Unsere Reiseroute (blogabond)

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Neujahrsgrüsse aus der Schweiz

Liebe Freunde

Schon weilen wir vier Monate in der Schweiz. Die Tage entschwinden im Flug, es gibt immer viel zu tun!

Wir begleiten Nana, unsere Schwiegermutter/ Mutter dreimal in der Woche durch den Tag, um ihr den Alltag zu verschönern. Dies geniesst Nana in vollen Zügen, das gemeinsame Mittagessen, Spaziergänge, die Gespräche von der grosssen Familie, die Erinnerungen...

An den übrigen Tagen halten uns die fünf Enkel/innen, Töchter und Freunde auf Trab, Spiele, Spass, Haushalt, Einladungen, ein Konzertbesuch und lange Gespräche bei einem guten Glas Wein sind angesagt.

Robi hat Planungsaufträge angenommen, die ihm grosse Freude machen und erst noch unser Budget in der teuren Schweiz entlasten.
Daneben bauen wir im gri-gri unsere ehemalige Dusche nochmals um, um den Platz optimal zu nutzen und den Komfort zu verbessern.

Targia hat sich mit der Schweiz arrangiert. Unsere Studentenbude gefällt ihr, sie kann darin ein paar Luftsprünge machen, wenn sie ihren Futternapf sieht und sich gemütlich im Hundebett zusammenrollen, wenn ihr das Wetter arg zu schaffen macht. Sie ist nach dem Liegen oft steif und hat erst mal Mühe, ihre Stöckelbeine zu sortieren...

Immer wieder erhalten wir interessante Mails und Neuigkeiten von unseren Mitreisenden, die inzwischen auf der halben Welt verstreut sind!

Monika und Paul sind inzwischen in die Schweiz zurück gekehrt und wir haben uns schon zu einem ausgiebigen Schwatz getroffen!

Auf ihrer letzten Etappe sind Jennifer & Peter von Wladiwostok quer durch Russland nach München gereist und sind dabei, sich wieder zu Hause zu installieren.

Die „Youngsters“, Sandra & Markus, Ellen & Jonas von unserer China- Reise sind inzwischen in Malaysia angelangt und wir verfolgen mit Interesse, wohin es sie weiterhin verschlägt.

Gisela & Michael sind in Australien angelangt und schmoren in der Hitze..

Und Ruth und Walter sind auf dem Weg nach Südafrika, nach SOA eine neue Herausforderung!


Bei uns ist es kurz vor Weihnachten frühlingshaft mild, mit Tagen voller Sonnenschein, dann wieder neblig grau oder mit Nieselregen! Nichts mit weisser Pracht!

So wünschen wir Euch allen von Herzen eine glückliche Zeit und geben Euch unsere Neujahrwünsche mit auf den Weg!

Herzlichst Heidi & Robi




Auf ein glückliches 2016

Das ausklingende Jahr lässt uns zurückblicken.

Auf Ziele, die wir nicht verwirklichen konnten, aus denen sich jedoch neue Möglichkeiten ergeben haben.

Auf Wege, die uns durch Länder führten, die zu bereisen wir nie geplant hatten, welche uns intensive Erlebnisse und Erfahrungen schenkten, die nicht auf ausgetretenen Pfaden lagen.

Auf das Vergangene, dessen Gutes man erst dann erkennt, wenn man gewillt ist es loszulassen, um Platz für Neues zu schaffen.

Auf Freundschaften, die unsere Abwesenheit und Distanz überdauert haben und immer wieder neu aufleben.

Auf unsere Dankbarkeit und unser Privileg, jeden Tag von neuem ins Ungewisse starten zu dürfen um grandiose Landschaften zu entdecken und unvergessliche Momente mit liebenswerten Menschen zu verbringen.

Mögen 365 neue Tage voller Lebensfreude  uns alle überraschen

Mit den besten Wünschen                 Heidi & Robi


unser "Menschenhaus" in Berikon, wir stehen direkt vor unserem Stübli

Samstag, 5. September 2015

Mach mal Pause!






Nach einer Reise von 3 ½ Jahren, 
über 112 950km, 
sind wir drei wieder in der Schweiz eingetroffen.







