Unsere Reiseroute (blogabond)

Donnerstag, 18. September 2014

Nomadenleben




Ein kleiner Teil der mongolischen Bevölkerung lebt noch immer als Nomaden in der endlosen Weite der Steppe. Verstreut stehen die Jurten, bevorzugt in der Nähe von Wasserläufen, Brunnen und der Piste. Meist stehen zwei bis drei beisammen und werden von Hunden bewacht. Schwanzwedelnd werden wir von ihnen begrüsst und neugierig beschnüffelt.



Manche der Hirten hat seinen Pferdesattel mit dem Motorradsattel vertauscht und treibt seine Tiere mit dem Motorrad zusammen.
Vor der Jurte steht ein Solarpanel, eine Satellitenschüssel, ein Kleintransporter oder alter Geländewagen.
Dies sind die Errungenschaften der Technik. Der Alltag aber ist wie schon seit Jahrhunderten. Sie leben mit und von ihren Tieren. Melken die Ziegen, Schafe, Kühe, Yaks, Kamele und mit Bevorzugung die Stuten. Die Fohlen sind an einer langen „Wäscheleine“ angebunden. Sie dürfen kurz bei den Müttern trinken, bevor diese gemolken werden. Diese Milch wird zu Airag vergoren, einem sehr beliebten Getränk der Mongolen.

Diese Beweidung prägt das Land. Das karge Gras ist kurz gefressen, die jungen Triebe an den Büschen sind abgenagt, wir sehen nur alte Bäume, bis über 2000 Metern wunderschöne Lärchen. Die jungen Bäume überleben nur selten. Nur wenige Blumen sehen wir zwischen Steinen versteckt.

Bei einem Besuch in der Jurte von Mutter, Vater und Sohn können wir sehen, wie die Milch auf dem Feuer zu Käse verarbeitet und anschliessend auf dem Dach der Jurte zum Trocknen  ausgebreitet wird.

Einfach ist die Jurte eingerichtet. Die Möbel sehr klein und bescheiden, vieles wird in einem Sack an die Jurtenwand gehängt. Uns wird heisser Milchtee aus der Thermoskanne angeboten, den Ziegenkäse „müssen“ wir einfach probieren!

Uns gegenüber sind die Mongolen freundlich, eher scheu und zurückhaltend. Fragen wir sie nach dem Weg, zeigen sie in eine Richtung, sagen ein paar Worte auf mongolisch, das vokalreich ist, unterbrochen mit Zisch-, Klick- und Gurgellauten. Tönt hübsch, wir verstehen aber, wen wundert’s, kein Wort! Die Männer wirken oft wie abwesend, die Frauen  dagegen wacher und aufgeschlossener.  Auf den Märkten sind es meist die Frauen (auch beim Fleisch) die hinter der Theke stehen und verkaufen.

Schon von weitem sehen wir einen Transporter schief im Wassergraben stecken.
Ein Paar ist dabei, die Jurte, die sie geladen haben, abzuladen. Sofort bieten wir unsere Hilfe an und deuten, den Wagen rückwärts aus dem Graben zu ziehen. Die Frau und ich sehen zu, wie ihr Mann den Wagen direkt wieder in den Graben steuert. Sie fuchtelt mit den Händen ruft ihm zu! Vergebens! So legen wir die Gurten um und ziehen ihn nochmals heraus.
Sichtlich froh bedankt sie sich für unsere Hilfe. Sie sind mit ihren Kühen an diesen neuen Platz gezogen und wollen die Jurte neben dem Wasser aufstellen.

Das Reisen auf den Pisten ist recht unterschiedlich, oft auch beschwerlich. Im Norden ist auf einer Länge von über 380km ein neues Strassentrassee im Bau. Die Umfahrungspiste zieht sich endlos lange hin, ist holprig, löchrig, beinahe unbefahrbar! Nur wenige Strassenmaschinen sind im Einsatz. Ein grosser Teil der Baustelle sollte seit 2013 fertiggestellt sein. Der Bau ist eingestellt und man  wird das Gefühl nicht los, dass dieser unfertige Zustand von Dauer sein wird!
Cédric und Moritz, zwei deutsche Radfahrer erzählen uns beim Kaffee am Pistenrand, dass die LKW’s nicht schneller seien als sie! Da wird den Mongolen wirklich sehr viel abverlangt! Bei einer Panne stehen sie oft neben ihren alten Wagen  und winken uns hoffnungsvoll, ob wir helfen können? Unsere Ersatz-  Keilriemen sind zu kurz oder zu lang. Immerhin können wir Targias Leine als Notkeilriemen anbieten... Ob’s funktioniert? Die Mutter, zwei Töchter, Ehemann, Enkelin und Fahrer sind auf dem Weg nach Ulaan Bataar.

