cypress Hills mit seinem Whisky- und Pelzhandel schön im Trockenen saß, sagen, was er wollte …
Der Himmel über den Cypress Hills ist so groß und weit, dass er selbst die Zeit aufzusaugen scheint. Doch George Hammond hat keinen Blick für das strahlende Blau. Er brüllt seine Wut laut heraus. Schon wieder hatten diese Rothäute sein Pferd gestohlen.
Beim letzten Mal, als das Tier angeblich davongelaufen war und sie es zurückgebracht hatten, hatte er sie noch mit Whisky belohnt. Jetzt glaubten sie wohl, sie könnten i…

Unsere Mitreisende

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Seit über drei Monaten begleitet sie uns auf unserer Fahrt. Ihr Zuhause ist der Alkoven vom gri-gri. Als kleines, dünnes Spinnlein ist sie an einem Morgen in ihrem Netz zwischen Alkoven und Aussenspiegel gesessen und hat Insekten eingewickelt. Selten haben wir sie gesehen, jedoch jeden Morgen ein neues Netz vorgefunden. Ein paar Mal ist sie während der Fahrt aus ihrem Haus gekrabbelt und wollte nach ihrer Beute schauen. Hilflos ist sie im Wind am Faden gekreiselt und schnell wieder in den Schutz ihres Hauses geeilt.
An einem Tag, wir sind gerade dabei durch eine Stadt zu fahren, ist sie wieder einmal während der Fahrt aus ihrem Haus gekommen. Mit Schrecken habe ich gesehen, wie sie, gross und schwer geworden, im Fahrwind herumgewirbelt wird und plötzlich weg ist! Ach, wie leid tut sie mir. Ausgerechnet in einer Stadt, mitten auf der Strasse abgeworfen zu werden. Traurig sitze ich da und denke an «unsere» Spinne.
Wenig später halten wir an einer Tankstelle. Wie ich vom Bezahlen wieder zum…

Winnipeg und Winnie the Poo

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Winnipeg ist die Heimat von 'Winnie the Pooh'. Im Jahre 1914, während des 1. Weltkrieges, brachte Captain Harry Colebourn einen jungen Schwarzbären als Maskottchen für sein Regiment von Winnipeg nach England. Als Colebourn nach Frankreich abreiste, spendete er den Bären, benannt nach seiner Heimatstadt Winnipeg, dem Londoner Zoo. Der Schriftsteller A.A. Milne und sein Sohn Christopher Robin liebten „Winnie“ und sein Vater erfand später Geschichten über einen Jungen und seinen Bären, „Winnie the Pooh“.
Und nun sind wir dabei, das heutige, moderne Winnipeg zu erkunden. An einem Regentag besuchen wir das Museum der Menschenrechte. Es war ein emotional bedrückender und schwerer Tag, ist doch in einem Gebäude das himmelschreiende Unrecht der Menschheit über die Jahrhunderte bis heute dargestellt. Das Schlimmste daran ist, dass es nicht vergangene Geschichte ist. Nein, auch heute geschieht das täglich und in grossem Stil, dass gegen die Menschenrechte verstossen wird aus purer Macht-…