Auf unserer Fahrt haben wir 56 Länder durchfahren, teilweise gar mehrmals.
Die Klimabedingungen war stark unterschiedlich, sie reichten von – 25° bis + 45° Grad, von Feuchtigkeit wie in einer Waschküche bis staubig Knochen trocken! Wir sind über das gefrorene Meer gefahren, haben uns durch riesige Sanddünen gewagt, sind über schmale Bergpfade geholpert und knirschend auf Muscheln eines ausgetrockneten Sees gerollt. Unter dem dunklen Blätterdach des Dschungels lauschten wir den fremden Geräuschen und hörten dem Tosen der Wasserfälle und dem Rauschen des Meeres zu.
Immer wieder hielt uns die Natur neue Überraschungen bereit mit grandiosen Felsformationen, gewundenen Flussläufen, kitschigen Sonnenuntergängen, riesigen alten Bäumen und einer farbigen Blütenvielfalt, die wir uns in der Phantasie nicht ausdenken könnten!
Wir bewegten uns im Verkehrsgewühl der Grossstädte, Lärm in allen Variationen brandete an unsere Ohren, Gestank und Gerüche stachen in unsere Nasen und die Augen kamen nicht nach mit Schauen und Staunen!
Mit grosser Hochachtung bewunderten wir die genial angelegten Städte der Antike, die Theater und Bäder der Römer, die wehrhaften Burgen und Schlösser und die Paläste der neueren Zeit.
Das Können und die Weitsicht der damaligen Planer und Handwerker begeisterte uns, auch im Wissen darum, wie und mit welchen Hilfsmitteln früher gebaut wurde!

Immer wieder waren wir überwältigt von den Wundern der Natur, den von Menschenhand geschaffenen Kunstwerken und von den Menschen selbst!

Jeden Tag starteten wir ins Unbekannte. Nie wussten wir, wie und wo der Tag enden wird, oft kam es ganz anders wie gedacht!

Wir hatten enormes Glück! Nie waren wir ernstlich krank, nie in einen Unfall verwickelt gewesen, zuverlässig hat uns unser gri-gri durch die Länder getragen!

So unterschiedlich die Länder waren, so vielfältig sind deren Bewohner und ihre Kulturen. Doch eines haben sie gemeinsam. Überall wurden wir mit offenen Armen empfangen. Freundlich, interessiert und hilfsbereit begegneten sie uns und es erfüllte sie mit Stolz, dass wir ihr Heimatland besuchten! Auch wenn oft die sprachliche Verständigung minimal war, mit Gestik und Mimik lässt sich vieles ausdrücken! Diese unzähligen Begegnungen prägten unseren Alltag und machen die Reise unvergesslich!

Dass wir all dies erleben durften, das erfüllt uns mit enormer Dankbarkeit und Freude – und macht  Lust auf eine weitere Etappe!

Doch erst legen wir eine Pause ein.

Wir werden die folgenden Monate in der Schweiz verbringen, die vielen Eindrücke verarbeiten, die Fotos bearbeiten und in erster Linie mit unserer Familie und unseren Freunden verweilen.




Montag, 3. August 2015

Die westliche Welt hat uns wieder!




Allmählich weicht die Dämmerung, immer wieder ist ein Fauchen in der Luft zu hören.
Natürlich, wir sind wieder in Kappadokien auf dem Kaya Camping (übrigens der letzte Campingplatz, bevor wir nach Asien gefahren sind und der erste wieder, als wir nun von Asien zurück gekommen sind) und das morgendliche Ballon- Spektakel hat gestartet! Wie Murmeln sind die Ballons in den Canyons aufgereiht; geben sie Gas, leuchten die Hüllen in der Dämmerung. Allmählich schweben sie höher in den Morgenhimmel und wir hören das begeisterte Jauchzen und Rufen der Ballon- Korb Insassen.
Der Camping erwacht zum Leben. Die Kinder kommen aus den Zelten, spielen mit ihren Plastik Autos, während die Eltern das Müesli Frühstück vorbereiten.
Daran müssen wir uns erst wieder gewöhnen, zwischen Feriengästen zu stehen, alle sind bereit für einen Schwatz und wollen näheres über unsere Reise durch Asien erfahren.
Die WC Anlage funktioniert und ist sauber, die Duschen liefern warmes Wasser, die Waschmaschine erledigt einwandfrei unsere Wäsche; wir schwelgen im Luxus! Noch immer ungewohnt, aber durchwegs angenehm... Beim Einnachten gehen wir nach Göreme zum Abendessen hinunter. Die Strassen sind voller Touristen, die gemütlich an den Souvenirläden vorbeischlendern und die diversen Restaurants bevölkern. Wir lassen uns mit einem feinen Nachtessen überraschen und schauen amüsiert dem Treiben zu!

