durch die Medina von Fez
Erwartungsvoll steigen wir in ein Taxi und lassen uns zum Tor Bab Boujeloud bringen. Das Tor ist der repräsentative Eingang zur Medina. Von aussen ist es blau, verziert mit vielen kleinen Kacheln. Die Farbe symbolisiert das Weltliche der Stadt, denn Fez gilt wegen seiner bekannten Keramik als «blaue Stadt».
Auf der Innenseite ist das Tor grün, die heilige Farbe des Islam. Das Tor bildet den Übergang von der weltlichen zur religiösen Welt.
Hinter dem Tor verzweigt sich das enge, schattige Labyrinth der verwinkelten Gassen.
Am heutigen Morgen haben wir die Gassen für uns. Viele Läden sind noch geschlossen, die Touristen in den klimatisierten Hotels beim Frühstück. Für einmal loben wir das Handy. Statt uns mit dem Warenangebot zu bedrängen, sitzen die Händler im dunklen Innern der kleinen Boutiquen und tippen auf den Telefonen herum.
So können wir in Ruhe durch die Gassen schlendern.
Auf einem kleinen Platz neben dem prächtigen Tor einer Moschee, steht ein ebenso hübscher Brunnen. Ein älterer Mann füllt sich Wasser in Kanister ab. Offensichtlich braucht er den Quartierbrunnen für seinen Wasserbedarf.
Überall liegen und sitzen dünne, hochbeinige Katzen, junge Kätzchen huschen an uns vorüber und verschwinden hinter der nächsten Ecke.
In den Seitengassen ist niemand mehr.
Eine freundliche Frau macht uns darauf aufmerksam, dass sich die Ledergerberei um die andere Ecke befindet.
Über eine schmale, mit alten Mosaiksteinen ausgelegte Treppe werden wir auf eine hohe Terrasse geführt, die uns eine gute Übersicht über die Gerberei bietet.
Das ganze Viertel wurde 2013 saniert, befindet sich jedoch noch immer mitten in der Altstadt.
Unser Begleiter erzählt, dass heute die Arbeit ruht.
Die verschiedenen Lederarten, vom weichen Ziegenleder bis zum dicken, harten Kamelleder werden hier nach alter Tradition gegerbt. In den Becken werden die Häute in Taubenkacke gelegt und anschliessend weiter verarbeitet. Im Laufe der Entwicklung werden ebenfalls chemische Substanzen verwendet. Aber noch immer ist Gerben eine harte Knochenarbeit und sowohl der Vogelmist, wie auch die Chemikalien sind giftig und äzend. Die Gerber verdienen im Verhältnis gut, bezahlen dies aber mit einer niedrigen Lebenserwartung, verbunden mit Krankheiten.
Danach geht es wieder über die steile Treppe hinab. Er führt uns durch das ganze Haus mit dem riesigen Angebot an Lederwaren.
Was man aus Leder herstellen kann; hier kannst Du es kaufen!
Interessiert schauen wir uns um, hören uns seine Ausführungen an und verlassen den farbenfrohen Ort.
Tauchen wieder in die schmalen Gassen ein.
Folgen einem Schild Dar Dbagh. Die Häuserwände rücken näher, wir gehen unter Abstützungen durch. Sind wir hier noch in der Medina? Vom Gefühl her eher in einer Mine!
Der «Stollen» endet nicht, wie erwartet bei einem Tor, sondern vor verschlossenen Türen.
So kehren wir um und erreichen schlussendlich ein Tor, treten hindurch und befinden uns mitten auf einem lebhaften Quartiermarkt.
Zufrieden lassen wir uns in einem Café nieder und stärken uns bei einem Minzentee.
Inzwischen brennt die Sonne bereits wieder vom Himmel.
Auf dem Parkplatz liegt ein Mann bei offener Tür neben seinem Fahrzeug. Die Klimaanlage ist voll aufgedreht und bläst kalte Luft über den Mann, der so ein gekühltes Schläfchen hält!
Mit einem Taxi lassen wir uns wieder zum Camping zurückbringen.
Der Weg führt uns durch den Wasserpark.
Zahlreich tummeln sich Gross und Klein in den Becken, lachen und kreischen. Der DJ gibt alles und eine Trommlergruppe bespasst die Badenden.
Welch ein Unterschied zur Medina!
Das gri-gri steht allein unter den alten Eukalyptusbäumen.
Zufrieden setzen wir uns in den Schatten, geniessen die Ruhe und lassen uns unseren Ausflug durch den Kopf gehen.

das Bab Boujeloud von der grünen, der islamischen Seite her gesehen
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ein hübsches Haus steht am Platz |
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| die engen Gassen sind noch leer |
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| eine Nebengasse wird mit grünen Pflanzen dekoriert |
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| die bunten Auslagen locken zum Kauf |
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| die Häuser berühren sich beinahe |
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| auf einem kleinen Quartierplatz holt sich ein Mann Wasser am Brunnen |
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| Blick auf die Gerberei und die umliegende Medina |
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| heute wird nicht gearbeitet |
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| auf einem Bild an der Wand ist die Gerber- und Färberei farbenfroh dargestellt |
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| das Lager für die Rohwolle |
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| Schuhe in allen Farben wird in der Cooperative angeboten |
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| bei dieser Auswahl bedaure ich, auf Schuheinlagen angewiesen zu sein! |
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| Schaut Euch neben den Lederwaren den antiken Keramikboden an |
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| Eine Gasse? Oder eher ein Minenstollen?? |
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| eine enge, schmale Treppe führt nach oben |
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| durch einen Torbogen- und schon sind wir wieder mitten auf einem Markt |
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| er schläft auf dem Parkplatz, bei offener Türe im Strom seiner Klimaanlage.... |
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| Marokko, das Land der Störche |
| auf dem Camping unter den alten Eukalyptusbäumen |



















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