Unsere Reiseroute (blogabond)

Dienstag, 14. Februar 2012

Chè bella - la polizia



Ich sitze in der Polizeistation von Brivio. Vor mir der Polizeibeamte, der mich „verhört“.
Wie im Film! Ein muskulöser Italiano mit kariertem Westernhemd, schwarze, hochgekämmte Haare. An der Wand dahinter prangt ein Foto von ihm, der Gockel  in voller Kampfmontur mit Gesichtsstrumpf, das Gewehr kampfbereit in den Händen.

Neugierig kommen alle anwesenden Kollegen herein um zu schauen. Den einen motzt er an, er solle den Rapport besser ausfüllen, es würden Daten fehlen. Mit Händen und Füssen diskutieren sie miteinander, offenbar hat der Westerntyp recht gehabt, zufrieden räkelt er sich auf dem Stuhl und plustert sich auf...

Aber was ist passiert?

Lassen wir uns noch ein bisschen sitzen und beginnen wir mit gestern. Eigentlich wollten wir an einem idyllisch gelegenen, zugefrorenem See campieren, aber der Campingplatz war geschlossen, und keinen Platz vorhanden, um zu parkieren.
So steuerte Robi souverän durch die schmalen Strassen und Gassen am Comersee entlang nach Como, wo wir uns ein warmes Hotelzimmer gönnten. Wie ich mit Targia durch die Hotelhalle spazierte wurden wir intensiv von allen beobachtet. Hinter mir ertönt es bewundernd: ma chè bella! Bestimmt haben die Bewunderer mich damit gemeint – lachend sage ich danke!

Am nächsten Morgen fahren wir bis an den Fluss Adda und spazieren gemütlich über einen ornithologischen Pfad, durch den Schilf und Ried und am Fluss entlang, selbstverständlich an der Sonne! Beim Parkplatz findet Robi im Abfallkorb eine flache Tasche, intakt und sauber. Neugierig schauen wir hinein. Diverse Schlüsselbunde, ein Natel, diverse Fotos (von Heiligen) und auch Fahrzeugpapieren. Da mussten wir doch handeln und suchten die Polizeistation auf.

Er muss nun ein Protokoll erstellen und nimmt alles auf. Es zeigt sich, dass die Tasche einer italienischen Nonne gehört. Als ich empört bemerke, wer wohl eine Nonne überfalle legt er theatralisch los. Erzählt von Verbrechern, die Leute überfallen und diese sogar umbringen mit entsprechender Gestik des Halsabschneidens! Cabaret live auf italienisch!

Wir hoffen natürlich, dass der Nonne nichts passiert ist- und falls ein Dankesschreiben von ihr am Gubelweg eintreffen wird lassen wir es Euch wissen!

Auch am Gardasee sind noch alle Campings geschlossen. So sitzen wir im kleinen Hotel mit Seesicht und geniessen den Abend!

1 Kommentar:

  1. Offensichtlich kann man Euch beide wirklich keine 3 Tage alleine lassen - schon seit ihr in Kriminalität und Verbrechen verwickelt. Fängt ja gut an! Grüsse nach Bella Italia!

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