Aber es braucht eine Weile, bis wir wirklich wieder in der westlichen Welt „ankommen“. Lange waren wir alleine unterwegs, konnten uns in keiner uns bekannten Fremdsprache verständigen. Nun hören wir um uns herum bekannte Laute: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und natürlich Türkisch, das uns inzwischen vertraut ist, aber wir dennoch nicht verstehen!
Auch die Bekleidung ist wieder westlich. Luftig, locker, sommerlich kommen die Touristen und auch viele Einheimische daher, ein grosser Gegensatz zu den vorherigen Ländern!

Ohne Zweifel, wir sind wieder Europa angelangt!

Um wieder aus dem Canyon aufzusteigen wird gefeuert, dadurch leuchten die Ballons in der Morgendämmerung


sie fliegen ganz dicht beieinander...

langsam steigen sie in den Morgenhimmel







die Steinformationen werden den Gästen nahe gebracht!



neugierig schauen sich die Passagiere um


am Morgen die Ballons, am Abend ein phantastischer Sonnenuntergang!

Montag, 27. Juli 2015

Im Eilzugstempo durch den Iran



Sehenswürdigkeiten, Kultur, Politik, die Freuden und Leiden der Iranischen Bevölkerung; das gleitet an uns vorüber. Wir fahren zügig über die sehr gut ausgebauten Strassen und traversieren den Iran von Ost nach West.
An der Grenze werden wir wieder von der Polizei in Empfang genommen. Sofort nehmen sie unsere Pässe und das Carnet de Passage in Gewahrsam! Der Umgang mit uns unterscheidet sich von den Pakistanis. Hier haben wir den Eindruck, dass es für sie eine lästige Pflicht ist, uns zu begleiten. Wir werden kaum zur Kenntnis genommen, erst führen sie uns zu einer Busstation, wo sie sich eine  dreiviertel Stunde zusammen unterhalten, bevor sie mit uns im Schlepptau weiterfahren in den nächsten grösseren Ort, Zahedan. Dort dürfen wir an einer Kreuzung wieder warten, erst dann begleiten sie uns zu einem Hotel.
Wir sollten noch Geld wechseln gehen. Robi  wird mit Eskorte zur Bank begleitet!
Am nächsten Morgen erfahren wir, dass die Polizei uns bis nach Bam eskortiert. So sind wir im Iran auf rund 400km begleitet worden.
Für die 330km brauchen wir den ganzen Tag. Verbringen viel Zeit mit Warten auf die nächste Eskorte, aber am Abend werden wir bei einem kleinen Guesthouse abgeladen; der nette Besitzer erwartet uns mit Tee und Datteln aus Bam, die Polizei registriert uns ein letztes Mal und händigt uns die Pässe aus! Wir dürfen uns nun frei bewegen!

In der flirrenden Hitze fahren wir durch die weite, karge Steppe, vorbei an einem ausgetrockneten  See.
Ein sensationelles Erlebnis ist auch das Tanken im Iran! Für 240 Liter Diesel haben wir umgerechnet 45 Sfr bezahlt!!! Für uns eine unglaublich kleine Summe! Mit dem eingesparten Geld könnten wir uns bestimmt 250 Dosen Laos Bier kaufen- aber eben, wir befinden uns im abstinenten Iran, so lassen wir das kalte Bier, was es ist, ein schöner Traum!
 Im nördlichen Iran wird es wieder bergig mit farbigen, schönen Felsformationen.  Wir finden auch wieder kühle, einsame Übernachtungsplätze in der Höhe. Nach den Tagen mit der Eskorte schätzen wir dies umso mehr!

Bis auf 2000 Metern Höhe wird Weizen angebaut. Überall sind sie dabei, das Korn zu ernten.  Wir sehen wieder Mähdrescher und Traktoren im Einsatz, moderne Landwirtschaftsbetriebe. Daneben wird noch immer von Hand gearbeitet, die Bergdörfer sind einfache Lehmbauten und perfekt in die Umgebung eingebettet.

