Riaño, ein Dorf MUSS weg
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| Riaño 1984 |
Nach einer Fahrt über eine kurvige, enge Strasse erst durch einen Canyon, danach über einen Pass erreichen wir den Ort Riaño.
Bevor wir uns auf dem Camping «einnisten» gehen wir im kleinen Laden einkaufen. Das Dorf liegt malerisch auf einer Landzunge über dem gleichnamigen Stausee, ein grossartiges Panorama von den Picos de Europa, den markanten Kalksteinformationen, runden das imposante Bild ab.
Riaño wirkt wie geplant, der kompakte Kern im selben Stil gebaut. Beidseitig der Hauptgasse stehen die Häuserfronten mit modernen Glasvorbauten. Viele Säulen «erden» und verbinden die Bauten. Ein grosszügiger Innenhof mit Schattenbäumen, Sitzbänken und ein Marktplatz an bester Lage weist auf einen Ortsplaner hin.
Wir erfahren später, dass der Ort auf eine turbulente und leidvolle Vergangenheit zurückblickt.
Noch unter der Diktatur von Franco begannen die Planungen und im Jahr 1965 der Bau der Talsperre Riaño.
Das Projekt stiess auf massiven Widerstand der lokalen Bevölkerung, in den späten 1970er- Jahren ruhten die Arbeiten zeitweise.
Doch Anfangs der 1980er- Jahre wird die Bautätigkeit wieder aufgenommen, der neue, kompakte Ort Riaño entsteht auf dem Hügel.
Der alte Dorfkern und neun weitere Weiler werden bis auf die Grundmauern abgetragen.
Die alte Dorfkirche, Nuestra Señora del Rosario, wird Stein für Stein abgetragen und am Ortsrand vom neuen Dorf wieder aufgebaut. Neben der Kirche wird ein Begegnungsplatz gestaltet mit einem alten Getreidespeicher, einem Horreo. Daneben hangen die Glocken der ehemaligen Kapellen der Weiler, die dem See weichen mussten. Eine Erinnerungstafel weist auf die Ereignisse von damals hin.
Ob sich wohl alle gegen das Projekt gesträubt haben? Gab es auch einige, die sich auf den Umzug in die neu gebauten, hellen Häuser gefreut haben? Eine Heizung, Küche, Bad und modernen Komfort gegen die alten Steinhäuser einzutauschen? Als Kind in dem geschützten Innenhof spielen zu können, mit den Freundinnen Tür an Tür zu wohnen?
Tatsache ist, bis zuletzt wehrten sich die Dorfbewohner gegen den Umzug. Unter Einsatz von Sicherheitskräften wurde das Tal im Dezember 1987 geflutet, ein neuer See entstand.
Nun, vierzig Jahre später leben die Bewohner von Riaño hauptsächlich vom Tourismus.
An diesem Morgen ist das gemütliche Kaffeehaus voller Leute, es wird gelacht, getratscht, Einheimische wie auch Touristen geniessen den sonnigen Tag.
In Scharen fahren sie hierher, ganze Pulks von Motorradfahrern, Campern und Ausflüglern aus ganz Europa und Spanien. Sie profitieren von den Sportmöglichkeiten am und auf dem See, wandern auf den Pfaden von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Gleich hinter dem Camping befindet sich zwei Aussichtspunkte mit 360° Rundumsicht.
Auf einem Hügel steht eine riesige Schaukel und lädt zum Verweilen und Träumen ein.
Friedlich liegt der weit verzweigte See vor mir, gegenüber glänzen die Häuser von Riaño in der Sonne, filigran überspannt der Viadukt das Wasser.
Auf der blauen Fläche kreuzen sich kleine Segelschiffe, eine Gruppe von Jet- Ski Fahrern fahren im Konvoi um die Landspitze. Und über allem stechen die markanten Felsformationen der Picos de Europa in den blauen Himmel.
Seit 40 Jahren liefert der See nun zuverlässig Strom – und speichert, was bei den Klimaveränderungen immer mehr ins Gewicht fällt, das ganze Jahr über Wasser für die Landwirtschaft und die Haushalte.
Überwiegen die positiven Entwicklungen? Denken ältere Einheimische noch an das Dorf unten im Flusstal, an die alten Steinhäuser, an die Gärten, die den Bewohnern den täglichen Bedarf deckten? Ist das Leben in den modernen Häusern einfacher, bequemer?
Verblasst der radikale Umzug eines ganzen Dorfes allmählich in der Vergangenheit? Wird er zur Geschichte, die unwiderruflich vergangen ist?
Das heutige Riaño zeigt sich für uns in seiner ganzen Pracht.
Attraktiv, kompakt auf der Landzunge gelegen, umgeben vom blauen See, eingerahmt von einer imposanten Bergkulisse liegt es in der Sonne.
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| die kurvenreiche, schmale Strassse führt durch eine enge Schlucht |
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| überhängende Felsen, stotzige Berge prägen das Bild |
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| Riaño liegt hoch über dem Stausee auf einer Landzunge |
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| Häuser von Riaño, gebaut in den 80iger Jahren |
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| Die Hauptstrasse mit zwei kompakten Häuserzeilen mit den markanten Säulen und den verglasten Fronten |
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| das Schild zeigt: Dorfplatz |
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| Der Dorfplatz ist von allen vier Seiten von Häusern eingerahmt |
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| In den Ecken stehen Schattenbäume, die gerne genutzt werden |
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| Der Durchgang vom Dorfplatz zur Hauptstrasse |
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| Die alte Dorfkirche; Nuestra Señora del Rosario wurde am alten Platz Stein für Stein abgebaut und hier am Ortsrand vom neuen Riaño wieder aufgebaut |
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| die Kirche erhält hier einen grosszügigen Platz |
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| auch ein typischer Vorratsspeicher, ein Horreo wurde als Erinnerung auf dem Vorplatz wieder errichtet |
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| Die Infotafel über verschiedene Horreos der Region Léon |
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| Die Tafel erinnert an den einschneidenden Umzug eines ganzen Dorfes |
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| Dieses Bild zeigt das alte Riaño in der Talsenke mit der zukünftigen Brücke. All diese Häuser wurden abgetragen und Ende 1987 geflutet, ein Dorf für immer verloren! |
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Der Campingplatz liegt dem Dorf gegenüber mit toller Aussicht über den See in die Berge. Dahinter erhebt sich der eine Aussichtspunkt mit der gigantischen Schaukel |
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| 360° Rundumblick Schaukeln |
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| auf dem anderen Aussichtspunkt steht ein Herz mit Blick auf die Picos de Europa |
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| unter uns liegt ruhig und friedlich Riaño |
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| der verästelte Stausee mit niederem Wasserstand |
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| im gemütlichen Kaffeehaus wird ausgiebig geschwatzt beim geselligen Zusammensein |
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| das Prachts- Panorama von Riaño und dem See |























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