Unsere Reiseroute (blogabond)

Samstag, 25. Juli 2015

Kalindi Colony, New Delhi





Für ein paar Tage haben wir uns im Hotel Emblem einquartiert. So können wir uns um unsere Visa für Pakistan und Iran kümmern. Aber auf der pakistanischen Botschaft wird uns gesagt, dass wir die Visa nur in der Schweiz beantragen können. Darum organisieren wir den Versand unserer Pässe in die Schweiz und beauftragen einmal mehr die Firma bornpower mit der Einholung unserer Visa.

Delhi sieht aus der Luft eigentlich recht grün aus, auch die Aussicht aus unserem Zimmer geht in die Baumkronen. Aber darunter gibt es nur Asphalt und staubige Ränder. Überhaupt nicht ideal, um mit Targia zu laufen. Zum Glück befindet sich gleich um die Ecke das „gehobene“ Viertel Kalindi Colony. Durch das bewachte Tor gelangen wir in das Viertel. Hier wohnen Leute, denen es gut geht, die einer Arbeit nachgehen und sich sogar Ferien in der Schweiz leisten können. Die solide gebauten Häuser sind nochmals eingezäunt. Vor den Toren sitzen die Wächter auf ihren Stühlen und nicken uns freundlich zu.
Mitten im Viertel befindet sich eine kleine Fläche mit Rasen. Darauf stehen in einer Ecke Plastikzelte, die bewohnt sind. Das wird im Viertel geduldet? Da wir mehrere Tage das Viertel durchstreifen, erfahren wir, was es mit diesen Zelten auf sich hat. Im Viertel werden die Kanalisationsschächte neu gebaut. Von Hand wird der Graben ausgehoben, dann mit Backsteinen die Wände erstellt. In dieser Bruthitze arbeiten Männer wie Frauen. Und diese Arbeiter wohnen in den Zelten! Das sind sehr harte Arbeits- und Lebensbedingungen!
Delhi ist ohnehin eine extreme Stadt. Über Nacht setzt sich eine dicke Staubschicht auf dem gri-gri ab! Staub, Smog, Hitze, Feuchtigkeit, Gestank, Müll; das macht einem wirklich zu schaffen!
In der hiesigen Zeitung, der HindustanTimes schreiben sie über das Problem von sauberem Trinkwasser. Das Wasser wird, da die Leitungen undicht sind, immer wieder von Abwässern verschmutzt. Die Abwasserrohre sind verstopft oder in vielen Vierteln, nicht mal vorhanden. Eine grosse Herausforderung für eine Millionen Stadt, in welcher sich der Müll türmt, die Flüsse als Kloake fliessen, Menschen auf der Strasse hausen und statt dass Strukturen vorhanden sind, das Chaos regiert!
Auf derselben Seite, wo der Artikel abgedruckt ist, wird für ein Luxusauto der Marke BMW geworben. Auch hier spiegelt sich der gigantische Gegensatz zwischen arm und reich wieder! Wer vermag ein solches Gefährt?

Die Kalindi Colony wirkt wie eine ruhige Oase. Unruhig wird es erst, wenn die Hunde aus den Gärten gelassen werden und sie sich agressiv auf Targia stürzen wollen! Doch wie sie erschienen sind, verschwinden sie bellend wieder und wir drehen unsere Runde frühmorgens, um der Hitze und dem Staub möglichst zu entgehen, durch das Viertel. Grüssen die Grabenarbeiter, sagen der älteren Dame auf ihrem täglichen Spaziergang „Hello“, deren Sohn mit Familie in der Schweiz weilt und verabschieden uns von den Wächtern am Eingangstor, bevor wir uns wieder in die Kühle des Hotels verziehen.


Blick auf die Hauptstrasse im Viertel

hier können wir wenigstens einige Schritte gehen

schöne Häuser hinter Mauern

in der Hintergasse ist der Audi parkiert

Blick in eine Seitenstrasse

hier wohnt ein Advokat

oft ist ein Garten mit Rasen angelegt

vor den Eingängen sind die Häuschen für die Wächter aufgestellt

er muss beim parkieren aufpassen

dass er nicht in das "Loch" runterstürzt!

nicht nur Wohnblocks sind im Viertel,
auch eine Schule und ein Spital befinden
sich darin

der kleine Park im Viertel. Hinter dieser Umzäunung sind
 die Zelte aufgestellt; am Abend installieren sich die Mütter mit
den Kindern unter den Moskitonetzen....

Blick ins Zeltlager mit der Feuerstelle

Stolperfalle!
Fehlender Ablaufdeckel

abenteuerliche Wasserinstallation

Stromerschliessung nach Indischer Art!

hier endet der Ablaufkanal

die Röhre ist komplett verstopft
hier läuft garantiert nichts mehr durch!

marode.....

von Hand heben die Arbeiter/innen den Graben aus

und kippen den Aushub auf den LKW

die Grabenwand wird mit Backsteinen
aufgemauert

und anschliessend mit Schlamm verputzt

auf dem Weg nach draussen, rechts im Bild das Notstrom-
aggregat des Spitals

draussen hat ein Coiffeur sein Geschäft am Strassenrand installiert
Bitte Platz nehmen für die Rasur!

nach einer Nacht hat sich auf dem gri-gri eine Staub-
Dreckschicht abgelagert!

zurück ins kühle Hotelzimmer

der Artikel über das Trinkwasserproblem in Delhi
angesichts des Mülls nicht erstaunlich!

viele Quartiere sind davon betroffen

Reich und arm leben Seite an Seite
die einen kämpfen um sauberes Wasser
die anderen überlegen sich, diesen
tollen BMW zu kaufen!

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