Seit Delhi leidet Targia an einer Hautkrankheit. Es bilden sich immer mehr Pusteln unter dem Fell, die dann aufplatzen und nässen. Wir streichen Cortison Salbe ein, desinfizieren mit Betadine, keine sichtbare Besserung!
Für einen kleinen Imbiss fahren wir von der Strasse ab und parken unweit einer Teerfabrik am Pistenrand. Nicht lange, da kommt ein junger Iraner daher und spricht uns auf englisch an. Es stellt sich heraus, dass er bei seinem Vater, der Fabrikleiter ist, auf Besuch ist – und dass er Veterinär ist! Selbstverständlich ist er bereit, Targia anzuschauen und er sagt uns, was wir für eine Salbe benützen sollten. Wir bitten ihn, dies aufzuschreiben, damit wir es in der nächsten Stadt besorgen könnten.
Am liebsten würde er uns mit nach Hause nehmen, damit wir seine ganze Familie kennen lernen könnten. Aber er begreift unsere Beweggründe, dass wir weiter ziehen wollen. So bedanken wir uns mit einem Schweizer Messer und fahren nach Urmia.
Vor einem Geschäft für Fernseher sitzen ein paar Männer zusammen und ich frage sie, ob sie mir sagen könnten, wo die nächste Apotheke ist. Sogleich bemüht sich ein netter Mann um uns und begleitet uns zur Apotheke. Auf dem Weg dorthin telefoniert er mit seiner Frau, die mit uns am Telefon englisch spricht und mit seiner Tochter, die an der Universität Deutsch lernt, und uns am Telefon gleich neugierig ausfragt.
Auch sie möchten unbedingt, dass wir sie zu Hause besuchen. Wirklich, die Iraner sind äusserst gastfreundlich und hilfsbereit!

Nach wenigen Tagen erreichen wir in Sero die türkische Grenze.
Freundlich werden wir von den Iranern abgefertigt und dann ist Warten angesagt- bis sich die Türken den Schlaf aus den Augen gerieben haben! Wir haben nicht daran gedacht, dass die Zeitverschiebung 1 ½ Stunden beträgt und der Türkische Zoll noch geschlossen ist! Kaum ist der Zoll eröffnet, sind die Einreiseformalitäten schon erledigt: Willkommen in der Türkei!
Mit Vergnügen falte ich das Kopftuch zusammen und lasse den heissen Wind durch meine Haare streichen...


die Iranische Eskorte fährt uns durch die Sanddünen voran

der ganze See ist ausgetrocknet, Staubwolken wirbeln
durch die flirrende Hitze

eine der Polizeistationen, wo wir wieder warten durften...

dafür werden wir gut bewacht!

dies soll eine Mahnung an die Lenker sein!

sie behalten uns immer im Auge

karge Steppenlandschaft

hübsche Baukunst im Nichts

Plakat zum Gedenken an die Helden

und wieder führt die Strasse durch eine weite Ebene

vor Bam wird wieder in Erinnerung gerufen
vorsichtig zu fahren!

die Strasse vor dem Guesthouse

die Datteln von Bam sind äusserst lecker!

die antike Festung von Bam

der grösste Lehmbau der Welt

allmählich zur Stadt hinaus, die ausgedehnten
Palmenhaine liegen hinter uns

ein moderner Landwirtschafts Betrieb

das Schriftbild sieht hübsch aus,
lesen können wir es indes nicht!

der Strassenbau ist auf hohem Niveau

ganze Quartiere werden hochgezogen

Iranische Eisenbahn

die Berge sind schon in Sicht

Targia darf sich wieder frei bewegen-
ich muss mich an die Kleidervorschrift halten!
Die Arme und Beine müssen bedeckt sein,
das Kopftuch Pflicht. Bei dieser Hitze ungewohnt unangenehm!
Aussicht von unserem Übernachtungsplatz

Die Städte sind oft begrünt. Auch hier wird den Helden
gedacht 

traditionelle Landwirtschafts- Bauten

eine grosse Schlange durchzieht das Land

hier hat die Natur Farbe in die Landschaft gebracht!

schöne Strukturen!

eine Stadt entsteht im Nichts...

auch ein häufiges Bild: Industrieanlage im Iran

ein goldgelbes Weizenfeld

Tabriz ins Grün eingebettet

mit der schmucken Moschee

in dieser Region sprudeln die Brunnen am Strassenrand.
Die Händler kühlen die zum Verkauf bereit gelegten Melonen
mit dem frischen Wasser

Landschafts- Malerei

abseits der Strasse haben wir einen ruhigen Platz gefunden
Felsen mit Rüschen

der Natur- Nemrud- Götterkopf!

perfekt passt sich das Dorf in die Umgebung ein!

Weizenfelder...

bis auf 2000 Metern Höhe werden die Felder angelegt

der Fluss führt sogar noch ein wenig Wasser!

ländliches Iran

bevor wieder gemahnt wird vor der nächsten Stadt

die Stadtdurchfahrt ist optimal konzipiert, schnell sind wir
ohne Stau durchgefahren

der Urmia See ist beinahe ausgetrocknet

Türkei, wir kommen!

in Sero nehmen wir Abschied vom Iran

und warten vor geschlossenem Tor, bis die Türken erwacht sind!