Ôkhra, Ocker, die Naturfarbe aus Roussillon
Im Herzen des Luberon liegt die charmante Altstadt Roussillon. Sie thront über senkrechten Sandsteinwänden, die in allen Farbschattierungen leuchten. Sattes Dunkelbraun bis cremiges Beige über knalliges Gelb leuchtet zwischen den hellgrünen Zweigen. Wir befinden uns auf dem Ockerpfad, der uns zwischen den Felsformationen hindurchführt.
Ocker wird seit der Prähistorie für die Höhlenmalerei und als Körperfarbe genutzt. Er ist das älteste Pigment, das erste vom Menschen benutzte und eines der wenigen, deren Gebrauch bis heute fortbesteht. Über Jahrhunderte wurde Ocker als Fassadenfarbe verwendet, ein hübsches Beispiel ist das Dorf Roussillon. Die Häuser sind mehrheitlich mit Ocker bemalt.
Fest verbunden mit Roussillon ist die Geschichte von Camille Mathieu, Bürgermeister vom Ort.
Die Familie besitzt 1942 zwei Ockerbrüche in Roussillon und die Fabrik ÔKHRA mit ihrem Namen Mathieu.
Teilweise wird der Sandstein unterirdisch, teilweise oberirdisch abgebaut, auf Lastwagen geladen und zur Fabrik gefahren.
Er wird am höchst gelegenen Ort des Waschbereichs abgeladen.
Das Wasser wird mit dem Sandstein vermengt und die Mischung in ein Absetzbecken geleitet.
Der schwere Sand lagert sich auf dem Beckengrund ab, während die Ocker Farbpigmente auf dem Wasser schwimmen.
Im Herbst und Winter fliessen tagsüber Wasser und Ocker durch die Leitungen in die Dekantierungsbecken. Über Nacht setzt sich der Ocker am Boden des Bassins ab, das Wasser wird abgeleitet. Am nächsten Tag wiederholt sich das Prozedere. Im Frühling sind die Becken mit Ocker gefüllt. Erst wird die Oberfläche eingeritzt, damit die späteren Soden herausgebrochen werden können. Zu Beginn des Sommers nehmen sie diese aus den Becken und stapeln die Soden zu Mauern, damit sie in der Sonne trocknen können.
Um Ocker zu gewinnen, dauert dieser Prozess noch immer ein ganzes Jahr!
Danach wird der Ocker gesiebt und gemahlen. Die Fabrik betreibt mehrere Mühlen, für jeden Farbton eine eigene, um die Farben nicht zu vermischen.
Die Bestückung erfolgt mit Endlosschrauben und Transportbändern, die mit einem ganzen System von Transmissionsriemen betrieben werden.
Anschliessend wird der Ocker in Fässern gepresst.
Camille Mathieu tüftelt oft an Farbrezepten herum, mischt die verschiedenen Farbpigmente und fügt diese in den Mühlen geschickt zusammen. Die fertige Mischung wird in Säcke abgefüllt und in die ganze Welt versendet. Nicht nur nach Bamako, via Abidjan, wie auf einem Sack aufgedruckt ist. Auf einer Türe sind viele verschiedene Destinationen aufgeführt.
Diese Produktion hat auch seine Schattenseite. Die Fabrikarbeiter sind ständig dem Pigmentstaub ausgesetzt. Viele leiden deshalb an der sogenannten Staublunge. Die Ablagerungen schädigen die Lungen, die Menschen sind in der Atmung eingeschränkt und sterben daran.
Trotzdem floriert das Geschäft mit der Farbe, aber die Absatzmärkte wandeln sich, Kunstfarben sind im Kommen, so wird die Produktion 1963 endgültig eingestellt.
In den Jahren 1994 bis 2004 bildet sich ein Kulturverein und weckt die Anlage aus dem Dornröschenschlaf.
Heute werden im Museum verschiedene Kurse angeboten. Das Herstellen von Ockerfarben, Malkurse, wie die Farben auch richtig angewendet werden können, der Phantasie der Künstler werden keine Grenzen gesetzt.
Im Museumshop werden Ockerfarben aus der eigenen Hand- Produktion verkauft.
Daneben werden Führungen durch die ehemalige Fabrik angeboten und lassen das alte Handwerk lebendig bleiben.
Lebendig und farbig ist auch unsere Vorstellung, wie es damals war. Wie hart die Arbeit körperlich ist. Der allgegenwärtige Staub, der Lärm der Maschinen, das Rattern der Transmissionsriemen, das Knirschen der Mühle, das Stampfen der Presse und vieles mehr. Wir stellen uns die Bruthitze über den Absetzbecken vor, wo unter strenger Handarbeit die Soden herausgestochen und aufgeschichtet werden! Und nach einem langen Jahr taucht ein Maler den Pinsel ein und trägt die wunderschöne Farbe Ocker auf der Mauer oder dem Papier auf. Wer fragt dann nach den Mühen?
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| Der kompakte Dorfkern von Roussillon |
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| die meisten Fassaden sind mit Ocker bemalt |
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| ein sehr langlebige und natürliche Farbe |
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| eine luftige Treppe! |
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| alte Gemäuer, hübsch überwachsen |
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| einladende Einkaufsmöglichkeit mit "essbaren" Farben |
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| mit historischer Fassade |
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| Blick vom Restaurant auf den Ockerfelsen |
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| Sandsteinfelsformationen mit Farbnuancen zwischen Braunrot und Hellbeige |
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| senkrecht ragt der Fels in die Höhe |
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| im Laufe der Zeit haben sich bizarre Formationen gebildet |
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| sieht dieser Fels nicht wie eine dicke, rote Katze aus? |
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| hübscher Kontrast zwischen Grün und Braun |
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| das Ockermuseum |
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| Infotafel: das abgebaute Material wird angeliefert mit alten Fotos |
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| das damalige Transportmittel, ein französischer LKW namens Hotchkiss |
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| Infotafel: der Waschvorgang mit Bild, wie das Sand/Wassergemenge durch die Rinne läuft |
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| heute sieht diese Rinne so aus |
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| eine alte Wasserleitung im grünen Wald |
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| ein altes Absetzbecken, hier wurde der schwere Sand vom Ocker getrennt |
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| in diesen grossen Dekantierungsbecken wurde der Ocker vom Wasser getrennt, inzwischen hat die Natur das Becken zurückerobert |
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| mit der Presse wurden die Farbpigmente gepresst |
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| Infotafel: Pressvorgang mit altem Foto |
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| ein Gewirr von Transmissionsriemen |
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| auf dieser Maschine wurden die Papiersäcke bedruckt |
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| mit Destination Bamako, via Abidjan |
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| nicht nur nach Bamako, der Ocker wurde in die ganze Welt versandt |
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| hier sehen wir die Abfüllmaschine |
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| mit diesem Karren wurden die Säcke in die Halle gebracht |
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| und zum Versand gestapelt. An der Wand hängen Kittel der Arbeiter, in den verschiedensten Farbtönen, je nach Arbeitsplatz |
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| das Bild fängt den Verlad von Fässern auf Eselgespanne ein, selbst das Dach wird genutzt |
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| ob dieses Wandbild mit Ockerfarben die Vorlage für das Ôkhra Logo war? |
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| Farbbeispiele an der Wand |
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| und auf dem Boden |
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| im Farbenrausch |
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| Ôkhra Farben in allen Nuancen |





































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