In der Altai Gobi und Süd- Gobi sind wir auf den Nebenpisten wieder alleine unterwegs.
Hier bewegen sich die Einheimischen vor allem auf Motorrädern. Oft sitzt die ganze Familie, bis zu fünf Leuten auf dem Gefährt. Eingepackt, den Kopf gegen den Staub eingehüllt knattern sie dahin. In den wenigen Orten ist es still und bescheiden. Die Infrastruktur ist sehr dürftig. In den Dorfläden gibt es neben Bonbons, Glacés und Gutzli nur wenig zu kaufen! Auch logisch, da die meisten Selbstversorger sind. Meist ist das grösste Gebäude die Schule, da viele Nomadenkinder während der Schulzeit gleich in der Schule wohnen. Bei einem Kinderhort hocken die Kinder im Kreis im Garten. Ein Spiel? Nein, alle sind dabei, Pipi zu machen.... Bei einem anderen Kinderhort hat es immerhin Mini- Plumpsklos!

Theoretisch ist jeder Mongole ein Millionär; so reich ist das Land an Bodenschätzen!
Auch hier bestätigt sich der Augenschein: Theorie und Wirklichkeit könnten unterschiedlicher nicht sein! Der Mongole auf dem Lande lebt in bescheidenen  Jurten und Unterkünften, hat sehr beschränkte Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung und ist nach westlichem Massstab arm! Wie überall gibt es in der Mongolei mürrische und deprimierte Minen, aber optimistische, fröhliche Gesichter überwiegen! Sogar nach einem Tag Warten auf Hilfe am Pistenrand mögen sie noch lachen!


ein mongolischer Reiter kommt uns besuchen

Neben der Jurte die neuen Errungenschaften
wie Solarpanel, Satellitenschüssel,  Motorrad, Auto

Gerätschaft zur Herstellung von Käse

der Käse wird zum Trocknen aufs Dach gelegt

ein Ofen, Kasten, bescheiden ist die Ausstattung
an der Wand die aufgehängten Säcke

der Tisch ist gedeckt...

auf diesem Herd wird die Milch zu Käse verkocht

unsere Gastgeber

natürlich wollen sie einen Blick ins
gri-gri werfen. Für den Sohn war
Targia die Attraktion!

per Motorrad unterwegs

der Kindersitz ist auf dem Tank....



auf dem Weg zur Schule

nicht sichtbar das Kind vor der Mutter

keine zu klein, um sich festzuhalten auf der holprigen Fahrt

sie brauchen Luft in ihrem Vorderreifen

kalt ist es auf über 2000 Metern in Gobi Altai

abgeweidetes Gras

die kleinsten Grasbüschel sind das Futter für die Tiere

Montieren des Abschleppseils

erneut im Graben!

dieses Mal klappt es!

Dorf- Quartier

die allgegenwärtigen Bretterzäune

Hauptplatz

Frauen bei der Arbeit

das Schulhaus


Kinderspielplatz

Plumps- Klo Anlage für die Kleinen

Windkraftanlage, die Rotoren stehen still, die Masten
sind schon verrostet

beim Dorfbrunnen

auch sie holt sich Wasser

brr kalt ist es hier!
Schnell bei einem Kaffee aufwärmen
Marlyn aus Frankreich ist dankbar!

unvollendetes, neues Strassentrassee

erfordert höchste Konzentration


eine der unzähligen Pannen
leider hatten wir nicht die passenden Muttern....

vom Alter und Stürmen gezeichnete
Lärche

der Stammumfang misst 4,5m!

LKW Fahrer bei der Rast

mit gewagten Huckepacks über die Piste


traditionell gekleidetes Paar, wir vermuten
mit Enkelin

Ovoo als Wegbezeichnung

einsam in grosser Höhe


Kamele unterwegs


ein Brunnen in der Wüste

hier noch mit Stecken und Wassersack.
oft steht ein Generator neben dem Brunnen,
um das Wasser für die Tiere herauf zu pumpen

der Keilriemen ist hin, der Notriemen funktioniert nicht,
deshalb spenden wir ihnen die stabile Hundeleine

trotz langem Warten lachen und scherzen sie!

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